Reis & Nudeln Ratgeber
Nudeln sind das Lieblingsgericht Nr. 1 der ÖsterreicherInnen! Abgesehen von ihrer Beliebtheit auf dem heimischen Speiseplan, spielen Reis und Nudeln auch bei gesunder und ausgewogener Ernährung eine große Rolle. Sie sind wichtige Kohlenhydratquellen mit einer hohen Nährstoffdichte.
- Einkaufstipps
- Grundnahrungsmittel Reis
- Ökologische Aspekte beim Reisanbau
- Bio Reis
- Preisdumping und Marktregulierung
- Fairer Reis
- Nudeln
- Bio-Teigwaren
- Gesundheitstipps
- Kaufen Sie fair gehandelten Reis aus kontrolliert biologischem Anbau. Achten Sie auf das FAIRTRADE-Gütesiegel und Bio-Gütezeichen wie z.B. das AMA-Biozeichen oder das EU-Bio-Logo!
- Probieren Sie verschiedene Getreidesorten (z.B. Dinkelreis oder Zartweizen) als Alternative zu Reis! Hier gibt es eine große Auswahl heimischer Anbieter mit vielen verschiedenen Sorten.
- Fragen Sie im Geschäft nach Wildreissorten oder Bergreis (Trockenreis)! Diese Reissorten sind zwar etwas teurer, die Anbaumethoden sind jedoch umweltschonender und sie werden mit neuen Geschmackserlebnissen belohnt!
- Achten Sie auch beim Kauf von Nudeln auf Produkte aus biologischer Produktion! Nur dann ist garantiert, dass alle verarbeiteten Rohstoffe (z.B. auch Eier) aus biologischer Erzeugung oder Tierhaltung stammen.
- Greifen Sie nach Möglichkeit zu Teigwaren, die in Ihrer Region hergestellt werden! Kleine Betriebe pflegen oft noch traditionelle, handwerkliche Methoden, und stellen regionale Spezialitäten her. Doch Vorsicht: regionale Betriebe verwenden nicht automatisch auch regionale Rohstoffe. Lesen Sie die Angaben auf der Packung aufmerksam und erkundigen Sie sich im Zweifelsfall nach der Herkunft!
Nudeln sind Teigwaren, die in den meisten Fällen aus Hartweizengries hergestellt werden. Dazu zählen alle bekannten Sorten, wie z.B. Spaghetti, Makkaroni, Farfalle, Linguine, Cannelloni, Tagliatelle und viele mehr.
Rund 60 % der Menschheit ernährt sich hauptsächlich von Reis, 95 % der weltweit produzierten Reismenge wird in Asien (China, Indien, südostasiatische Länder) angebaut. Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch liegt in Asien bei rund 120 Kilo Reis. In Österreich werden pro Person und Jahr nur 4,3 Kilo Reis gegessen.
Die Reisproduktion findet zum Großteil in kleinen Landwirtschaften in Entwicklungsländern statt, und bildet die Haupteinkommensquelle für zwei Milliarden Menschen. Dabei werden alleine in den 10 größten Anbaugebieten jährlich rund 700 Milliarden Tonnen Reis erzeugt. Dabei zählt Reis gar nicht zu den wichtigen Exportgütern: Nur rund 5 % des weltweiten Reisverbrauchs werden international gehandelt.
Ökologische Aspekte beim Reisanbau
Unter den verschiedenen Anbaumethoden für Reis, ist der „Nassreisanbau" am verbreitetesten. Dabei werden die Jungpflanzen in überflutete Felder gepflanzt. Das macht die Produktion sehr wasserintensiv, zwischen 3.000 und 10.000 Liter Wasser sind für 1 Kilo Reis notwendig. Ein Vorteil dieser Anbauweise ist, dass Unkräuter im Wasser nicht keimen können. Ein großer Nachteil der gefluteten Felder ist, dass Sie einen sehr hohen Methanausstoß verursachen. Durch den Nassanbau entsteht ein sauerstofffreies Milieu im Boden, das methanerzeugende Bakterien begünstigt. Die Nass-Reisfelder tragen auf diese Weise zu bis zu 25 % zur weltweiten Methanemission bei. Methan ist nach Wasserdampf und CO2 das stärkste Treibhausgas und in der Wirkung rund zwanzig Mal so stark wie C02.
Eine Alternative zum wasserintensiven Nassreisanbau, ist der sogenannte Berg- oder Trockenreis. Er stellt geringere Ansprüche an die Wasserversorgung und kann bis in Höhen von bis zu 2.000 m angebaut werden. Bergreis bringt niedrigere Erträge, der trockene Anbau begünstigt außerdem das Wachstum von Unkraut, das sonst durch die gefluteten Felder verhindert wird.
Auch durch zwischenzeitliches „Trockenlegen" der Reisfelder und gezielten, exakt dosierten Einsatz von Düngemitteln kann der Methanausstoß reduziert werden. Derartige Verfahren befinden sich an vielen Stellen in der Testphase, detaillierte Ergebnisse fehlen zurzeit noch.
Eine weitere Möglichkeit ist „Reis" aus verschiedenen Getreidesorten, den gibt es auch bei österreichischen Anbietern, und muss nicht importiert werden, z.B. Dinkelreis aus dem Waldviertel.
