Ressourcennutzung in Österreich
Die gemeinsam vom Lebensministerium und Wirtschaftsministerium beauftragte Studie analysiert die Entwicklung von 1960 bis 2008.
Der sparsame und effiziente Umgang mit natürlichen Ressourcen gilt als eine der Schlüsselstrategien für eine nachhaltige Entwicklung unserer Wirtschaft und Gesellschaft. Der Bericht "Ressourcennutzung in Österreich" geht dieser Frage anhand der neuesten Daten der Materialflussrechnung nach.
Der österreichische Ressourcenverbrauch ist zwischen 1.960 und 2008 von insgesamt 114 auf 197 Millionen Tonnen jährlich angestiegen, das sind im Jahr 2008 24 Tonnen pro Kopf und Jahr oder 66kg pro Person und Tag. In der Deckung des heimischen Bedarfs spielt die Inlandsentnahme, die im Bergbau und der Land- und Forstwirtschaft betrieben wird, die wichtigste Rolle. Importe jedoch gewinnen zunehmend an Bedeutung: 2008 wurden 88 Millionen Tonnen Ressourcen importiert, das ist soviel wie die Hälfte der gesamten Inlandsentnahme. Besonders angewiesen ist Österreich auf Importe fossiler Energieträger und Waren aus metallischen Rohstoffen. Die Exportflüsse waren 2008 mit 60 Millionen Tonnen kleiner, spielen aber wirtschaftlich eine wesentliche Rolle, da es sich großteils um höher verarbeitete Güter handelt, die hohe Preise erzielen.
Welche Ressourcen nutzt Österreich in der wirtschaftlichen Produktion und im Konsum?
22% des österreichischen Ressourcenverbrauchs entfielen 2008 auf Biomasse. Diese Ressourcen sind einerseits unverzichtbare Grundlage der menschlichen Ernährung und andererseits wichtige.Rohstoffe(vorwiegend Holz) in der industriellen Produktion. Die enge Verbindung der Biomasseproduktion mit Art und vor allem Intensität der Landnutzung verlangt einen sorgsamen Umgang, um Bodendegradation und Verlusten von Biodiversität vorzubeugen.
Die für die Energieversorgung essentiellen fossilen Energieträger machen 12% des Ressourcenverbrauchs aus. Ihre Nutzung trägt erheblich zum Klimawandel bei. Knappheiten zeigen immer öfter deutliche Auswirkungen auf internationale Preise.
Metalle sind wichtiger Bestandteil vieler Infrastrukturanlagen, Maschinen und Konsumgüter. Mit 4% haben sie den geringsten Anteil am Ressourcenverbrauch, sind aber im Hinblick auf Umweltauswirkungen vor allem wegen des hohen Material- und Energieaufwandes, mit dem ihr Abbau und ihre Veredelung verbunden sind, von Interesse. Bei den fossilen Energieträgern und den Metallen ist Österreich stark von Importen abhängig. Fragen der Versorgungssicherheit werden in diesem Zusammenhang immer dringlicher.
Den größten Anteil am Ressourcenverbrauch machen die nicht-metallischen Mineralien mit 62% aus. Dabei handelt es sich vor allem um Baurohstoffe, deren flächenintensive Nutzung stark an das Wirtschaftswachstum gekoppelt ist. Die Verfügbarkeit dieser «Massenrohstoffe» wurde lange Zeit als unproblematisch eingestuft, jedoch verursachen Flächennutzungskonflikte zunehmend Engpässe bei der Bereitstellung dieser Rohstoffe.
Ressourcenverbrauch um den Faktor 1,7, Ressoruceneffizienz um den Faktor 2,5 gestiegen
Insgesamt ist der österreichische Ressourcenverbrauch in den letzten 50 Jahren um den Faktor 1,7 gestiegen. Gleichzeitig jedoch konnte die Ressourcen- effizienz um den Faktor 2,5 verbessert werden, also mit einer Tonne Ressourcen 2,5 mal mehr Wirtschaftsleistung erzielt werden. Dies war möglich, weil der Ressourcenverbrauch zwar gestiegen ist (+73%), die Wirtschaft mit ihrer Wachstumsrate aber deutlich darüber lag (+325%). Diese Entwicklung, die Österreich mit den meisten anderen Industrieländern teilt, wirft die Frage auf, wie eine Wirtschaft aussehen könnte, die nicht auf einen steigenden Ressourcenverbrauch angewiesen ist. Wohlstand und Lebensqualität verbunden mit einem rücksichtsvollen Umgang mit der Natur und ihren natürlichen Ressourcen sollten in den Mittelpunkt rücken. Daraus ergeben sich große Herausforderungen, die gleichzeitig enorme Chancen für Österreichs Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft bedeuten können.
Quelle: Lebensart.at



