Wasser- und energiesparende Sanitärarmaturen Ratgeber
Im internationalen Vergleich steht Österreich, was Trinkwasserversorgung und Qualität betrifft, zweifellos an der Spitze. Das Trinkwasser in Österreich besteht zu 49 % aus frischem Quellwasser und zu 50 % aus Grundwasser.
Sauberes, genießbares Grundwasser und eine ständige Versorgung sind hier kaum ein Thema.
Wasser- und energiesparende Armaturen
Doch auch hier kann es zeitweise in bestimmten Regionen zu Wassermangel kommen, wie etwa durch große Hitze im Sommer, ausbleibende Niederschläge oder wenn Gewässerregulierungen den Austausch mit dem Grundwasser stören.
Ein bewusster, sparsamer Umgang mit Trinkwasser schont die natürlichen Ressourcen unseres Lebensraumes. Neben vielen Möglichkeiten, Trinkwasser zu sparen gibt es auch alternative Wasserquellen, die im Haushalt genutzt werden können.
Der durchschnittliche Trinkwasserverbrauch pro Tag liegt in Österreich bei 150 Litern, verglichen mit anderen EU Staaten (Frankreich: 112 Liter, Italien: 213 Liter) liegen die ÖsterreicherInnen im Mittelfeld. Im internationalen Vergleich gibt es extreme Unterschiede: Während ein durchschnittlicher Haushalt in Indien mit rund 25 Litern Wasser auskommen muss, verbraucht ein US-Amerikaner im Schnitt 400 Liter pro Tag. Dabei fällt dDer größte Teil dieser Menge fällt auf Bereiche wie Waschen, Duschen oder Toilettenspülungen. Nur 3 Liter Trinkwasser werden durchschnittlich tatsächlich getrunken oder verkocht!
Verschieden Armaturen und Geräte erleichtern einen sparsamen Umgang mit Trinkwasser. Sie regulieren den Wasserbrauch, schonen Ressourcen und senken die Kosten, gleichzeitig bleibt der gewohnte Komfort erhalten. Bei niedrigerem Wasserverbrauch sinkt auch der Energiebedarf für die Aufbereitung von Warmwasser.
Wasserverbrauch regulieren
Durchflussregler sind eine einfache und kostengünstige Möglichkeit, den Wasserverbrauch zu reduzieren. Dazu werden ringförmige Metalleinsätze am Auslass des Wasserhahns oder des Duschkopfes angebracht, die den Querschnitt verringern, und dadurch die Wassermenge reduzieren, die aus dem Hahn fließt. Durch die einfache Anwendung können Durchflussregler auch nachträglich auf älteren Armaturen angewandt werden. Oft werden Durchflussregler in Kombination mit Luftsprudlern oder Perlatoren eingesetzt. Das sind sogenannte „Strahlregler“, die den Wasserstrahl formen und regulieren. Dadurch verändert sich der gefühlte Wasserstrahl nicht, auch wenn die Wassermenge um bis zu 50 % verringert wird. Dadurch verringert sich der Verbrauch einer Dusche beispielsweise von 20-25 Liter auf 9-12 Liter pro Minute, bei Waschtischarmaturen senken Sie den Verbrauch von 12-15 Litern auf bis zu 6-8 Liter pro Minute.
Wasser sparen und Kosten senken
Nicht nur Wasser, sondern auch Energie und Geld sparen, kann man mit Hilfe von Einhebelmischern mit Eco-Funktionen. Durch eine eingebaute Heißwasserbremse wird bis zu 30 % weniger Energie verbraucht, die Energiekosten die beim Aufheizen des Wassers entstehen, sinken. Zusätzlich reguliert noch eine Mengenbremse den Wasser- und Energieverbrauch, die Wassereinsparung liegt dabei ebenfalls bei bis zu 30 %. Die Kombination aus Wasser- und Energiesparen kommt auch in Thermostatbatterien zum Einsatz. Die Mischbatterie ist thermostatisch geregelt und gewährleistet eine konstante Mischtemperatur. Durch eine integrierte Mengensperre wird der Wasserverbrauch reguliert, eine Heißwassersperre fixiert die Höchsttemperatur auf 38-40°C.
