Unterhaltungselektronik Ratgeber
Bei einer nachhaltigen Betrachtung von Elektrogeräten, sind neben den Themen Energiesparen und energieeffizienter Betrieb, die in der Produktion verwendeten Ressourcen und Inhaltsstoffe der wichtigste ökologische Aspekt.
- Giftige Bauteile und Inhaltsstoffe
- Abschalten und Strom sparen
- Umweltbelastung durch Elektronikschrott
- Ressourcen schonen durch Recycling
- Einkaufstipps
Giftige Bauteile und Inhaltsstoffe
Unterhaltungselektronik und Mobiltelefone können eine ganze Reihe problematischer bzw. gesundheitsschädlicher Chemikalien enthalten. Diese Stoffe können bei der Nutzung des Geräts entweichen. Zudem können sie bei Produktion und Entsorgung freigesetzt werden und Umweltschäden (in Luft, Boden, Wasser und Nahrung) verursachen. Dazu zählen Chemikalien wie bromierte Flammschutzmittel, Phthalate (Weichmacher), Beryllium, Cadmium, Blei und Quecksilber. Die Liste der Gesundheitsschäden die mit diesen Stoffen in Zusammenhang gebracht werden, ist lang (u.a. Lern- und Gedächtnisstörungen, Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit, Berylliose, Nierenschäden). Erst wenige Elektronikhersteller verzichten bei der Herstellung auf besonders giftige Chemikalien.
Abschalten und Strom sparen
Die Zahl der elektronischen Geräte, die am Stromnetz hängen oder laufend aufgeladen werden müssen, nimmt ständig zu: Laptops, Mobiltelefone, Router und viele andere. Durch den Stand-by Betrieb entstehen enorme Energiekosten, der Betrieb sämtlicher österreichischer Elektrogeräte im Stand-by-Modus verbraucht jährlich 811 Gigawattstunden Strom - das entspricht der Jahresenergiemenge eines Donaukraftwerks. Mit Hilfe einer schaltbaren Steckerleiste oder intelligenten Steckerleisten (Nebengeräte werden mit dem Hauptgerät automatisch mit abgeschaltet: Master-Slave-Funktion) können Sie per Knopfdruck mehrere Geräte gleichzeitig vom Stromnetz trennen, und so hohe Stand-by-Verluste verhindern.
Geräte die über lange Strecken in Betrieb sind, aber nicht dauernd verwendet werden (z.B. PC oder Laptop im Büro) können meist ganz problemlos in einen Energiesparmodus geschaltet werden.
Umweltbelastung durch Elektronikschrott
In Österreich fallen jährlich ca. 100.000 bis 120.000 Tonnen Elektroschrott an, EU-weit sind es laut Schätzungen bis zu 10 Millionen Tonnen pro Jahr. Wiederverwendung und Recycling von einzelnen Bestandteilen sind Möglichkeiten zur Reduktion von Elektronikschrott. Bei der Ablagerung alter Geräte auf Deponien oder Verbrennung des Schrotts werden giftige Chemikalien frei und gelangen in die Luft und in den Boden. Aus diesem Grund ist die Entsorgung von Elektroschrott auf Mülldeponien bereits in vielen europäischen Ländern verboten.
Recycling spielt jedoch nicht nur bei den wachsenden Müllbergen eine wichtige Rolle. In elektronischen Geräten werden seltene Metalle verarbeitet, deren Vorkommen durch den industriellen Abbau schon stark reduziert wurden. Der Marktpreis für Indium (in Flachbildfernsehern) ist beispielsweise in den letzten 5 Jahren um das Sechsfache gestiegen. Der Preis für Ruthenium (in Festplattenlaufwerken) hat sich in nur einem Jahr versieben facht. Durch gut entwickelte Recyclingverfahren könnte ein Großteil dieser Rohstoffe wiederverwendet, und die Versorgung somit sichergestellt werden.
Ressourcen schonen durch Recycling
Bei der Herstellung von elektronischen Geräten wird bei jedem Endprodukt in der Produktion ein Vielfaches an Rohstoffen verbraucht (ein Standard-PC kostet z.B. 240 kg fossile Energieträger, 22 Kg Chemikalien und 1500 kg Wasser). Durch einheitliche und sichere Recyclingverfahren kann dieser Ressourcenbedarf verringert werden. Voraussetzung dafür ist allerdings immer die richtige Entsorgung des Geräts.
Einkaufstipps:
- Überprüfen Sie den eigenen Bedarf! Brauchen Sie wirklich ein neues Gerät? Funktioniert das alte Gerät noch gut? (70 % der Österreicher haben Handys zuhause liegen, die nicht mehr in Verwendung sind). Viele Geräte können repariert werden, bevor man sie endgültig entsorgen muss.
- Kaufen Sie energiesparende Geräte! Diese verbrauchen bis zu 70 % weniger Strom als konventionelle Geräte und sind in der Anschaffung meist nicht teurer. Erkundigen Sie sich nach den Energieeffizienzwerten des Geräts, im normalen Gebrauch und im Stand-by-Betrieb! Achten Sie bei Fernsehgeräten auf das Europäische Umweltzeichen!
- Achten Sie auf Hersteller, die in der Produktion keine giftigen Chemikalien verwenden! Labels wie das EU-Ecolabel und das deutsche Umweltzeichen beschränken den Einsatz umweltschädlicher und gesundheitsschädlicher Stoffe.
- Kümmern Sie sich um die richtige Entsorgung von alten Geräten! Bringen Sie alte Geräte zu Problemstoffsammelstellen, bei denen Elektronikschrott fachgerecht entsorgt werden kann!
- Überprüfen Sie auch den Bedarf am Arbeitsplatz! Vermeiden Sie überdimensionale Geräte! Notebooks sind leiser als PCs, arbeiten energieeffizienter und sind flexibel einsetzbar. Überlegen Sie die Anschaffung von Multifunktionsgeräten, so haben Sie einen Drucker, Scanner, Kopierer und ein Fax in einem, mit weniger Energieverbrauch im Vergleich zu den jeweiligen Einzelgeräten.
Mehr Tipps zum Thema Energiesparen finden Sie im Ratgeber Haushaltsgeräte.


