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Holzwerkstoffe Ratgeber

Holz ist der wichtigste nachwachsende Rohstoff der vielfältig eingesetzt werden kann. Heute ist die Rolle des Waldes (CO2-Speicher) als wesentlicher Faktor des Klimaschutzes klar.

 

 

Holzwerkstoffarten
Man unterscheidet Holzwerkstoffe anhand der bei der Herstellung verwendeten Strukturelemente. Es gibt Werkstoffe auf Vollholzbasis (z. B. Brettsperrholz oder lamelliertes Holz), Furnierwerkstoffe (z. B. Multiplex-Platten oder Furniersperrholz), Spanwerkstoffe (z. B. Spanplatten), Faserwerkstoffe (z. B. MDF-Platten) und Verbundwerkstoffe (bestehen aus verschiedenen Materialien wie Holz, Kunststoffen, Papier, Beton...).
Holzwerkstoffe werden hauptsächlich in der Bau- und Möbelindustrie eingesetzt.

 

Nachhaltige Holzgewinnung
Ein Wald erfüllt viele wichtige Funktionen auf ein Mal. Er dient als Lebensraum und Schutz für viele Tierarten, als Erholungsraum für den Menschen und liefert gleichzeitig wertvolle Rohstoffe. Zudem speichern die Bäume große Mengen an CO2, und sind somit ein wichtiger Faktor für den Klimaschutz. Um das Ökosystem Wald mit all seinen Funktionen zu erhalten, erfolgt nachhaltige Rohstoffgewinnung ohne schädliche Eingriffe, also ohne langfristige und irreparable Schäden an Pflanzen- und Tierwelt zu hinterlassen (Siehe Absatz FSC und PEFC).

 

Holzproduktion in Österreich
Die Waldbewirtschaftung in Österreich ist ein bedeutender, traditionell gewachsener Wirtschaftsfaktor.  An der Holzproduktion hängen zudem noch weitere Wirtschaftszweige wie Säge-, Platten- und Papierindustrie, Bauwirtschaft und energetische Nutzung. Mit 47% der gesamten Bundesfläche, ist Wald eindeutig das dominierende Landschaftselement in Österreich. Laut österreichischer Waldinventur (ÖWI) sind die heimischen Wälder stetig im Wachstum begriffen.

 

FSC und PEFC
Bei Holzprodukten die nicht zertifiziert sind, kann die Herkunft und Verarbeitungsart nicht eindeutig nachvollzogen werden. Holz und Holzprodukte die das FSC (Forest Stewardship Council) Gütezeichen tragen, stammen aus garantiert umweltverträglicher und sozialverträglicher Waldwirtschaft. Die FSC Richtlinien berücksichtigen außerdem noch die Erhaltung von Wäldern mit hohem Schutzwert, der Zustand der Wälder wird regelmäßig kontrolliert und bewertet. Die nachhaltige Bewirtschaftung zielt auf den Erhalt der biologischen Vielfalt, der Ökosysteme, Landschaften und ökologischen Funktionen der Wälder ab und sorgt für höhere ökonomische und soziale Standards für ArbeitnehmerInnen und die lokale Bevölkerung. Produkte aus Tropenholz sollten unbedingt das FSC-100%-Gütezeichen tragen. Vorsicht bei FSC-MIX - bei dieser Kennzeichnung muss nur ein bestimmter Prozentsatz an FSC-Holz enthalten sein. Dabei erfüllt nur ein kleiner Teil des Produkts die Nachhaltigkeitsanforderungen. Bei der Verwendung von Holwerkstoffen aus tropischen Hölzern, sollte unbedingt auf das FSC-Gütezeichen geachtet werden!
Das PEFC-Gütezeichen steht für Erhaltung und allgemeine Verbesserung der Waldressourcen und kennzeichnet Holz aus regionaler und nachhaltiger Waldwirtschaft. Bei der Holzgewinnung wird darauf geachtet, dass die Gesundheit und Vitalität der Wälder aufrecht erhalten wird. PEFC garantiert nach seinen Richtlinien auch den Schutz der biologischen Artenvielfalt des Waldökosystems.

