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23.01.2012

Die Macht des Käufers im Supermarkt

"Welt-Online" über die Macht beim Griff ins Regal: Wirtschaftsethiker halten die Macht der Konsumenten für unterschätzt. Mit ihrer Produktauswahl können Verbraucher viel Einfluss geltend machen.

 

In jüngster Zeit hat sich das Verhalten von Konsumenten stark verändert. Immer mehr Verbraucher legen Wert auf nachhaltige Produkte, die Einhaltung von Sozialstandards und faire Handelsbeziehungen. "Verantwortung" ist zu einem wichtigen Faktor des Konsums geworden. Doch wie viel Einfluss hat der Konsument tatsächlich auf nachhaltige Produktionsmethoden oder das Wohlergehen der Produzenten in Entwicklungsländern?

Der Kulturwissenschaftler Prof. Dr. Ludger Heidbrink hat nun zusammen mit Imke Schmidt und Björn Ahaus ein neues Buch mit dem Titel "Die Verantwortung des Konsumenten" herausgebracht. Der Band wirft einen aktuellen Blick auf die Grenzen des Wachstums und entwickelt Vorschläge für die nachhaltige Gestaltung der Zukunft. Die zentrale Aussage ist, dass Konsumenten mehr Macht und Einfluss haben als sie denken. Die Produktwahl im Supermarkt beeinflusst den Markt und wenn immer mehr Menschen zu Bio- und Fair Trade Produkten greifen sendet dies auch starke Signale an die Produzenten.

Ein Großteil der Deutschen sagt in Umfragen, dass sie bereit wären mehr Geld für ihre Lebensmittel auszugeben, wenn diese dann umweltfreundlicher und fairer hergestellt würden. Die Verkaufzahlen belegen jedoch dass der Marktanteil von solchen Produkten noch sehr niedrig ist. Professor Heidbrink erklärt diese Diskrepanz zwischen der Ambition verantwortungsvoll einzukaufen und dem realen Einkaufsverhalten mit Alltagsproblemen wie Zeitnot oder dem Preisvergleich, bei dem Öko-Produkte z.B. oft teuerer abschneiden.

Dabei hat der Konsument tatsächlich die Macht etwas zu bewegen. Indirekt kann eine Kaufentscheidung in Europa zu besseren Lebensbedingungen für Menschen in Afrika führen. Andersherum kann der gezielte Boykott einer Firma oder eines Produktes dazu führen, dass das Produkt vom Markt genommen wird oder die Firma zum Umdenken bewegt wird. Allerdings braucht es oft erst handfeste Skandale bis die Masse der Konsumenten sich zu einem Boykott entschließt. Hier könnte der Konsument in Zukunft noch mehr Verantwortung übernehmen.


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Quelle: welt.de

 


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(c) Lebensministerium / Rita Newman
(c) Lebensministerium / Rita Newman

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