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08.04.2011

+ 21% für fairen Handel

Klimawandel und Ernährungssicherung sind die großen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte. FAIRTRADE tritt diesen Problemen mit neuen Dienstleistungspaketen für alle Beteiligten der Handelskette aktiv entgegen.

 

Hunger und Armut in Entwicklungsländern verhindern oftmals Maßnahmen gegen Klimawandel oder zum Umweltschutz, meint FAIRTRADE-Geschäftsführer Hartwig Kirner bei der Jahres-Pressekonferenz. "Der Klimawandel wirkt sich besonders negativ auf Kleinbauernfamilien in Entwicklungsländern aus, die mit rund 500 Millionen die Hälfte der Hungernden weltweit ausmachen", so Kirner weiter.


Seit vielen Jahren schon verbindet FAIRTRADE Kleinbauern und -bäuerinnen in Entwicklungsländern mit Märkten in den Konsumländern durch engagierte Unternehmen und Handelsketten. "Mit Hilfe der neuen ‚FLO-CERT CO2-Serviceleistungen' möchte FAIRTRADE den Kleinbauernfamilien helfen, die international zur Verfügung stehenden Kompensations- und Finanzierungsinstrumente zur Bekämpfung des Klimawandels zu nutzen, und dabei gleichzeitig Händlern und Verkäufern im FAIRTRADE-System die Gelegenheit geben, ihre CO2-Emissionen innerhalb des FAIRTRADE-Systems zu kompensieren", so Rüdiger Meyer, Geschäftsführer der FLO-CERT GmbH, die globale Zertifizierungsorganisation für FAIRTRADE, über das neue Projekt.
Auch die Klima-Expertin Helga Kromp-Kolb vom Institut für Meteorologie an der BOKU Wien begrüßt das Projekt als Beitrag zur Bewußtseinsbildung. "Wichtig ist nur, transparent zu arbeiten, aufzuzeigen mit welcher Methodik man vorgeht und welche Ziele man in welchen Etappen verfolgt", so Kromp-Kolb weiter.

Mit ihrem Kaufverhalten entscheiden KonsumentInnen täglich nicht nur, welche Produkte am Markt bleiben und welche nicht, sie können damit auch aktiv etwas für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen und für die Umwelt tun. So haben im Jahr 2010 in Österreich sowohl die hohe Qualität von FAIRTRADE-Produkten sowie der Trend zu ethischem und ökologischem Konsum dafür gesorgt, dass der Umsatz mit fair gehandelten Produkten im österreichischen Handel weiter auf EUR 87 Millionen (+21 Prozent) anstieg. Wachstumstreiber seien FAIRTRADE-Kaffee (+20 Prozent auf 1.392 Tonnen), -Fruchtsaft (+21 Prozent auf 5,5 Millionen Liter) sowie -Blumen (+99 Prozent auf 23,9 Millionen Stiele) gewesen, so Kirner weiter. "Gründe für das Absatzplus waren neben der gestiegenen Konsumnachfrage auch die größere faire Produktvielfalt, mehr Lizenzpartnerfirmen, ein stärkeres Engagement des Handels sowie die gestiegene Anzahl an Gastronomiebetrieben, die FAIRTRADE-Kaffee ausschenken."

Von den Erfolgen des fairen Handels in Österreich profitieren insbesondere die über 830 Produzentenorganisationen in Afrika, Asien und Lateinamerika, die allein über den österreichischen Markt mehr als USD 19 Millionen Euro Direkteinnahmen im vergangenen Jahr erhalten haben. Teil dieser Gelder ist die FAIRTRADE-Prämie, die hauptsächlich dazu genutzt wird, die medizinische Versorgung, Bildung und sozialen Einrichtungen zu verbessern, um eine nachhaltige Entwicklung vor Ort zu unterstützen. Millionen von Menschen in Afrika, Asien und in Lateinamerika profitieren von der FAIRTRADE-Prämie, die die Produzentenorganisationen erhalten.

„FAIRTRADE ist ein verlässliches Zeichen auf immer mehr Alltagsprodukten und eine Lösung zur Bekämpfung des Klimawandels, Lebensstilfragen und unser aller Konsumverhalten", so Kirner abschließend.

 
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