Schadstoffe in Holzwerkstoffen
In Holzwerkstoffen und Holzprodukten können Stoffe enthalten sein, die eine schädliche Wirkung auf Umwelt und Gesundheit haben:

  • Formaldehyd: wirkt reizend auf Schleimhäute und kann zu Atembeschwerden, Kopfschmerzen und Unwohlsein führen. Formaldehyd wird für den Menschen als krebserregend eingestuft.
     
  • Flüchtige und schwerflüchtige Organische Verbindungen (Aldehyde, Terpene) und kurzkettige Carbonsäuren (Essigsäure, Ameisensäure).
     
  • Lösungsmittel in Lacken und Klebern können ausdampfen und über Haut und Atemluft aufgenommen werden. Mögliche gesundheitliche Folgen sind zum Beispiel Reizungen der Haut und Atemwege, Schwindel und Übelkeit.
     
  • Bedenken gibt es auch wegen flüchtigen organischen Verbindungen, die direkt aus dem Holz stammen (z. B. Terpene).
      
  • In Rezyklierungsprozessen werden oft Stoffe beigemischt, die häufig nicht ausreichend toxikologisch untersucht sind.
     
  • Zum Einsatz kommen häufig auch Flammschutzmittel, Holzschutzmittel, Weichmacher, Bindemittel oder Zusätze, die zwar die Härte des Holzes verbessern, aber gesundheitsschädliche Auswirkungen haben können.
      

Beim ökologisch korrekten Bauen wird grundsätzlich darauf geachtet, dass keine Holzwerkstoffe zum Einsatz kommen, die großflächige, gesundheitsschädliche Klebstoff- oder Leimanteile enthalten.

 

Einkaufstipps:
  

  • Verwenden Sie Holzprodukte aus regionalem Holz, das aus ökologischer Waldbewirtschaftung stammt, erkennbar an den Gütezeichen FSC (100%) und PEFC. Wenn die Herkunft des Holzes nicht angegeben ist, erkundigen Sie sich bei Ihrem Fachberater!
  • Achten Sie auf Gütezeichen, die schadstoffarme und gesundheitlich unbedenkliche Produkte kennzeichnen, wie das Österreichische Umweltzeichen, den Blauer Engel und NaturePlus. Das ÖkoControl Gütezeichen kennzeichnet Holzprodukte mit formaldehydfreier Verleimung.

 

  • Greifen Sie zu Produkten, die möglichst kein Tropenholz enthalten. Produkte aus Tropenholz sollten unbedingt das FSC-100%-Gütezeichen tragen. Vorsicht vor FSC-MIX - bei dieser Kennzeichnung muss nur ein kleiner Prozentsatz an FSC-Holz enthalten sein.
     
  • Achten Sie auf umweltfreundliche Verpackung, es sollten keine halogenhaltigen Polymere in der Verpackung sein!
     
  • Kaufen Sie langlebige Produkte mit hoher Qualität und achten Sie auf fachgerechte Entsorgung von alten Holzwerkstoffen, z. B. durch Wiedereingliederung in den natürlichen Kreislauf oder thermische Nutzung!
      
  • Bauen Sie mit Holz! Ein Kubikmeter Holz enthält rund eine Vierteltonne Kohlenstoffe. Während des Wachstums hat der Baum also ca. 1 Tonne Kohlendioxid aus der Atmosphäre gezogen. Ein Holzrahmenhaus mit 180 m2 Wohnfläche speichert über eine Lebensdauer von rund 100 Jahren ungefähr 60 Tonnen Co2.
      

Weitere Informationen rund um das Thema Holz finden Sie in den Ratgebern Holzmöbel, Bodenbeläge und Gartenprodukte.

 
 
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