Eier Ratgeber
Bei kaum einem Lebensmittel sind die Qualität und die Herkunft so deutlich nachvollziehbar wie bei frischen Hühnereiern. Schwieriger wird es bei versteckten Eiern, die zum Beispiel in Nudeln, Mehlspeisen und anderen verarbeiteten Lebensmitteln enthalten sind.
- Die Kennzeichnung - der auf dem Ei aufgedruckte Code verrät Ihnen die Art der Tierhaltung, Herkunftsland und Mindesthaltbarkeitsdatum. Die Zahl am Anfang des Codes steht für die Haltungsform (0=biologische Landwirtschaft, 1=konventionelle Freilandhaltung, 2=Bodenhaltung, 3=Käfighaltung). Eier aus Österreich sind mit den Kürzel „AT" gekennzeichnet.
- Achten Sie auf Bio-Siegel, wie das AMA-Bio-Gütesiegel oder das EU-Bio-Gütesiegel!
- Greifen Sie zu regionalen Produkten! Importierte Eier und Eierprodukte können von Hühnern aus Käfighaltung stammen.
In der Käfighaltung (auch bekannt als „Legebatterien") werden Hennen zu viert oder fünft in kleinen Drahtkäfigen gehalten. Jeder Henne stehen 550cm2 Platz zur Verfügung, das sind in etwa zwei Drittel eines DINA4-Blattes. Damit die Eier besser abrollen können, stehen die Hennen meist auf abgeschrägten Gitterböden. Üblicherweise stehen die Käfige in langen, bis zu fünfstöckigen Reihen.
Die Haltung von Hennen in Legebatterien ist in Österreich seit dem 01.01.2009 verboten.
Am weitesten verbreitet ist die Bodenhaltung in geschlossenen Ställen. Auf 1m2 Stall werden bis zu 6 Hennen gehalten, die Ställe sind mit Sitzstangen, Legenestern und Einstreu aus Stroh oder Holzspänen ausgestaltet. Nach dem kompletten Verbot der klassischen Käfighaltung in Österreich ist der Anteil an Eiern aus Bodenhaltung deutlich angestiegen, bei Freilandeiern und Bio-Freilandeiern allerdings unverändert geblieben. Unternehmen die ehemals mit klassischer Käfighaltung („Legebatterien") gearbeitet haben, wurden demnach nach dem Verbot nicht auf Freilandhaltung oder Bio-Freilandhaltung umgestellt.
Geltende Besatzdichten für die Haltung von Legehennen (ausgenommen Käfighaltung)
Nach dem österreichischen Tierschutzgesetz ist im Stall die Haltung von 7-9 Hennen pro Quadratmeter erlaubt, im Freien muss jeder Henne ein Auslauf von zumindest 8 m2 zur Verfügung stehen. Die BIO-Austria Richtlinie lässt den Tieren vergleichsweise noch etwas mehr Platz - Hier sind im Stall 6-7 Hennen pro Quadratmeter erlaubt, im freien beträgt der Auslauf 10 m2 pro Tier.
Im Vergleich dazu legt die EU-Bio-Verordnung einen sehr geringen Auslauf im Freien fest. Lediglich 4 m2 pro Henne, bei ebenfalls 6 Hennen pro Quadratmeter Stallfläche.
Für alle österreichischen Betriebe gilt das österreichische Tierschutzgesetz. Abgesehen davon gibt es noch zahlreiche Handelsmarken, die jeweils noch zusätzliche Richtlinien berücksichtigen.
Den Unterschied macht das Futter
Bio-Hennen haben nicht nur immer Zugang zu einem Auslauf und mehr Platz, sie werden noch zusätzlich mit Futtermitteln aus biologischem Anbau gefüttert. Der Unterschied zwischen Bio und Freiland liegt, neben kleinen Unterschieden beim Auslauf und bei der Anzahl der Tiere pro Quadratmeter, vor allem in der Fütterung der Tiere. Während Freiland-Hennen mit konventionellem Futter (wie Getreide, Eiweißfuttermittel und Körnerleguminosen) gefüttert werden, besteht das Futter von Bio-Hennen zu mindestens 85 Prozent aus kontrolliert biologischen Inhaltsstoffen. Dadurch steigt auch der Ankaufspreis bei Bio-Junghennen. Im Vergleich zu Käfig- oder Bodenhaltung entstehen so bei der Bio-Freilandhaltung deutlich höhere Kosten.
Bio erkennen und mitbestimmen
Durch den Kauf von Bio-Freilandeiern können KonsumentInnenen direkt bestimmen, unter welchen Umständen die Legehennen gehalten werden. Frische Schaleneier tragen im Lebensmittelhandel eine eindeutige Kennzeichnung, die KonsumentInnen über die Herkunft, die Art der Haltung und die Haltbarkeit informiert. Auf österreichischen Eiern steht das Kürzel „AT", die Ziffer am Anfang des Codes gibt Auskunft über die Art der Tierhaltung (0=biologische Landwirtschaft, 1=konventionelle Freilandhaltung, 2=Bodenhaltung, 3=Käfighaltung). Der Bio-Anteil bei Eiern liegt im Lebensmittelhandel bei 14,2 Prozent (Grüner Bericht 2009). Bei frischen Eiern ist durch diese Kennzeichnung die Herkunft eindeutig feststellbar. Schwieriger ist es bei Eiern die in verarbeiteten Produkten enthalten sind (z. B. Teigwaren), hier kann es sich leicht um billige Importeier aus Käfighaltung handeln.
Die „Kontrollstelle für artgerechte Nutztierhaltung" (KAN Link) ist die wichtigste Kontrollstelle für Eier aus Freiland- und Bodenhaltung. Das lückenlose Kontrollsystem prüft Eier und Eiprodukte vor Ort auf den Höfen und in weiterer Folge bei der Verpackung, Verarbeitung und Vermarktung.
Eier enthalten zahlreiche gesundheitsfördernde Inhaltstoffe wie Carotinoide (Vitamin A Vorstufe), Lecithin, Selen, Vitamin E, Vitamin B12 und Omega-3 Fettsäuren. Das hochwertige Protein in Eiern erzeugt ein lang anhaltendes Sättigungsgefühl und trägt so zur natürlichen Regulierung des Körpergewichts bei (ein großes Ei enthält nur rund 74 Kalorien).
„garantiert frei von Salmonellen", „besondere Frische" und „guter Geschmack" sind laut einer Konsumenten-Motivanalyse (RollAMA Mai 2008) die drei wichtigsten Qualitätsanforderungen die wir bei Eiern erwarten. Ungefähr die Hälfte der Befragten achtet auf Eier aus heimischer Erzeugung, kontrollierter artgerechter Tierhaltung oder Freilandhaltung.
- Eier enthalten viele gesundheitsfördernde Stoffe. Z.B. Lecithin und Vitamin B12 – die Verbindung verbessert Nervengewebe und Denkvermögen bei Alzheimerpatienten.
- Salizylsäure – zeigt antivirale Eigenschaften und wirkt antimikrobiell
- Omega-3-Fettsäuren haben eine positive Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System
- Cholin – Ein Ei enthält 23 % des Tagesbedarfs. Cholin unterstützt die normale Funktion aller Zellen (u. a. jene für Gehirn-, Nerven und Stoffwechselfunktion) und fördert die Entwicklung von Gehirn und Gedächtnisfunktionen bei Säuglingen.
Übersicht Ratgeber "Essen & Trinken"





