Hygienepapiere Ratgeber
Die Verwendung von Hygienepapieren hat sich in vielen Bereichen wie der Name schon sagt, aus hygienischen Gründen, etabliert. Toilettenpapier, Papierhandtücher, Papiertaschentücher, Papierservietten und Wischtücher sind die hygienische Einweg-Alternative zu Mehrwegprodukten aus Stoff.
Die Einweg-Problematik
Hygienepapiere wie Toilettenpapier, Papierhandtücher, Taschentücher, Servietten und Haushaltsrollen werden meist nur einmal verwendet und anschließend entsorgt. Die in der Herstellung verwendeten Zellstoffe (Holz) gehen somit verloren, sie landen im Abfall oder in der Kanalisation. Im Idealfall sollten deshalb ausschließlich qualitativ minderwertige Altpapiere zum Einsatz kommen, da die Rohstoffe in der Papierkette anschließend nicht mehr weiter- und wiederverwendet werden können. In der Herstellung können pro verwendetem Kilogramm Altpapier bis zu 2,4 kg Holz eingespart werden, bei der Herstellung von Recyclingpapier kann der Energieaufwand zusätzlich halbiert werden. Im Gegensatz zur herkömmlichen Papierherstellung sinkt auch der Wasserverbrauch um bis zu zwei Drittel, es wird weniger CO2 ausgestoßen und weniger Abfall produziert. Prinzipiell ist jedoch ein bewusster, sparsamer Umgang mit Hygienepapier zu empfehlen.
Altpapier schützt Umwelt und Gesundheit
Für den europäischen Hygienepapiermarkt werden pro Jahr rund 25 Millionen Bäume gefällt, insgesamt liegt der europaweite Jahresverbrauch bei 5,5 Tonnen Hygienepapierartikeln. Jede und jeder Einzelne kommt dabei auf einen durchschnittlichen Verbrauch von 13 Kilogramm, das ist in etwa das Vierfache vom weltweiten Durchschnitt (WWF Deutschland, 2010). Bei der Herstellung von Hygienepapieren (Taschentücher, Servietten, Toilettenpapier), vor allem für den Privatbereich, verwenden die meisten Hersteller nur sehr geringe Mengen Altpapier.
Gütesiegel wie das Österreichische Umweltzeichen, der Blaue Engel und das EU-Eco-Label für Hygienepapiere garantieren die Einhaltung kontrollierter Richtlinien zu den verwendeten Rohstoffen und chemischen Zusatzstoffen, die in der Produktion zum Einsatz kommen:
- Produkte die mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet sind, bestehen zu 100 % aus Altpapier. Für Krepp-Toilettenpapier darf ausschließlich Altpapier aus mittleren und unteren Sorten eingesetzt werden. Chemikalien, die negative Einflüsse auf Gesundheit und Umwelt haben (z.B. Farbstoffe, Bleichmittel) unterliegen strengen Richtlinien. Außerdem müssen die Produzenten strenge Abluft- und Abwasseremissionsgrenzwerte einhalten.
- Produkte, die mit dem Blauen Engel ausgezeichnet sind, bestehen zu etwa 100 % aus Altpapier. Für Krepp-Toilettenpapier darf ausschließlich Altpapier aus mittleren und unteren Sorten eingesetzt werden. Hilfsstoffe die bei der Produktion verwendet werden, entsprechen der Empfehlung des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung. Optische Aufheller, krebserzeugende, erbgutverändernde und fortpflanzungsgefährdende Stoffe sind verboten.
- Das EU-Label erlaubt in der Produktion die Verwendung von Recycling- oder Nicht-Holz-Fasern, aber auch von Holzfasern aus nachhaltige Waldwirtschaft. Stoffe, die als umwelt- und gesundheitsschädlich eingestuft sind (Chlorgas, Formaldehyd), sind verboten oder unterliegen strengen Grenzwerten. Das Label begrenzt den Stromverbrauch pro Tonne produziertem Papier und verlangt Abfallmanagementsysteme in den Produktionswerken.
Die genauen Richtlinien der angeführten Labels finden Sie in der Labeldatenbank.
- Greifen Sie zu Produkten, die ganz oder zu großen Teilen aus recycelten Papieren bestehen, erkennbar an Gütesiegeln wir dem Österreichischen Umweltzeichen, dem Blauen Engel oder dem EU-Eco-Label.
- Vermeiden Sie Hygienepapiere, die gesundheitlich bedenkliche Inhaltsstoffe enthalten. Farbmittel, die Schwermetalle wie Quecksilber, Blei, Cadmium oder Chrom-VI enthalten können, sind ebenso verboten wie Stoffe, die als krebserzeugend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsgefährdend eingestuft sind.
- Achten Sie auf Papiere die nicht gebleicht wurden! Der Einsatz von Altpapier reduziert die Zerstörung der Wälder und reduziert den Energie-, Wasser- und Chemikalieneinsatz.
Weitere Tipps zum Thema Haushalt finden Sie in den Ratgebern Haushaltsreiniger, Wasch- und Geschirrspülmittel und Haushaltsgeräte.





