Recyclingschmuck – Die nachhaltige Alternative
Schmuck aus Recyclingmaterialien stellt eine nachhaltige Alternative zu echtem Schmuck dar. Das kann zum Beispiel Schmuck aus recyceltem Gold u. a. Edelmetallen sein, die eingeschmolzen wurden und erneut verarbeitet wurden.
So müssen keine neuen Rohstoffe abgebaut werden, es spart daher Ressourcen und schont die Umwelt.
Recyclingschmuck kann aber auch aus anderen Materialien bestehen, zum Beispiel aus vermeintlichem Elektro- und Elektronikschrott unserer Gesellschaft, wie die Trash Design Manufaktur Wien (TDM) vorzeigt. Aus gebrauchten und weggeworfenen Waschmaschinen, Computern, Stereoanlagen u.a. Altgeräten werden recyclebare Teile gewonnen. Aus Handytasten, Widerständen, Computereinzelteilen oder Leiterplatten werden dann daraus in Handarbeit hochwertige Schmuckstücke (z.B. Halsketten, Ringe, Armbäder) hergestellt. Der ökologische Vorteil dieser außergewöhnlichen Designerstücke liegt auf der Hand: ressourcenschonend, umweltfreundliche Verarbeitung, hohe Qualität und Langlebigkeit.
Der TDM-Schmuck erfüllt aber auch die soziale Komponente der Nachhaltigkeit. Die TrashDesignManufaktur-Wien - kurz TDM - ist eine Abteilung des Demontage- und Recycling-Zentrums (D.R.Z), eines sozialökonomischen Betriebes der Wiener Volkshochschulen GmbH. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Reintegration, Qualifizierung und Vermitttlung von Langzeitbeschäftigungslosen und Menschen mit Behinderungen. Unter dem Gesichtspunkt der qualitativen und quantitativen Beschäftigungswirkung werden Personen, die vom AMS oder Bundessozialamt (BSB) gefördert werden, in den leicht erlernbaren Geschäftsbereichen des Betriebes eingesetzt. Sie erhalten dadurch Fähigkeiten und Fertigkeiten, die am ersten Arbeitsmarkt nachgefragt werden.
Mit dem Kauf eines TDM-Produktes erwerben Sie nicht nur ein Designerstück, sondern Sie unterstützen auch die Idee der Sozialwirtschaft.
Silvia Schweiger (Information und Öffentlichkeitsarbeit T.D.M.-Wien) im Gespräch mit Simone Laister (ÖGUT) über Recyclingschmuck
ÖGUT: Was sind die Vorteile des T.D.M Schmucks hinsichtlich Nachhaltigkeit?
Silvia Schweiger: Durch die Wiederverwertung von Rohstoffen tragen wir wesentlich zur Verringerung des Abfallaufkommens bei. Wertvolle Stoffe, die bereits auf dem Müll gelandet sind, werden bei uns einer neuen Bestimmung zugeführt. Der Grad des Recyclings ist bei der T.D.M.-Wien sehr hoch. Für die Schmuckherstellung zugekauft werden lediglich Verschlüsse und Ohrhaken. Alle anderen Bauteile sind aus Altelektrogeräten wieder gewonnene Wertstoffe. Die Schmuckstücke aus unserer Manufaktur sind somit eine nachhaltige Alternative, da keine neuen Materialien gewonnen und natürliche Ressourcen geschont werden.
Ein weiterer Beitrag zur Nachhaltigkeit ist die hohe Qualität der T.D.M. Schmuckstücke. Durch die genaue Selektion der Materialien so wie die handwerkliche Fertigung sehen die Dinge nicht nur einzigartig aus, sie sind auch extrem robust und langlebig - also alles andere als Wegwerfprodukte.
ÖGUT: Welche Rohstoffe werden für die T.D.M. Schmuckerzeugung verwendet?
Silvia Schweiger: Die Materialien für die Schmuckstücke nehmen wir hauptsächlich aus Computern. Datenkabel zum Beispiel sind sehr bunt und schön und eignen sich wunderbar zur Herstellung von Halsketten und Armbändern. Ab und zu werden auch Teile aus ausrangierten Handys verarbeitet, aber zum Großteil kommen die Bestandteile aus Waschmaschinen und Computern, die bei den Mistplätzen der Stadt Wien abgegeben und im D.R.Z. zerlegt werden.
ÖGUT: Wie viel Material verarbeiten Sie ungefähr pro Jahr?
Silvia Schweiger: Im Jahr 2009 gingen rund 500 kg an Recyclingschmuck über die Ladentheken. Man kann davon ausgehen, dass fast doppelt so viel produziert wurde. Wenn man bedenkt, dass ein Armreifen nur 5 dag wiegt, dann ist das schon eine ganze Menge. Die Nachfrage nach Recyclingschmuck steigt. Allein im ersten Quartal 2010 wurden bereits 200 kg verkauft. Den größten Absatz verzeichnen wir allerdings bei den Weihnachtsmärkten.
ÖGUT: Worauf führen Sie die steigende Nachfrage zurück?
Silvia Schweiger: Der Schmuck kommt bei den KundInnen sehr gut an. Das liegt einerseits an der sehr hohen Qualität und andererseits daran, dass es sich um auffallende Einzelstücke handelt. Das Design, das übrigens ausschließlich von unseren Mitarbeiterinnen (derzeit 12 Transitarbeitskräfte, 2 fix Angestellte) stammt, hat bereits den 1. Europäischen Umwelt-Design Preis gewonnen. Der Recycling-Gedanke nimmt ebenso zu und nicht zuletzt zählt auch für viele die soziale Komponente. Schließlich handelt es sich bei der T.D.M-Wien um einen sozialökonomischen Betrieb, der die Reintegration, Qualifizierung und Vermitttlung von Langzeitbeschäftigungslosen und Menschen mit Behinderungen erfolgreich umsetzt.
ÖGUT: Wo bekommt man den T.D.M.-Schmuck?
Silvia Schweiger: Der Schmuck der T.D.M-Wien kann im Shop direkt vor Ort erworben werden (Vogtgasse 29, A-1140 Wien) oder bei einem unserer Vertriebspartner:
zum THEMENSPECIAL Fairer Schmuck
Ansprechpartner
Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik - ÖGUT
Hollandstraße 10/46A
1020 Wien
Dr. Simone Laister
simone.laister@oegut.at


