Südwind KonsumentInnen-Umfrage: Fairness gewünscht
Das Weihnachtsgeschäft boomt und lässt auf den ersten Blick nichts zu wünschen übrig. Das dem nicht ganz so ist, beweist eine aktuelle Studie von Nielsen im Auftrag von Südwind.
Viele KonsumentInnen wünschen sich Bekleidung, Spielsachen, Computer und Blumen, die unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen hergestellt wurden und sind bereit dafür auch tiefer in die Tasche zu greifen.
Kinderarbeit, Löhne unter dem Existenzminimum, gesundheitsschädigende Arbeitsbedingungen und ungeregelte, zu lange Arbeitszeiten: Mit diesen Missständen müssen Millionen ArbeiterInnen der Bekleidungs,- Spielzeug,- Computer-und Blumenindustrie vor allem in asiatischen, afrikanischen und lateinamerikanischen Billiglohnländern leben. Die entwicklungspolitische Organisation Südwind macht in Österreich regelmäßig auf diese menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen aufmerksam und ließ im Herbst 2011 eine repräsentative Studie zu Ethischem Konsum vom Marktforschungsinstitut Nielsen auf Basis von 1000 Telefoninterviews erstellen.
Die Ergebnisse
Während bei Kleidung im Bezug auf schlechte Arbeitsbedingungen das Wissen in der Bevölkerung schon sehr verbreitet ist (88%), geben 59% an, auch im Bezug auf Spielzeug schon davon gehört zu haben. Weniger ausgeprägt ist das Problem-Bewusstsein bei Schnittblumen (33%), am geringsten ist es bei Computern/Hardware (22%) vorhanden.
80%-89% der Befragten finden es wichtig, dass die Bekleidung, Spielsachen, Computer und Blumen, die sie kaufen, unter Einhaltung sozialer Mindeststandards produziert wurden. Dass keine Kinderarbeit im Spiel ist, wünschen sich sogar 88%-92%. „Kinderarbeit ist vor allem dann ein Thema, wenn die Eltern zu wenig verdienen, um die ganze Familie ausreichend zu versorgen. In den Zulieferketten müssen endlich existenzsichernde Löhne bezahlt werden", unterstreicht Philip Doyle vom Südwind-KonsumentInnennetzwerk I SHOP FAIR. Drei Viertel der Befragten gaben an für sozial gerecht hergestellte Produkte mehr zu bezahlen, die Spanne liegt bei 21,2% (Computer) bis 24,9% (Spielzeug). „Der Anteil der Lohnkosten liegt nur im Cent-Bereich, somit würden sich Lohnerhöhungen nur marginal im Endverkaufspreis niederschlagen. Die Nachfrage ist da! Es liegt an den Unternehmen auf diese auch zu reagieren und in den Zulieferketten existenzsichernde Löhne zu garantieren", fordert Doyle.
Knapp drei Viertel der Befragten sind auf Nachfrage hin bereit, sich vor allem durch gezielte Käufe und Info-Weiterleitung an Freunde für die Einhaltung sozialer Mindeststandards einzusetzen, die Hälfte will aber auch aktiv Informationen einholen oder sich an Unterschriftenaktionen beteiligen. „Mit dem KonsumentInnennetzwerk I SHOP FAIR konnten wir in den letzten drei Jahren tausende Menschen erreichen und sie unterstützen sich aktiv für faire Arbeitsbedingungen einzusetzen. Dieses Engagement und die Ergebnisse der Umfrage haben uns gezeigt, dass neben Preis und Qualität auch faire Arbeitsbedingungen immer mehr zur Kaufentscheidung beitragen", freut sich Doyle.
Zur Zusammenfassung der Studie
Ähnliche Artikel:
- FAIRTRADE Adventskalender
- Erfolg für die FIAN Kampagne "Fair Flowers"
- FAIRTRADE Schwerpunkt in Radio und TV



