Fairtrade

Label des Monats: Fairtrade

Das Fairtrade-Label kennzeichnet Lebensmittel und Blumen aus fairem Handel. Für Baumwolle, Kakao und Zucker gibt es eigene Rohstoffprogramme. Es legt vor allem menschenwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen für die MitarbeiterInnen fest, unterstützt aber auch eine umweltverträgliche Produktion.

Das Fairtrade-Siegel findet man in Österreich inzwischen auf über 1.300 Produkten in 5.000 Geschäften und in über 1.800 Kaffeehäusern, Restaurants, Bäckereien, Hotels und Kantinen. Es steht dafür, dass alle aus fairer Produktion erhältlichen Zutaten eines zertifizierten Produkts vollständig nach den Regeln der weltweit gültigen Fairtrade-Standards gehandelt wurden

Das Fairtrade-Siegel ist ein soziales Managementlabel. Das bedeutet, dass es soziale Kriterien für den Firmenstandort vorgibt. Der Verein Fairtrade Österreich vergibt es auf Basis von Lizenzverträgen, die den internationalen Standards der Fairtrade Labelling Organizations entsprechen.

Fairtrade steht also für soziale, ökonomische und ökologische Mindeststandards. Die sozialen Kriterien gehen über die Kriterien der Internationale Arbeitsorganisation (ILO) hinaus. Die ILO ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen und zuständig für die Formulierung und Durchsetzung internationaler Arbeits- und Sozialstandards.

Kriterien von Fairtrade

sozial:

  • Gesetzliche Mindestlöhne, Prämie für soziale und ökologische Entwicklung
  • Arbeitsrechtliche Mindeststandards sowie Verbot von ausbeuterischer Kinderarbeit und Zwangsarbeit
  • Garantierte Mindestpreise
  • Ursprungsgarantie und kontrollierter Warenfluss nach Europa
  • Direkter Handel und Förderung von kleinbäuerlichen Strukturen
  • Bei Bedarf Vorfinanzierung der Ernte
  • Langfristige Abnahmegarantien

ökologisch:

  • Naturnahe und nachhaltige Anbaumethoden
  • Schutz natürlicher Gewässer und des Regenwaldes
  • Gezielte Förderung von biologischem Anbau durch Prämien
  • Abfallvermeidung und umweltgerechte Entsorgung
  • umweltschonende Verpackung

Zertifizierung

FLO-Cert, die Zertifizierungsorganisation von FAIRTRADE - überprüft die Einhaltung der Kriterien der ProduzentInnen durch lokale Audit Teams. Das Zertifikat ist für 1 Jahr gültig, dann ist eine neuerliche Überprüfung erforderlich. Weiterverarbeitende Unternehmen sowie HändlerInnen müssen einen Nachweis erbringen, dass sie die ILO-Kernarbeitsnormen einhalten.

Weitere Fairtrade-Programme

Neben dem Produktsiegel für Lebensmittel und Blumen sowie dem Produktsiegel für Baumwoll-Produkte, die zu 100% zu Fairtrade zertifiziert sind, gibt es auch Fairtrade-Programmsiegel für Kakao, Zucker und Baumwolle.

Bei den Programmsiegeln geht es um den Rohstoffeinkauf: Sie kennzeichnen Produkte, deren Zutaten nur zum Teil aus zertifizierten Fairtrade-Betrieben stammt. Diese Programme ermöglichen nun den Fairtrade-ProduzentInnen einen größeren Absatzmarkt - denn die Programmsiegel gelten ausschließlich für die Rohstoffe und nicht mehr für das Endprodukt.

Entscheiden sich Unternehmen dafür, Fairtrade-Zucker bzw. Kakao als Einzelzutat nach dem Zucker- bzw. Kakao-Programm einzukaufen, können sie ihre Produkte mit dem FAIRTRADE-Programmsiegel kennzeichnen oder dies abgestimmt in ihrer Unternehmenskommunikation nutzen.

Beim Fairtrade-Programm für Baumwolle müssen Unternehmen einen steigenden Anteil an Fairtrade-Baumwolle für ihre Gesamtproduktion abnehmen. Erst wenn die zur Herstellung einer Produktlinie benötigte Baumwollmenge zu 100% zu Fairtrade-Bedingungen eingekauft wird, ist eine Information über das FAIRTRADE-Baumwollprogramm auf den Verkaufsartikeln möglich. Andernfalls darf das FAIRTRADE-Programmsiegel ausschließlich abgestimmt in der Unternehmenskommunikation (z.B. CSR-Report, Website) verwendet werden.


Quellen und weitere Informationen:

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