Gartenprodukte Ratgeber
Das Angebot an Produkten für die nachhaltige und umweltschonende Gestaltung und Pflege des eigenen Gartens wächst beständig. Eine große Auswahl gibt es im Bereich der Substrate, Dünger, Pflanzenschutzmittel, beim Saatgut und bei Holzprodukten. Bei den Gartengeräten ist das Amgebot noch überschaubar.
- Natürlicher Pflanzenschutz - Einkaufstipps
- Bio-Saatgut - Einkaufstipps
- Pflanzenstärkungsmittel und Dünger - Einkaufstipps
- Substrate - Einkaufstipps
- Holzprodukte - Einkaufstipps
- Wetterfeste Gartenprodukte - Einkaufstipps
- Umweltschonende Geräte - Einkaufstipps
- Nachhaltiges Gartenzubehör - Einkaufstipps
Natürlicher Pflanzenschutz
In einem naturnah gestalteten Garten ist es oft sinnvoll die in der Region heimischen, natürlichen Gartenbewohner zu fördern. Vögel und Insekten sind der nachhaltigste Pflanzenschutz den es gibt, in vielen Fällen fehlen jedoch die geeigneten Verstecke und Nistplätze. Durch das Anbringen von Vogelnistkästen, Futtersystemen oder Insektenhotels kann die Artenvielfalt in einem Garten gefördert werden.
Ein Insektenhotel ist schnell selbst gebaut, dabei handelt es sich um einen Bereich, der Insekten einen geschützten Lebensraum bieten, wie z. B. ein alter Baumstamm mit vielen Löchern.
- Verwenden Sie nur Nützlinge, die für die Anwendung in Ihrer Region vorgesehen und zugelassen sind. Die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährung (AGES) prüft alle in Österreich erhältlichen Nützlinge.
- Falls Sie ausländische Nützlinge einsetzen möchten, erkundigen Sie sich vorher bei der AGES (www.psm.ages.at) über die Zulassung.
- Halten Sie sich an Empfehlungen von Tier- und Artenschutzorganisationen und Umweltberatungsstellen (siehe weiterführende Links), diese Produkte sind für die jeweilige Tierart optimal geeignet.
- Achten Sie nach Möglichkeit auf Produkte aus natürlichen Materialien wie Holz, da diese in den Naturkreislauf rückgeführt werden können.
- Kaufen Sie Produkte, die in der EU hergestellt wurden, das garantiert soziale Mindeststandards bei der Herstellung.
Reicht ein natürlicher Pflanzenschutz durch Nützlinge nicht aus, sollten ausschließlich biologische Mittel eingesetzt werden. Das sind zum Beispiel Produkte auf natürlicher, pflanzlicher Basis wie Fenchelöl, Pechnelkenextrakt, Präparate auf Rapsölbasis, Algenextrakt oder Schmierseifen.
- Verwenden Sie natürliche Produkte auf pflanzlicher Basis die auch im biologischen Landbau zugelassen sind oder mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifiziert sind.
- Verzichten Sie auf nicht zertifizierte Anbieter, die mit Bezeichnungen wie „natürlich" oder „nützlingsschonend" locken!
Eine Alternative mit der sie komplett auf Spritzmittel verzichten können, sind mechanische Pflanzenschutzvorrichtungen. Schneckenzäune, Abdeckfolien, Insektengitter und Ameisen- bzw. Wühltierabwehrgeräte schützen rein mechanisch, ohne zusätzliche Stoffe.
- Für Schneckenzäune bietet sich Stahlblech oder Kupfer an. Auf Kunststoff sollte im Allgemeinen so weit wie möglich verzichtet werden.
- Bevorzugen Sie Solar- oder windbetriebene Ameisen- und Wühltierabwehrgeräte.
Bio-Saat für natürliche Vielfalt
Saatgut aus biologischer Produktion ist ungebeizt, und stammt von gentechnikfreien Pflanzen die, zumindest in einer Generation, biologisch gewachsen sind. Pflanzen die an die regionalen Bedingungen des Standorts (Höhenlage, Klima, Boden) angepasst sind, sollten im eigenen Garten bevorzugt gewählt werden.
- Achten Sie auf biologisch zertifiziertes Saatgut und Saatgut aus biologisch arbeitenden Gärtnereien!
- Verwenden sie Saatgut, das zum Standort und den regionalen Gegebenheiten passt!
