Schokolade Ratgeber
Heißgeliebt und oft verflucht – bei keinem anderen Nahrungs- und Genussmittel spielen emotionale Aspekte eine so große Rolle wie bei Schokolade! Woher und wie aber der Kakao für den Stimmungsmacher und Seelentröster zu uns kommt, wird noch viel zu wenig hinterfragt.
- Achten Sie beim Kauf von Schokolade auf FAIRTRADE-Gütesiegel und Kakao aus kontrolliert biologischem Anbau (z. B. gekennzeichnet mit dem EU-Bio-Logo) oder auf Bio-Handelsmarken!
Die Anbaugebiete von Kakaobohnen liegen rund um den Äquator, hauptsächlich in Süd- und Mittelamerika, Westafrika, Indien und Südostasien. In diesen Ländern stellt ausbeuterische Kinderarbeit nach wie vor ein großes Problem dar. Laut einer Studie des International Institute of Tropical Agriculture (www.iita.org) arbeiten allein über 250.000 Kinder auf westafrikanischen Kakaofarmen. Diese Situation begünstigt auch den Menschenhandel rund um die Anbaugebiete. Menschenhändler kaufen Kinder in Ländern wie Mali, Benin und Togo und verkaufen sie in den Nachbarländern Nigeria, Kabun, Kongo und an der Elfenbeinküste. Ca. 40 Prozent des weltweit gehandelten Rohkakaos kommen aus diesen Ländern.
Zwölf Stunden Arbeit am Tag, an sieben Tagen in der Woche, dazu kommen Beeinträchtigungen durch gesundheitsschädliche Pestizide - die Arbeitsbedingungen unter denen die Kinder leiden sind unmenschlich.
Umweltschäden durch Kakaoplantagen
Industrielle Kakao-Monokulturen sind sehr anfällig für Schädlinge und verlangen einen hohen Aufwand an chemischen Spritzmitteln. Kakao aus kontrolliert biologischer Produktion garantiert eine nachhaltige Bewirtschaftung der Flächen und einen sorgsamen Umgang mit den Ressourcen. Weltweit werden jährlich rund 3,5 Millionen Tonnen Kakao produziert. Der Anteil von Kakao aus biologischem Anbau beträgt dabei noch weniger als 0,5 %. Rund 15.500 Tonnen Kakao werden kontrolliert biologisch angebaut. Ein Großteil davon (5.500 Tonnen) stammt aus der Dominikanischen Republik.
Produkte die das FAIRTRADE Gütesiegel tragen, sind nach den internationalen Standards der Fairtrade Labeling Organizations International hergestellt und gehandelt. Die Richtlinien verbieten unter anderem Zwangs- und ausbeuterische Kinderarbeit. Im Handel legt die FLO faire Mindestpreise fest, die die durchschnittlichen Produktionskosten decken und unabhängig von Preisschwankungen gilt. Die Handelsbeziehungen zu Kleinbauern und Organisationen von Kleinbauern werden langfristig und direkt (ohne Zwischenhändler) angelegt. Zusätzlich nutzen die Produzenten nachhaltige Anbaumethoden, über 75 Prozent der FAIRTRADE Produkte ist bereits Bio-zertifiziert. Für Bioanbau und Sozialprojekte bekommen die Unternehmen eine Prämie. FAIRTRADE setzt Standards für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen in den Produktionsländern und fördert die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Unternehmer.
- Kaufen Sie qualitativ hochwertige Schokolade ohne künstliche Zusatzstoffe!
- Achten Sie auf Schokolade mit einem hohen Kakaoanteil! Zartbitterschokolade mit einem Kakaoanteil von mindestens 50 Prozent enthält Polyphenole, diese wirken antioxidativ und fangen freie Radikale ab. Bitterschokolade soll außerdem präventiv bei Herz- und Gefäßerkrankungen wirken.
- Das vielfach bei der Verarbeitung von Kakao zu Schokolade eingesetzte Sojalecithin kann cholesterinsenkend wirken und das Gedächtnis fördern.
- Auch wenn der Genuss von Schokolade kurzzeitig positive Wirkungen haben kann - Denken Sie daran: eine Tafel Schokolade (100g) hat zwischen 500 und 600 Kalorien. Mit bewusstem, kontrolliertem Genuss beugen Sie Gewichtsproblemen vor!
- Kaufen Sie Schokolade ohne zusätzliche Milch- und Fettanreicherungen! Milch verhindert die Aufnahme der gesundheitsfördernden Stoffe - Milchschokolade und weiße Schokolade haben keine positive gesundheitliche Wirkung.
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