Zucker und Süßwaren Ratgeber
Als Süßwaren oder auch „Süßigkeiten" werden Lebensmittel bezeichnet, die einen hohen Anteil an Zucker haben. Darüber hinaus bestehen sie zu großen Teilen aus Fetten, Farbstoffen und Aromen.
Die hier zur Produktgruppe angeführten Informationen betreffen unter anderem Bonbons (Zuckerl), Gummibonbons, Schaumzuckerwaren, Marzipan, Karamellen, Kaugummi, Lakritze sowie verschiedene Speiseeissorten (Milcheis, Fruchteis, Kunstspeiseeis).
- Kaufen Sie Bio-Zucker und achten Sie bei verarbeiteten Produkten auf Zutaten aus biologischer Landwirtschaft! Bio-Zucker und Bio-Produkte sind durch Labels und Gütezeichen wie das AMA-Biozeichen oder das EU-Bio-Logo gekennzeichnet.
- Achten Sie bei Rohrzucker auf das FAIRTRADE-Zeichen! Damit ermöglichen Sie Bauern und BäuerInnen in der Dritten Welt ein geregeltes Einkommen und unterstützen Initiativen zur Verbesserung der Gesundheits- und Bildungssituation.
- Greifen Sie zu Zucker und Süßigkeiten aus regionaler Erzeugung, damit unterstützen Sie Betriebe in Ihrer Region und tragen durch kürzere Transportwege zum Klimaschutz bei!
Zusätzliche Informationen zu ähnlichen Produktgruppen finden Sie in den folgenden Ratgebern:
Zucker und Süßigkeiten aus Österreich
In Österreich gibt es viele traditionsreiche Süßwaren-Spezialitäten, daneben beherrschen internationale Süßwarenkonzerne einen Großteil des Marktes. Durchschnittlich geben ÖsterreicherInnen pro Monat 25 € für Süßwaren aus, der jährliche Zuckerverbrauch liegt bei rund 39 kg pro Kopf.
In Österreich wird mehr Zucker produziert als verkauft, da aber auch Zucker importiert werden muss (Rohrzucker), sind die Importmenge und die Exportmenge in etwa gleich hoch.
Zucker wird entweder aus Zuckerrüben (z.B. in Österreich) oder aus Zuckerrohr (z.B. in Südamerika) gewonnen. Beim Anbau von Zuckerrüben nach ökologischen Grundsätzen wird auf chemisch synthetische Pflanzenschutzmittel und leichtlösliche mineralische Dünger verzichtet. Um die Aussaat zu erleichtern wird das Saatgut „pilliert", das heißt, es wird eine dünne Schicht Wirkstoff aufgetragen, die gegen Schädlinge und Krankheiten wirkt. Dabei dürfen allerdings keine Herbizide oder Fungizide zugesetzt werden. Bio-Bauern haben mehrere Möglichkeiten gegen Krankheiten und Schädlinge vorzugehen oder diese vorzubeugen. Eine gute Kombination aus der richtigen Fruchtfolge, der Wahl der Rübensorte und der Wahl eines geeigneten Standorts hilft und ist zu 100 Prozent ökologisch. Bei der Schädlingsbekämpfung helfen zusätzlich die natürlichen Feinde der Schädlinge.
Für Bio-Zuckerrohr gelten im Grunde dieselben Grundsätze. Im konventionellen Anbau ist es üblich, vor der Ernte die Blätter auf den Zuckerrohrfeldern abzubrennen. So sind die Stangen bei der Ernte und beim Transport leichter zu handhaben, das Gewicht wird dadurch ebenfalls verringert. Diese Methode ist im biologischen Landbau nicht erlaubt, da auf diese Weise viele Pflanzen und Tiere vernichtet werden, nebenbei entsteht auch gesundheitsschädlicher Rauch.
Bio-Rohrzucker wird zu ökologischen Lebensmitteln weiter verarbeitet, landet aber auch mit dem Hinweis „aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft" im Handel.
Neben den schon genannten ökologischen Aspekten, die beim Anbau von Zuckerrüben und Zuckerrohr beachtet werden, gibt es bei weiter verarbeiteten Produkten noch einige Risiken für KonsumentInnen, die durch den Kauf von biologischen Produkten ausgeschlossen werden können.
Konventionell erzeugte Süßigkeiten enthalten oft künstliche Farb-, Konservierungs- und Aromastoffe. Auch künstliche Süßstoffe werden häufig verarbeitet. All diese Stoffe sind heutzutage immer häufiger Auslöser von Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien.
Auf diese Zusätze wird in der Produktion von Bio-Süßigkeiten verzichtet. Sie werden durch natürliche Rohstoffe wie Pflanzenextrakte (für Aroma und Farbe) ersetzt. Künstliche Aromen, Farbstoffe und Süßstoffe sind bei der Herstellung von Bio-Lebensmitteln verboten.
In 79 Ländern (hauptsächlich in Lateinamerika, Asien und Afrika) wird Zuckerrohr angebaut. Viele dieser Länder sind aus wirtschaftlichen Gründen auf den Zuckerrohrexport angewiesen. Dabei treffen sie auf die europäische Zuckermarktordnung, die Exporte aus Drittländern in die Europäische Union sehr teuer macht. Stark schwankende Preise am Weltmarkt und eine hoch subventionierte Konkurrenz in den Industriestaaten bringen die Kleinbauernfamilien in den Produktionsländern in eine schwierige Situation. Durch das FAIRTRADE Netzwerk wird für diese ProduzentInnen eine faire und sichere Marktsituation hergestellt. Fairer Handel ermöglicht ein sicheres Einkommen, Produktion und Arbeit zu menschenwürdigen Bedingungen und die Förderung von Entwicklungsinitiativen in den Produktionsländern.
- Bei einer gesunden und ausgewogenen Ernährung sollten höchstens 10 Prozent der täglichen Energiezufuhr durch Zucker gedeckt werden.
- Zucker gilt in der Lebensmittelindustrie als beliebter (weil billiger) Geschmacksträger. Durch den Verzicht auf Fertigprodukte können Sie eine Menge solcher „versteckten" Zucker einsparen. Achten Sie auf die Nährwertangaben auf der Verpackung!
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