Pflanzenstärkungsmittel und Dünger
Will man einen Garten ganz natürlich und umweltschonend bewirtschaften, ist die Verwendung von Dünger und Pflanzenstärkungsmitteln eine heikle Angelegenheit. Schnelllösliche synthetische Dünger zerstören das ökologische Gleichgewicht des Bodens und führen zur Verschmutzung des Trinkwassers. Auch organische Düngemittel sollten im eigenen Garten nur bei Bedarf und sparsam eingesetzt werden. Organische Dünger sind beispielsweise Kompostpräparate, Kräuterextrakte, verrotteter Mist, Regenwurmkot oder andere Präparate aus pflanzlichen Bestandteilen und Hornspänen. Dabei ist es wichtig die organischen Nährstoffe nur oberflächlich einzuarbeiten, denn die Aufbereitung der Nahrung für die Pflanzenwurzeln erfolgt primär in den obersten Bodenschichten. Umgraben geht also nicht nur „aufs Kreuz" sondern stört gleichzeitig die Kreisläufe im natürlichen Boden.
- Verwenden Sie natürliche, organische Produkte die auch im biologischen Landbau zugelassen sind!
- Verwenden sie Stärkungsmittel immer nur bei Bedarf und in Maßen!
- Achten Sie auf die Herkunft der Düngemittel, bevorzugen Sie heimische Produkte und Erzeugnisse aus der EU!
- Stallmist und Hornspäne sollten nur aus kontrolliert biologischer Tierhaltung stammen!
- Achten Sie beim Düngen immer auf die richtige Dosierung. Die meisten Gartenböden sind vielfach überdüngt. Für sogenannte „Schwachzehrer" wie Blumen oder Kräuter gilt zum Beispiel: Eine Schaufel hochwertiger Kompost pro m²und Jahr reicht aus.
Erde gut, alles gut
Herkömmliche, konventionell erzeugte Blumen und Pflanzerden enthalten einen gewissen Anteil an Torf. Die Moore in denen dieser Torf abgebaut wird, zählen europaweit zu den am meisten gefährdeten Lebensräumen, die besonders in Osteuropa unwiederbringlich zerstört werden. Das Ersetzen von Torf in Substraten und Bodenverbesserern durch aufbereitete biogene Abfälle und andere umweltgerechte Alternativen - in der Regel handelt es dabei um Holzfasern, die mit Kompost versetzt sind - hat deshalb für den Umweltschutz große Bedeutung.
Als natürlicher Unkrauthemmer und Schutz gegen Verdunstung von Wasser im Boden wird häufig Rindenmulch als Bodenauflage verwendet. Dabei sind die Herkunft des Holzes und mögliche chemische Behandlungen (z.B. gegen Pilzbefall) während der Verarbeitung oft nicht nachvollziehbar.
- Produkte mit dem Österreichischen Umweltzeichen garantieren eine torffreie Erde und organische bzw. organisch-mineralische Düngemittel.
- Bevorzugen Sie Erden, die aus der Region stammen und die entsprechend der Richtlinien von Bio Austria für den biologischen Landbau zugelassen sind! Kaufen Sie chemisch unbehandelten Rindenmulch aus regionaler, nachhaltiger Waldwirtschaft. Bei überregionaler Herkunft des Produktes sollte das Holz zumindest FSC- oder PEFC-zertifiziert sein.
Als Bodenbelag und zur Dekoration und Gestaltung des Gartens kommen häufig Steine zum Einsatz.
Mehr Details zum Thema Steine finden Sie im Ratgeber Bodenbeläge.
Holzprodukte im Garten
Als natürlicher Rohstoff ist Holz in Gartenprodukten praktisch überall vertreten. Ob hölzerne Gartenmöbel und Kinderspielgeräte, Gartengeräte und Hilfsmittel mit Holzgriffen, Gartenzubehör (etwa bei Beeten) oder holzhaltige Substrate - Holz ist aus dem Garten nicht wegzudenken.
Bei vielen Holzprodukten ist wegen fehlender Kennzeichnung eine eindeutige Bestimmung der Herkunft nicht möglich. Um sicher zu gehen, dass bei der Herstellung kein illegal geschlagenes Holz aus geschützten Wäldern oder umweltschädlicher Bewirtschaftung verwendet wurde, sollten nur Holzprodukte gekauft werden, bei denen Herkunft und Verarbeitung durch eindeutige Kennzeichnung ganz klar nachvollziehbar sind.
- Achten Sie beim Kauf von Gartengeräten auf gute Qualität und langlebige Produkte, die auch repariert werden können!
- Kaufen Sie nur Gartenprodukte, bei denen die Holzbestandteile - auch die Griffe von Gartengeräten - zu 100 Prozent aus regionalem, FSC- oder PEFC-zertifiziertem Holz bestehen!
- Erkundigen Sie sich bei Ihrem Fachberater falls die Herkunft des Holzes nicht angegeben ist!
- Bevorzugen Sie robuste Holzarten aus heimischer Produktion für wetterfeste Flächen (Möbel, Spielgeräte, Gartenhäuser)! Holzarten wie Hochgebirgslärche, Robinie, Eiche oder Edelkastanie können unbehandelt, oder durch umweltfreundliche Lasuren geschützt werden.