Im Reisanbau gelten grundsätzlich dieselben Richtlinien, wie für andere Nutzpflanzen. Die Internationale Gemeinschaft für ökologischen Landbau (IFOAM) garantiert, dass die international gültigen Standards für die Bio-Landwirtschaft eingehalten werden. Es dürfen keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel oder leichtlösliche mineralische Dünger eingesetzt werden. Bio-Reis ist zudem gentechnikfrei, die Anbaumethoden sind umweltschonender als konventionelle.
Die größten Anbauflächen für Bio-Reis sind in Thailand, auf den Philippinen, in Italien, den USA und Pakistan zu finden.
Preisdumping und Marktregulierung
Auf der einen Seite beeinflussen große Reisexporteure den internationalen Reismarkt durch extreme Dumpingpreise (=sehr billiger Reis). Importreis aus Europa und den USA wird so, gegenüber einheimisch erzeugtem Reis (z.B. in Dritteweltländern), konkurrenzfähig und oft sogar billiger angeboten. Das führt dazu, dass Kleinbauern und -bäuerinnen von ihren Erträgen nicht mehr leben können.
Auf der anderen Seite regulieren viele westliche Länder den Import von Reis ins eigene Land durch unterschiedlich hohe Zölle. Der Import von „Rohreis" (unbehandelter Reis) wird gefördert, um im Westen ansässigen Verarbeitungsbetrieben eine gute Auslastung zu garantieren. Für fertig verarbeiteten Reis werden höhere Zölle festgesetzt, die je nach Herkunftsland variieren. Reissorten aus europäischem Anbau, für die die Nachfrage in der EU nicht hoch ist, werden dagegen von der EU im Export gefördert, und gelangen wiederum zu sehr niedrigen Preisen auf den Weltmarkt. Auf diesem Weg trägt europäischer Exportreis zur Verschlechterung der Lebensbedingungen der Reisbauern in Asien und Nordafrika bei, die unter diesen Bedingungen nicht konkurrenzfähig sind.
FAIRTRADE Labelling Organisationen bieten Kleinbäuerinnen und Bauern die Chance, abseits von ZwischenhändlerInnen, schwankenden Marktpreisen und Preisdumping konkurrenzfähig zu bleiben. So können die kleinen Betriebe durch den Reisanbau ihre Existenz sichern ohne sich zu verschulden. Für fair gehandelten Reis gelten Mindestpreise, die unabhängig von Preisschwankungen auf dem Markt bezahlt werden. Für indischen Basmati-Reis gilt beispielsweise ein Mindestpreis von 24 cent pro Kilo Reis plus 2 Cent Aufschlag für Bio-Anbau. Der Mindestpreis deckt alle Produktionskosten ab, die unter menschenwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen entstehen. Liegt der Marktpreis über dem Mindestpreis, muss der Marktpreis bezahlt werden. Für Reis aus biologischem Anbau gibt es zusätzlich einen Aufschlag, FAIRTRADE-Betriebe erhalten außerdem eine Prämie für Investitionen in lokale Strukturen, Bildung, Gesundheit und ökologische Verbesserungen.
Nudeln und andere Teigwaren bestehen zum Großteil aus Getreide, daher gelten dafür auch dieselben Einkaufstipps, nachzulesen im Ratgeber Getreide- und Getreideprodukte in den Abschnitten Bio, regionale Qualität und traditionelle Sortenvielfalt.
In konventionell erzeugten Nudeln können gentechnisch veränderte Zutaten enthalten sein (z.B. im Sojamehl, in Aromen, Geschmacksstoffen oder Enzymen). Bio-Teigwaren sind garantiert frei von Gentechnik!
Neben der Auswahl von hochwertigen Rohstoffen in Bio-Qualität (Bio-Weizen, Bio-Eier), ist in der Nudelproduktion auch Energieeffizienz ein wichtiges Thema.
Der Vorgang des Trocknens ist ein entscheidender Schritt für die Qualität der fertigen Nudeln. In Nudelfabriken geschieht das innerhalb weniger Stunden, bei Temperaturen von bis zu 130°C und mit hohem Energieaufwand. Bio-Nudel-ProduzentInnen arbeiten hier häufig mit geringeren Temperaturen und energiesparenden Methoden. Das Trocknen dauert zwar länger, dafür bleiben aber auch viele wichtige Inhaltsstoffe erhalten.
- Essen Sie Naturreis, dieser enthält viele Vitamine, Mineralien und andere Nährstoffe. Weißer (polierter) Reis enthält nur noch einen Bruchteil der wertvollen Stoffe, da ein Großteil durch die Behandlung verloren geht. Eine gute Alternative zu Naturreis ist auch „Parboiled" Reis. Dieser wird durch eine Behandlung mit Wasser und heißem Dampf vorgegart, dadurch bleiben bis zu 80 % der enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe erhalten.
- Teigwaren (Nudeln) sind ein wichtiger Teil einer gesunden, ausgewogenen Ernährung. Mit einem Fettanteil von weniger als drei Prozent zählen sie nicht, wie oft behauptet, zu den Dickmachern! Oft sind es die reichhaltigen Soßen, die für kalorienreiche Nudelgerichte verantwortlich sind.
- Greifen Sie zu Naturreis und Vollkornteigwaren, diese liefern die vielfache Menge an Vitaminen und Mineralstoffen, im Vergleich zu weißem Reis und Teigwaren aus hellem Mehl!
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