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Heimtextilien Ratgeber

Decken, Bettwäsche, Tischwäsche, Vorhänge, Handtücher… im Alltag ist man von vielen Textilerzeugnissen umgeben. Der gemeinsame Nenner: Die Entscheidung für Bio-, Naturtextilien, faire Produktionsbedingungen und schadstofffreie Verarbeitung liegt bei uns KonsumentInnen.

 

 

Bio Baumwolle schützt Mensch und Umwelt

Im konventionellen Baumwollanbau wird viel mit Pestiziden gearbeitet, und in der Weiterverarbeitung kommen noch zusätzlich verschiedene chemisch-synthetische Behandlungen dazu. Der Anbau erfolgt in der Regel in Monokulturen die die Böden auslaugen. Aus diesem Grund ist der Bedarf an Düngemitteln sehr hoch. Chemisch-synthetische Entlaubungsmittel kommen ebenso zum Einsatz wie gentechnisch veränderte Pflanzen. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO tragen jährlich bis zu 3 Millionen Menschen gesundheitliche Schäden durch einen überhöhten und unsachgemäßen Einsatz von Pestiziden davon. Schätzungen zufolge sind in Entwicklungsländern 550 Millionen Menschen den Giften der Baumwollproduktion ausgesetzt.
Bio-Baumwolle bedeutet:

 

  • Das Saatgut ist gentechnikfrei.

  • Chemisch-synthetische Düngemittel und Pestizide sind ausgeschlossen, Bio wird nicht in Monokulturen angebaut, es wird auf sinnvolle Fruchtfolge geachtet.

  • Die Ernte erfolgt von Hand, auf giftige Entlaubungsmittel wird verzichtet, Naturdünger und natürliche Schädlingsbekämpfung sind Standard.

„Bio", „kbA" (kontrolliert biologischer Anbau) und „organic" sind geschützte Begriffe, das heißt die Textilien müssen von einer anerkannten Kontrollstelle hinsichtlich der verwendeten Baumwolle zertifiziert sein. „kbT" (kontrolliert biologische Tierhaltung)bedeutet, dass die Wolle von Tieren stammt, die nach den Bio-Richtlinien gehalten werden.

 

Ressourcen schonen durch nachwachsende Rohstoffe

Natürliche Fasern aus nachwachsenden Rohstoffen, wie zum Beispiel Baumwolle, helfen Ressourcen zu sparen. Aber auch Synthetikfasern, die aus natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen (z.B. Getreidestärke) bestehen, belasten die Umwelt deutlich weniger, und sind zudem kompostierbar und wiederverwertbar.

 

Ökologische Weiterverarbeitung

Die biologische Produktion textiler Rohstoffe (wie Baumwolle, Wolle oder Leinen) ist nur ein Aspekt ökologischer Textilien. Genauso wichtig ist die Art der Verarbeitung.
Selbst Naturfasern mit 100 Prozent Baumwolle können gesundheitsschädliche Substanzen enthalten. Diese werden den Naturfasern hinzugefügt, um die Stoffe knitterfrei, weich und bunt zu machen. Darunter sind Farbstoffe, Formaldehyd, Chlorbleichmittel und optische Aufheller, rund 10-15 Prozent solcher Chemikalien bleiben im Stoff.

Fair gekleidet mit Umweltstandard

Mehr als 10 Millionen Menschen leben in Westafrika, einem der größten Anbaugebiete der Welt, allein vom Baumwollanbau. Da die Weltmarktpreise für Baumwolle stark schwanken, ist die Existenz vieler kleinbäuerlicher Familien nicht gesichert.


Der faire Handel unterstützt nicht nur die ProduzentInnen in den Entwicklungsländern durch eine faire Bezahlung, sondern auch die Natur und wir selbst profitieren durch

 

  • die beste Baumwollqualität (hohe Qualitätsstandards),

 

  • das gentechnikfreie Saatgut,

  • den kontrollierten Warenfluss,

  • die nachhaltige Anbaumethoden bis hin zum Bioanbau,

  • die Förderung kleinbäuerlicher Strukturen und

  • den Schutz der Böden, der Gewässer und des Weltklimas.

Die Produzenten erhalten faire Preise unabhängig von stark schwankenden Weltmarktpreisen. So können sie eigenverantwortlich wirtschaften, ihre Existenz weitgehend sichern und menschenwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen schaffen. Mit dem Kauf FAIRTRADE-zertifizierter Produkte leisten Sie einen Beitrag zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Kleinbauernfamilien und zur Vermeidung ausbeuterischer Kinderarbeit.