- Achten Sie auf Gütezeichen, die schadstoffgeprüfte und umweltschonende Produkte garantieren! Die meisten Gartenmöbel sind derzeit noch mit chemisch-synthetischen Holzschutzmitteln behandelt. Das Österreichische Umweltzeichen steht für Gartenmöbel, die unbehandelt oder mit umweltfreundlicher Lasur behandelt sind.
Mehr Tipps zum Thema Holz finden Sie im Ratgeber Holzwerkstoffe.
Natürlich geschützt - Wetterfeste Gartenprodukte
Holzprodukte, wie etwa Gartenmöbel, Zäune oder Gartenhäuser, sind im Freien dauerhaft verschiedenen Witterungen ausgesetzt, und auch Pilze und Schädlinge setzen dem Holz mit der Zeit zu. Aus diesem Grund werden die meisten Produkte durch Holzschutzmittel, meist Lacke oder Lasuren, geschützt.
Chemisch-synthetische Holzschutzmittel schützen gegen Schädlinge durch Biozide, die als giftig, allergieauslösend und krebserregend eingestuft werden. Auf solche Mittel sollte zu Gunsten der eigenen Gesundheit verzichtet werden. Borsalze sind eine verhältnismäßig ungiftige Alternative im Holzschutz. Die umweltfreundlichste Lösung ist hitzebehandeltes „Thermoholz"). Durch eine überlegte Holzauswahl, passend zum Standort, und alternative Oberflächenbehandlungen, kann in vielen Fällen auf Holzschutzmittel verzichtet werden.
- Achten Sie auf umweltfreundliche Lacke mit Labels wie dem Österreichischen Umweltzeichen, dem Blauen Engel, dem europäischen Umweltzeichen und dem NaturPlus-Zeichen!
- Vermeiden Sie chemisch-synthetische Holzschutzmittel! Alternativ können Sie unbehandeltes oder mit umweltfreundlichen Lasuren behandeltes robustes Lärchen-, Robinien-, Eichen- oder Edelkastanienholz verwenden.
- Informieren Sie sich über alternativen Holzschutz! Thermoholzprodukte zum Beispiel sind hitzebehandelt und kommen ohne chemischen Holzschutz aus. Dabei wird das Holz einer Hitzebehandlung unterzogen wodurch es dauerhaft wetterfest wird und ohne zusätzlichen Holzschutz auskommt. Thermoholz wird derzeit hauptsächlich für Zäune, Bodenbeläge, Fassadenverkleidungen und Gartenmöbel verwendet.
- Verwenden Sie zum Schutz von Oberflächen Lasuren und Lacke auf Bases erneuerbarer pflanzlicher Rohstoffe oder lösungsmittelfreie, wasserlösliche Produkte! Diese sind gekennzeichnet durch Labels wie das Österreichische Umweltzeichen das deutsche Umweltzeichen „Blauer Engel".
- Regentonnen, Pflanzgefäße und Wasserbottiche sollten aus heimischem, witterungsbeständigem Holz ohne Holzschutzmittel bestehen.
Umweltschonende Geräte
Gartengeräte und Maschinen sind unsere kleinen und großen Helfer bei den unterschiedlichsten Tätigkeiten im Garten. Für jede Arbeit gibt es das passende Werkzeug. Im Gegensatz zu anderen Gartenprodukten sind zertifizierte Gartengeräte bisher erst spärlich vorhanden. Ein Großteil der Werkzeuge besteht aus nicht wieder verwertbaren Materialen, ist nicht reparierbar und enthält keine Hinweise auf Herstellung, Herkunft und verwendete Rohstoffe.
Produkte, die in der Region gefertigt werden, werden häufig in kleinen Familienbetrieben erzeugt. So wird die regionale Wirtschaft unterstützt, die Transportwege sind kurz und die Qualitätsansprüche hoch.
Bei elektrisch angetriebenen Gartengeräten steht Lärmschutz, Energie sparen und teilweise auch der abfallwirtschaftliche Nutzen im Vordergrund, wie etwa bei Elektrohäckslern: Baum- und Strauchreste werden an Ort und Stelle zerkleinert und kompostierbar gemacht, das unterstützt den natürlichen Kreislauf und spart aufwendige und lange Transportwege. Bei strombetriebenen Maschinen sollte der Energieverbrauch berücksichtig werden, es empfehlen sich Geräte mit lang haltbaren Akkus.
- Holzbestandteile von Geräten (z. B. Holzgriffe) sollten aus regionalem oder FSC- bzw. PEFC-zertifiziertem Holz bestehen.
- Achten Sie auf langlebige, reparierbare Produkte, die regional oder zumindest in Europa gefertigt wurden!
