die umweltberatung klärt auf: Irrtümer im Garten
Mit Spritzmitteln zum schädlingsfreien Garten? Keine gute Ernte ohne Mineraldünger? Ein bisserl Torf schadet gar nix? "die umweltberatung" deckt auf.
"die umweltberatung" räumt mit gängigen Irrtümern auf. Denn richtig angelegte ökologische Gartenpflege sorgt für kräftige Pflanzen und reiche, gesunde Ernte. Der Einkaufsratgeber „Wohlfühloase Naturgarten" hilft bei der Auswahl von ökologischen Gartenprodukten.
Irrtum 1: Mineralische Kunstdünger sorgen für optimales Pflanzenwachstum
Nein, denn die im Kunstdünger enthaltenen Nährstoffe sind für die Pflanzen sofort und in zu großer Menge verfügbar und werden rasch ins Grundwasser ausgewaschen. Die Gartenböden werden in vielen Fällen überdüngt. Dadurch wachsen die Pflanzen sehr rasch, die Zellwände der Blätter werden nicht richtig ausgebildet und die Pflanzen sind anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Außerdem ist die Herstellung von Kunstdüngern mit einem hohen Energie- und Ressourcenverbrauch verbunden.
Die Alternative:
Besser sind organische Düngemittel wie Kompost, Hornspäne, Mist, Regenwurmhumus oder Kräuterextrakte. Die Nährstoffe dieser Langzeitdünger werden im Boden gespeichert und können von den Pflanzen langsam und bei Bedarf aufgenommen werden. Zusätzlich fördern organische Dünger das Bodenleben und den Humusaufbau. Organische Düngemittel mit Bio-Zertifizierung sind im gut sortierten Fachhandel erhältlich. Auch für diese natürlichen Düngemittel gilt: nicht mehr aufbringen als auf der Verpackung angegeben!
Faustformel: Ein halber Kübel Kompost (5 Liter) oder zwei Handvoll Hornspäne pro Quadratmeter und Jahr sind für Pflanzen mit mittlerem Nährstoffbedarf ausreichend!
Irrtum 2: Chemische Spritzmittel verhindern langfristig Schädlings- und Krankheitsbefall.
Das stimmt nicht! Chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel wirken kurzfristig, vernichten wichtige Nützlinge wie Marienkäfer und stören auf lange Sicht das biologische Gleichgewicht nachhaltig. Sie sind in der Herstellung und Anwendung schädlich für unsere Umwelt und für unsere Gesundheit. Die Inhaltsstoffe werden teilweise in den Pflanzen bzw. Früchten gespeichert, belasten unsere Böden und werden in weiterer Folge ins Grundwasser ausgewaschen.
Die Alternative:
Vorbeugen statt bekämpfen und heilen ist im Garten eine guter Pflegeansatz - am besten mit Produkten auf natürlicher, pflanzlicher Basis oder mit homöopathischen Mitteln bzw. mechanischen Alternativen. Standortgerechte Bepflanzungen, regelmäßiger Fruchtwechsel, Mischkulturen sowie die richtige Bodenbearbeitung sind Grundlagen für gesunde Pflanzen. Pflanzenstärkungsmittel mit Ackerschachtelhalm (=Zinnkraut) oder Brennesseln stärken die Zellwände und wirken so dem Schädlings- bzw. Krankheitsbefall entgegen.
Irrtum 3: Das bisschen Torf in der Blumenerde macht doch nichts.
Nein, das kleine Bisschen wiegt schwer: Jährlich werden 120.000 Tonnen reinen Torfs nach Österreich importiert. Dazu kommt noch der Torfanteil in den fertigen Blumenerden, der bis zu 98 % betragen kann. Durch den Torfabbau werden wertvolle Moorstandorte unwiederbringlich zerstört.
Die Alternative:
Torf im Garten ist nicht notwendig! Der Handel bietet eine gute Auswahl an torffreien Aussaaterden und Blumenerden an. Außerdem ist bei den 19 Wiener Mistplätzen der MA48 die torffreie Erde „Guter Grund" erhältlich. Sie wird mit Kompost aus der Wiener Biotonne hergestellt und trägt das österreichische Umweltzeichen.
Eine gute Alternative ist auch selbst gemischte Pflanzerde: 1/3 Gartenerde, 1/3 reifer Kompost, 1/3 Sand. Das reduziert die Transportwege und entlastet die Geldbörse.
Bestellung und Download der Broschüre unter www.umweltberatung.at
Quelle: die umweltberatung
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