 

Regionale Textilien aus Flachs, Hanf und Wolle

Ein Textilstück wird im Rahmen der Initiative „Bewusst kaufen" als „regional" bezeichnet, wenn die Arbeitsschritte von der Rohstoffproduktion bis zum fertigen Textil vorrangig in Österreich stattfinden. Zwar kann Baumwolle aus klimatischen Gründen nicht angebaut werden, die Produktion der alten Kulturpflanzen Flachs (für Leinen) und Hanf ist aber wesentlich umweltfreundlicher - etwa beim Wasserbedarf. Die etwas gröbere Schafwolle aus österreichischer Produktion wird meist für Decken und -füllungen, Filz- und Walkwaren sowie für Dämmstoffe verwendet.

Bis Sie ein Kleidungsstück im Geschäft kaufen können, sind zahlreiche Produktionsschritte erforderlich:

 

  • Anbau/Herstellung der Rohstoffe: Wolle, Hanf oder Flachs

 

  • Verspinnen der Fasern zu Garn

  • Weben oder Stricken des Garns zum Gewebe

  • Färben oder Bedrucken des Gewebes

  • Konfektionieren: Zuschneiden und Nähen

Der Kauf von regional produzierten Textilien unterstützt heimische, meist kleine Betriebe, und sichert so Arbeitsplätze in der Region. Ganz nebenbei wird dabei traditionelles Handwerk und Wissen bewahrt und fortgeführt.

 

Herkunft und Produktion von Gänsedaunen
  

Viele Mastgänse werden nach ihrer Schlachtung zum ersten Mal gerupft. Meist maschinell, hin und wieder auch noch per Hand. Aus Tierschutzsicht ist der Maschinenrupf unproblematisch, da die Tiere nach der Schlachtung keine Schmerzen mehr spüren. Daunen die mit der Hand gerupft werden, werden weniger beschädigt als mit der Maschine und sind qualitativ hochwertiger.

 

Anders verhält es sich beim Lebendrupf (in Ungarn: Pusztarupf). Die Gänse werden dabei  von Februar bis November bis zu vier Mal gerupft, die Daunen wachsen regelmäßig nach. In den meisten Betrieben werden die Tiere gleichzeitig gemästet, um jede Gans doppelt nutzen zu können. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um Gänse aus der Stopfleberproduktion. Beim Rupfvorgang werden die Arbeiter pro Stück bezahlt, für das Wohl der Tiere bleibt dabei keine Zeit. Gebrochene Beine, Flügel und offene Wunden sind nicht selten. Für die Gänse stellt diese Behandlung eine enorme Stresssituation dar, die häufig zu Folgeerkrankungen führt. Der Lebendrupf ist in der EU verboten.

 

Einige österreichische Betriebe garantieren mittlerweile, dass in ihren Produkten keine Daunen aus Lebendrupf verarbeitet werden. Damit wird aber keine Aussage darüber getroffen wie diese Tiere gehalten werden, bzw. ob sie bereits zu Lebzeiten gerupft wurden. Seitens der Daunenverarbeiter gibt es keinen Überblick, woher diese Daunen kommen. Für die VerbraucherInnen ist auf Grund nicht vorhandener firmenunabhängiger Gütezeichen zur Daunenherkunft zudem nicht erkennbar, ob als "aus Totrupf" deklarierte Ware tatsächlich aus entsprechenden Betrieben stammt, und ob "Handrupf-Daunen" aus Betrieben kommen, die sich an den Zyklus der Mauser halten und möglichst tiergerecht mit ihrem Geflügel umgehen, oder nicht. Für tierschutzbewusste KonsumentInnen ist es besser, ganz auf Daunenprodukte zu verzichten. Es gibt mittlerweile zahlreiche Alternativen.

 

Einkaufstipps:

 

  • Achten Sie auf Gütezeichen für schadstoffgeprüfte und umweltfreundliche Textilien wie „Textiles Vertrauen - Schadstoffgeprüft nach Öko-Tex Standard 100 Plus" (nicht zu verwechseln mit dem Öko-Tex Standard 100).

  • Achten Sie auf Stoffe, die keine gesundheitlich bedenklichen Substanzen enthalten und mit Fasern (pflanzlich, tierisch) aus biologischer Landwirtschaft oder Tierhaltung hergestellt werden!    

  • Entscheiden Sie sich für fair gehandelte Textilien! Diese garantieren die Einhaltung sozialer Standards bei der Erzeugung und Verarbeitung, sowie angemessenes Gehalt, faire Arbeitszeiten, keine Kinderarbeit, gesundheitliche Standards.

  • Achten Sie auf die Langlebigkeit der Stoffe! Qualitätsprodukte bestehen aus hochwertigen Materialien und sind besser verarbeitet.

  • Erkundigen Sie sich nach der Recyclierbarkeit der Stoffe!


Energiespartipp

  • Durch das Anbringen von Vorhängen oder Dekorationsstoffen, können Sie die Isolierung der Fenster unterstützen. Die Stoffe verringern die Abgabe von Wärme aus den Innenräumen nach außen.

 

Weitere Informationen zur Produktion und Weiterverarbeitung von Textilien finden Sie auch im Ratgebertext  Kleidung.

 

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