- Bevorzugen Sie pulverbeschichtete Metallteile oder Produkte, die mit umweltfreundlichen Lacken behandelt wurden! Sie erkennen solchen Produkte am Österreichischen Umweltzeichen, am deutschen Umweltzeichen „Blauer Engel", am europäischen Umweltzeichen oder am NaturPlus-Zeichen!
- Gartenhäcksler, die mit dem Blauen Engel ausgezeichnet sind, sind Lärm-arm bzw. liegen die Geräuschemissionen unter einem definierten Grenzwert. Die Geräte dürfen außerdem keine Kunststoffe mit Zusätzen von Blei oder Cadmium enthalten. Derzeit gibt es noch keine Geräte, die mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifiziert sind.
- Vergewissern Sie sich, ob sich ein kaputtes Gerät vielleicht reparieren lässt. Die Produzenten von Häckslern, die mit dem Blauen Engel ausgezeichnet sind, verpflichten sich außerdem zur Rücknahme und ordnungsgemäßen Entsorgung der Geräte.
- Bevorzugen Sie bei Geräten mit Benzinmotoren schadstoffarmes Gerätebenzin (Alkylatbenzin). Es handelt sich dabei um ein sehr sauberes Raffinerieprodukt, das nahezu frei von krebserregenden Inhaltsstoffen ist und die Lebensdauer des Motors erhöht.
- Strombetriebene Rasenmäher oder Spindelmäher stellen eine Alternative dar, wenn sie mit zertifiziertem Ökostrom betrieben werden. Spindelmäher erfüllen höchste ökologische Kriterien.
- Verwenden Sie bei strombetriebenen Akku-Modellen nur besonders langlebige Akkus, und achten Sie anschließend auf die fachgerechte Entsorgung!
Nachhaltiges Gartenzubehör
Natürliche Beschaffenheit und Kompostierbarkeit stehen bei nachhaltigem Gartenzubehör im Vordergrund. Damit die Pflanzen richtig wachsen, kommen häufig Pflanzgefäße, Bindeschnüre und Rankhilfen zum Einsatz. Bei der Bodenaufbereitung und beim Bau von Beeten werden oft Gartenfolien und fertige Beet-Systeme verwendet. Im Sommer kommen zum Start der Grillsaison noch eine ganze Reihe gartentaugliche Grillaccessoires dazu. Bei allen diesen Dingen handelt es sich um Produkte, die über längere Zeit im Garten im Dauereinsatz sind. Dazu sollten sie einerseits schadstofffrei und haltbar sein, und andererseits aus kompostierbaren oder recyclebaren Stoffen bestehen.
- Achten Sie auf nachhaltige Bindeschnüre die kompostierbar sind! Auf Juteschnüre sollte aufgrund der meist sehr langen Transportwege verzichtet werden. Alternativ können Sie regionale Produkte aus Hanf, Zellulose, Stärke oder Altpapier verwenden!
- Nachhaltige Gartenfolien sollen aus kompostierbaren Materialien bestehen. Wählen Sie Produkte aus Recyclingpapier, Baumwollgaze und Maisstärke aus kontrolliert biologischem Anbau und bevorzugen Sie Mulchplatten aus Holzfasern.
- Benutzen Sie Anzündhilfen aus unbehandelten Naturmaterialien wie unbehandelter Holzwolle!
- Achten Sie auf FSC-zertifizierte Grillkohle oder aber Holzkohle, die nachweislich aus Österreich stammt!
- Wählen Sie einen Komposter aus heimischem, unbehandeltem Holz. Bei Kompostbehältern aus Kunststoff sind nur jene Produkte empfehlenswert, die aus Recycling-Kunststoff bestehen und mit dem Blauen Engel ausgezeichnet sind.
- Achten Sie auf kompostierbare Pflanzgefäße, Gefäße aus Recyclingmaterial und Tontöpfe. Verzichten Sie auf PVC-, oder PE-Pflanztöpfe. Bei Tontöpfen immer auf die Herkunft und kurze Transportwege achten.
- Verwenden Sie Schmierstoffe aus rein pflanzlichen Ölen. Bei Erdölprodukten achten Sie auf folgende Umweltzeichen: „Das Österreichische Umweltzeichen", „Der Blaue Engel" und das EU- „ECO-Label".
- Hochbeete sollten aus unbehandeltem, heimischem Holz bzw. aus FSC Holz gefertigt sein. Weiters empfehlenswert sind Hochbeete aus Recycling-Kunststoff, die mit dem Umweltzeichen „Der blaue Engel" versehen sind.
Weiterführende Informationen finden Sie in den Ratgebern Bodenbeläge, Holzmöbel und Holzwerkstoffe.
"die umweltberatung" hat im Auftrag des Lebensministeriums den Einkaufsratgeber "Wohlfühloase Naturgarten" erstellt.