Noch mehr Wasser sparen Selbstschlussarmaturen, elektrische Armaturen bei denen der Wasserauslauf nach einer bestimmten Zeit automatisch endet. Zeit und Wassermenge können, je nach Bedarf, voreingestellt werden. Mit Selbstschlussarmaturen werden sogar bis zu 70 % des ursprünglichen Wasserverbrauchs eingespart.
Bei Duschen kann zusätzlich noch ein Sparduschkopf den Wasserverbrauch reduzieren. Sparduschköpfe arbeiten dabei nach demselben Prinzip wie Luftsprudler, eine geringere Wassermenge erscheint dadurch größer.
Bei Toilettenspülungen stößt man einerseits auf ein hohen Wasserverbrauch (rund ein Drittel des Tagesbedarfs im Haushalt), andererseits gibt es hier, mit bis zu 60 %, auch die größten Einsparpotenziale. Ältere Spülkästen benötigen pro Spülung zwischen 9 und 14 Liter Wasser. Neuere, wassersparende Spülkästen brauchen im Schnitt nur noch 6-9 Liter pro Spülung, und verfügen zudem meist noch über Spar- bzw. Stoptasten. Über den Füllstand im Inneren des Spülkastens, kann die Standardfüllmenge eingestellt werden - die optimale Menge sind 6 Liter.
Für ältere Spülkastenmodelle gibt es auch Möglichkeiten für eine einfache und kostengünstige Umrüstung. Erkundigen Sie sich im Fachhandel, welche Möglichkeiten sich für Ihr Modell anbieten!
Eine weitere Möglichkeit für Sparmaßnahmen bei der Toilettenspülung, ist ein Druckspüler. Dabei wird kein Spülkasten benötigt, der sich nach jeder Spülung neu füllt. Druckspüler sind direkt an die Wasserleitung angeschlossen, und ermöglichen auf Knopfdruck eine sehr genaue Dosierung der Wassermenge. Da für Druckspüler ein gewisser Mindestdruck in der Wasserleitung erforderlich ist, ist es auch hier empfehlenswert, sich im Fachhandel zu informieren.
- Achten Sie vor allem in Dusche, Bad und WC darauf, dass umweltzertifizierte, wassersparende Armaturen – leicht zu erkennen z. B. am österreichischen Umweltzeichen – zum Einsatz kommen,. An diesen Stellen ist im Haushalt der Wasserverbrauch am höchsten!
- Erkundigen Sie sich nach wassersparenden Spülkästen, damit können Sie bis zu 8 Liter pro Spülung sparen!
- Fragen Sie nach! Bei vielen Sanitärarmaturen gibt es kaum Unterschiede zwischen wassersparenden und konventionellen Modellen, den Preisunterschied macht sehr oft nur das aufwendige Produktdesign aus!
- Achten Sie auf zertifizierte, wassersparende Armaturen. Diese erkennen Sie z. B. am Österreichischen Umweltzeichen (für Wasser- und Energiesparende Sanitärarmaturen) oder am Blauen Engel (für wassersparende Spülkästen).
- Vergewissern Sie sich, dass Ihre Sanitärarmaturen richtig funktionieren! Ein tropfender Wasserhahn verschwendet täglich bis zu 17 Liter Wasser, eine rinnende WC-Spülung ca. 40 Liter. Kontrollieren Sie dafür auch Ihren Wasserzähler! Sofern Sie über Nacht keine Wasserverbraucher laufen haben, sollte dieser stehen bleiben.
- Duschen statt Baden! Bei einer sechsminütigen Dusche verbrauchen Sie ungefähr 70 Liter Wasser, im Gegensatz dazu benötigt man für ein Vollbad rund 200 Liter.
- Lassen sie Waschmaschinen nicht halbvoll laufen! Üblicherweise wird bei jedem Waschgang die gleiche Menge Wasser verbraucht. (Bei bestimmten modernen Geräten wird die Wassermenge an die Füllmenge angepasst).
- Mit einer Wasseruhr lässt sich der tatsächliche Wasserverbrauch im Haushalt aktuell überprüfen. Sie sparen zwar dadurch nicht direkt Wasser, haben Ihren Verbrauch aber im Blick und können auch überprüfen ob eingebaute Sparmaßnahmen auch Wirkung zeigen!


