Dämmstoffe Ratgeber
Wärmedämmstoffe verhindern den Austritt von Wärme durch die Außenhülle eines Gebäudes. Zahlreiche umweltgeprüfte Dämmstoffe helfen effektiv beim Energiesparen ohne Nebenwirkungen auf Umwelt, Klima oder Gesundheit.
- Klimaschutz
- Energie sparen
- Ökologische Dämmstoffe
- Flammschutzmittel
- Einkaufstipps
Nachhaltiger Klimaschutz
Hohe Qualität, gute Umweltverträglichkeit und unbedenklich für die Gesundheit - diese Ansprüche sollten dauerhaft eingesetzte Dämmmaterialien im besten Fall erfüllen. Wenn der Einbau abgeschlossen ist, ist die Dämmung meist gar nicht mehr oder nur sehr schwer zugänglich. Deshalb ist es ganz entscheidend, dass durch hohe Qualität eine gleichbleibende Leistung, über die gesamte Lebensdauer des Gebäudes, zur Heizkosten- und somit zur Energieeinsparung erreicht wird. Minderwertige Wärmedämmungen machen, durch die Energie die beim Heizen verloren geht, bis zu 25% der CO2 Emmissionen aus. Überlegtes und nachhaltiges Dämmen zahlt sich aus, es trägt zum Klimaschutz bei und schont ganz nebenbei durch die gesparte Energie auch noch Ihre Brieftasche.
Energie sparen
Bei der Sanierung von Wohnungen und Häusern gibt es ein hohes Einsparpotenzial. In der konventionellen Sanierung von Altbauten durch Maßnahmen wie Wärmedämmung kann der Bedarf von Heizwärme um bis zu 70 % gesenkt werden, die CO2 Emissionen sinken dadurch ebenfalls um bis zu 70%. Bei der Sanierung auf Passivhausstandard gibt es sogar Einsparungspotenziale von bis zu 95%.
Die Verwendung von Dämmstoffen ist aufgrund der eingesparten Energie, für die Umwelt auf jeden Fall positiv zu bewerten. Im Handel sind zudem zahlreiche Materialen aus nachwachsenden Rohstoffen erhältlich. Bei der Auswahl des Dämmmaterials sollten zusätzlich noch Aspekte wie Energieaufwand bei der Herstelllung, umweltschonende Verarbeitung und Behandlung, Schadstofffreiheit, Emissionsverhalten und Langlebigkeit berücksichtig werden.
Zu den aus ökologischer Sicht empfehlenswerten Dämmstoffen gehören:
- Cellulosedämmplatten (Inhaltsstoffe: Zellulose aus Altpapier und Jute, Ligninsulfonat, Tallharz, Aluminiumsulfat, Borax, Borsäure)
- Celluloseflocken-Einblasdämmstoff (Inhaltsstoffe: Tageszeitungspapier, Borax, Borsäure)
- Hanfdämmplatten (Inhaltsstoffe: Flachs- und Hanfgarn oder Hanffasern, Polyesterstützfasern, Natriumkarbonat)
- Baumwoll-Dämmplatten (Inhaltsstoffe: reine Baumwolle (97 %), Borsalz (3 %))
- Baumwollflocken-Einblasdämmstoff (Inhaltsstoffe: reine Baumwolle (97 %), Borsalz (3 %))
- Glimmerschiefer-Schüttdämmstoff (Inhaltsstoffe: Glimmerschiefer (Eisen-Aluminium-Magnesium-Silikat))
- Schaumglas (Inhaltsstoffe: Quarzsand, Kali-Feldspat, Calciumcarbonat, Natriumkarbonat, Eisenoxid, Aufschäumung durch Kohlenstoffpulver)
- Flachsfaser-Dämmplatten (Inhaltsstoffe: Flachsfasern, Stärke, Borsalz, zum Teil Wasserglas)
- Holzfaser-Dämmplatte (Inhaltsstoffe: Hackschnitzle aus Fichten- und Tannenholz, Wasser, hergestellt nach DIN 68755)
- Blähperlitt-Schüttdämmstoff (Inhaltsstoffe: 100 % Perlitgestein, einzelne Produkte sind ummantelt mit Bitumen, Gips oder Parafinharz)
- Schafwolle-Dämmmatten (Inhaltsstoffe: Schafschurwolle (bei einigen Produkten 100 %), Naturkautschukmilch, Borsalz, Eisenoxid, Kalk, Tonerde)
- Hobelspan-Einblasdämmstoff (Inhaltsstoffe: Hobelspäne aus Nadelholz-Resthölzern, imprägniert durch Molke, Soda oder Zement)
