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Farben und Lacke Ratgeber

Wandfarben, Lacke und Lasuren werden zur Beschichtung verschiedener Oberflächen im Innen- und Außenbereich verwendet.

 

Wandfarben
Lacke und Lasuren
Gesundes Wohnklima
Einkaufstipps
Gesundheitstipp

 

Während Wandfarben in erster Linie zur farblichen und dekorativen Gestaltung eingesetzt werden, dienen Lacke und Lasuren, neben dem ästhetischen Effekt, auch dem Schutz von Oberflächen (z. B. vor mechanischer Beanspruchung oder Witterungseinflüssen). Die Hauptbestandteile sind Farbpigmente, Bindemittel, Lösemittel und Konservierungsstoffe.

 

Wandfarben
Man unterscheidet Wandfarben im Allgemeinen durch die verwendeten Binde- und Lösemittel. Es gibt Dispersionswandfarben (Bindemittel: Kunstharzdispersion; Lösemittel Wasser), Leimfarben (Bindemittel: Leime, Kreide; Lösemittel Wasser), Kalkfarben (Bindemittel: Calciumhydroxid; Lösemittel: Wasser), Silikatfarben (Bindemittel: Wasserglas und oft Kunststoffdispersionen; Lösemittel: Wasser und organische Lösemittel) und Naturharzfarben (Bindemittel: Naturharze; Lösemittel: organische Lösemittel wie Balsamterpentinöl oder Citrusschalenöle).

Lacke und Lasuren
So wie Wandfarben, enthalten Lacke und Lasuren Pigmente, Binde- und Lösemittel, sie unterscheiden sich aber hauptsächlich durch die Art und Menge der enthaltenen Pigmente. Lasuren enthalten einen geringen Anteil an Pigmenten, beim Auftragen auf Holz scheint deswegen die Oberflächenmaserung durch. Sogenannte Deck- oder Buntlacke haben einen sehr hohen Pigmentanteil, die Oberfläche wird dadurch komplett abgedeckt. Lacke mit niedrigen Lösemittelanteilen, sind für Umwelt und Gesundheit weniger schädlich als Lacke mit hohen Lösemittelanteilen. Dispersionslacke (Lösemittelanteil bis 10%) und High-Solid-Lacke (Lösemittelanteil zwischen 10 und 20%) gelten als Lacke mit den geringsten nachteiligen Wirkungen auf Umwelt und Gesundheit.

 

Gesundes Wohnklima
Farben, insbesondere Wandfarben, werden im Wohnbereich meist großflächig eingesetzt. Durch den hohen Einsatz kann es zu einer Verunreinigung der Raumluft durch flüchtige organische Verbindungen kommen, die gesundheitsschädliche Auswirkungen haben kann. Dazu gehören unangenehme Geruchsempfindungen, Reizungen von Augenbindehaut und Schleimhäuten, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl und Müdigkeit. Langfristig können sich auch bleibende allergisierende oder allergieverstärkende, krebserzeugende oder fortpflanzungsgefährdende Wirkungen einstellen.
Als emissionsarm gelten Leim-, Kalk,- und Silikatfarben (im Gegensatz zu Dispersionswandfarben).
Bei Lacken und Lasuren sind, genau wie bei Wandfarben, Produkte mit niedrigen Lösemittelanteilen vorzuziehen. In Lacken die Bezeichnungen wie „Bio", „Öko" oder „Natur" tragen, sind ebenfalls Lösemittel enthalten. Sie bestehen zwar aus natürlichen Stoffen (wie z. B. Zitrusschalenöle), haben aber die gleichen Umweltwirkungen wie synthetische Lösemittel. Manche Lacke und Dispersionswandfarben enthalten Weichmacher, die schwerflüchtige organische Verbindungen beinhalten. Diese gasen, im Gegensatz zu leichtflüchtigen, nur langsam aus, und können sich in der Umgebung (z. B. im Hausstaub) ablagern.

 

Einkaufstipps:

  • Achten Sie auf Lacke die hinsichtlich Umweltverträglichkeit und Gesundheitsverträglichkeit geprüft und zertifiziert sind! Sie erkennen diese Produkte am Österreichischen Umweltzeichen, am deutschen Umweltzeichen (Blauer Engel), EU-Eco-Label und Natureplus.
      
  • Greifen Sie zu Produkten mit geringen Lösemittel- und Weichmacheranteilen! Kaufen Sie keine Farben und Lacke die Schwermetalle beinhalten! Erkundigen Sie sich bei Ihrem Fachberater, falls die Bestandteile auf der Verpackung nicht genau ersichtlich sind!
      
  • Achten Sie auf die Herkunft! Produkte die in der EU hergestellt wurden, unterliegen meist strengeren Auflagen und Richtlinien als Erzeugnisse aus Drittländern.
      
  • Fragen Sie nach Naturfarben! Diese werden auf Basis natürlicher Rohstoffe wie z. B. Lärchenkieferharz, Latschenkieferöl oder Kreide hergestellt.
      
  • Wählen Sie die passende Farbe zu der Oberfläche die Sie streichen möchten! Viele Produkte sind für „normale" Anwendungen, wie z. B. Innenräume, überqualifiziert, und enthalten Bestandteile, die für den Anwendungsbereich nicht notwendig wären.
      
  • Vorsicht bei Rostschutzmitteln! Obwohl die Herstellung von Pigmenten aus Schwermetallverbindungen wie Blei, Chrom oder Cadmium bei den meisten Farben und Lacken nicht mehr üblich ist, und durch weniger gefährliche Verbindungen ersetzt wurde, können Rostschutzmittel nach wie vor Schwermetalle enthalten.
      
  • Sorgen Sie dafür, dass alte Farben und Lacke fachgerecht entsorgt werden! Vollständig entleerte Gebinde können recycelt werden, eingetrocknete Reste gehören in den Hausmüll, Flüssige Reste müssen bei autorisierten Sammelstellen für Altlacke abgegeben werden.
      
  • Streichen Sie Oberflächen nur neu, wenn es unbedingt notwendig ist, und gehen Sie sparsam mit Farben und Lacken um! Während und nach dem Streichen empfiehlt es sich die Räume oder gestrichene Gegenstände ausgiebig zu lüften.
      

Gesundheitstipp:

  • Wählen Sie die Farben für Ihre Wohnräume nicht nur nach optischen Gesichtspunkten! Achten Sie auf Produkte die gesundheitlich unbedenklich sind, so fühlen Sie sich wohl in einem gesunden Zuhause!
 
Farben und Lacke

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