- Kork-Dämmplatten (Inhaltsstoffe: Kork, korkeigenes Harz)
- Kokosrollfilz-Dämmstoff (Inhaltsstoffe: Kokosbastfasern, Ammoniumsulfat oder Borsalz als Flammschutz)
- Calciumsilikatplatten (Calciumoxid, Siliciumoxid, Cellulosefasern, Wasserglas)
- Schilfrohr-Leichtbauplatten (Inhaltsstoffe: Schilfrohr, Bindedraht, Laufdraht, Drähte nach DIN 177, verzinkt)
Flammschutzmittel
Zur Brandschutzvorsorge werden Dämmmaterialien mit unterschiedlichen organischen und anorganischen Chemikalien behandelt. Organische Flammschutzmittel bestehen in der Regel aus bromierten, halogenhaltigen bzw. halogenfreien phosphororganischen Verbindungen oder Chlorparaffinen. Anorganische Flammschutzmittel sind unter anderem Aluminiumtrihydroxid, Magnesiumdihydroxid oder Antimontrioxid. Ein Großteil dieser Stoffe hat neben brandhemmenden Eigenschaften problematische Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit. Im Fall, dass ein Brand nicht verhindert werden kann, bilden viele Flammschutzmittel bei hoher Hitzeentwicklung hochgiftige Brandgase und Brandfolgeprodukte. Nahezu alle im Handel erhältlichen Dämmstoffe sind in irgendeiner Form gegen Flammen behandelt, teilweise trifft das auch auf Öko-Dämmstoffe zu.
- Nutzen Sie das Know-How von ausgebildeten EnergieberaterInnen - diese können Sie bestmöglich über die Vor- und Nachteile sowie die ökologische Wertigkeit verschiedener Dämmstoffe unterstützen.
- Achten Sie auf zertifizierte Dämmstoffe mit Gütezeichen wie dem Österreichischen Umweltzeichen und dem Blauen Engel!
- Verwenden Sie Dämmstoffmaterialien, die umweltschonend sind, bei der Herstellung sollten keine Stoffe verarbeitet und freigesetzt werden, die einen negativen Einfluss auf die Umwelt haben oder gesundheitsschädlich sind.
- Achten Sie beim Kauf auf HFKW-Freiheit! HFKW (teilhalogenierte Fluor-Kohlenwasserstoffe) ist ein sehr schädliches Treibhausgas und darf noch immer in XPS-Platten verwendet werden. Auf vielen Produkten steht „FCKW-frei" bzw. „HFCKW-frei", da diese Treibhausgase aber gesetzlich verboten sind, ist diese Bezeichnung unnötig und irreführend.
- Kaufen Sie Dämmstoffe, die insgesamt betrachtet, während ihrer gesamten Lebensdauer mehr Energie einsparen, als bei Herstellung und Entsorgung aufgewendet werden muss. Dämmstoffe werden anhand des OI3- Index verglichen. Dieser stellt den Energieverbrauch bei der Herstellung der Energieeinsparung während der jeweiligen Lebensdauer gegenüber. Je niedriger der Index, umso besser die Bilanz. Fragen Sie Ihren Fachberater nach dem OI3-Index des gewünschten Produkts!
- Achten Sie auf schadstofffreie Dämmstoffe mit langer Lebensdauer. Bei einer langen Verwendungszeit gewinnen auch sehr kleine Schadstoffmengen an Bedeutung, das sollte Sie bei der Auswahl berücksichtigen. Am besten eignen sich also langlebige Produkte ohne gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe.
- Wählen Sie den richtigen Dämmstoff für den richtigen Bereich. Je nach Beschaffenheit (Platten, Filze, Matten, Schütt- und Einblasdämmstoffe), Brandschutzverhalten, Belastbarkeit, Haltbarkeit und Wärmeleitverhalten sind Dämmstoffe für unterschiedliche Bereiche besser oder weniger gut geeignet. Erkundigen Sie sich beim Fachmann nach dem Dämmstoff, der für Ihr Vorhaben am besten geeignet ist.


