Honig Ratgeber
Bienen erzeugen Honig, und das ist genau betrachtet ganz schön aufwendig! Für ein Kilo Honig müssen drei Kilo Nektar gesammelt werden. Dafür legen die Bienen eine Strecke zurück, die einer ganzen Erdumrundung entspricht.
- Einkaufstipps
- Natürliche Qualität
- Naturnahe Produktion
- Honig aus Österreich
- Bio Honig
- Bienen als wichtige Helfer
- Kaufen Sie Honig von lokalen Imkern in Ihrer Region! Damit unterstützen Sie ein traditionsreiches Handwerk und durch kürzere Transportstrecken wird eine Menge CO2 eingespart.
- Achten Sie auf Honig aus biologischer Produktion! Bio-Honig ist frei von Schadstoffen (wie z.B. chemisch-synthetischen Düngemitteln und Rückständen von Schädlingsbekämpfungsmitteln) und enthält keine genmanipulierten Inhaltsstoffe. Bio-Honig erkennen Sie an Labels wie dem AMA-Biozeichen, Austria Bio Garantie oder BIO Austria.
- Wenn Sie keinen regional erzeugten Honig in Ihrer Umgebung kaufen können, achten Sie auf importierte Sorten die das FAIRTRADE-Siegel tragen! Damit garantieren Sie den ProduzentInnen ein geregeltes faires Mindesteinkommen, mit dem Produktionsbedingungen zu menschenwürdigen Bedingungen ermöglicht werden.
- Honig hält sich bis zu zweieinhalb Jahre und länger. Wenn Sie gerne und viel Honig essen spricht also nichts dagegen, beim Imker Ihres Vertrauens gleich auf Vorrat zu kaufen!
Ganze Schwärme von Bienen sammeln Pflanzennektar in Blüten und Absonderungen von Pflanzen auf Stängeln und Blättern. Diese „Rohstoffe" werden im Bienenstock zusammengetragen und mit arteigenen Stoffen der Biene versetzt. Dadurch beginnt die Verwandlung in Honig: Dieser wird im Bienenstock gespeichert und reift im Schutz der Waben zu der viel geschätzten, süßen Köstlichkeit.
Honig war lange Zeit das einzige bekannte Süßungsmittel. Erst durch die Entdeckung und Entwicklung von Verfahren zur Herstellung von Zucker aus Zuckerrüben und Zuckerrohr verlor der Honig seine anfängliche Bedeutung. Aufmerksamkeit hat er aber auf jeden Fall verdient, handelt es sich doch um ein qualitativ hochwertiges, natürliches und sehr komplexes Produkt. Honig besteht aus über 200 verschiedenen Inhaltsstoffen, die je nach Sorte unterschiedlich sein können. Die Hauptbestandteile sind Fruchtzucker (rund ein Viertel bis die Hälfte), Traubenzucker (22-41 %) und Wasser (rund 20 %). Weitere typische Inhaltsstoffe sind Pollen, Mineralstoffe, Proteine, Enzyme, Vitamine, Farb- und Aromastoffe.
Laut der heimischen Honigverordnung darf dem Honig weder etwas hinzugefügt noch etwas entnommen werden. Honig ist ein zu 100 Prozent naturbelassenes Produkt. Eine Ausnahme gibt es - bei sogenanntem „gefiltertem" Honig wird der natürliche Pollenanteil durch Filterung entzogen. Dadurch wird verhindert, dass der Honig zu schnell auskristallisiert (fest wird).
Ist der Honig lange genug gereift, kann er vom Imker geerntet werden. Dazu werden die Waben aus dem Stock entnommen, mit einer Zentrifuge oder Schleuder wird der Honig aus den Waben geschleudert und gesammelt. Da die Bienen den Honig als Vorrat für den Winter sammeln, muss der Imker sie ersatzweise füttern, z.B. mit Zuckersirup.
In Österreich gibt es rund 24.500 Imker die zusammen mehr als 367.000 Bienenvölker halten. Die Honigproduktion wird auf rund 5.500 Tonnen geschätzt, ÖsterreicherInnen essen durchschnittlich 1,2 Kilogramm Honig pro Kopf und Jahr. Der Selbstversorgungsgrad durch die österreichischen Imker liegt dabei nur bei 55 % (Grüner Bericht 2010). In den Einkaufsregalen findet man hauptsächlich Blütenhonigund Waldhonig (Waldhonig besteht überwiegend aus Honigtau, Blütenhonig vorwiegend aus Nektar), die beliebtesten Sorten sind unter anderem Sonnenblumenhonig, Rapshonig, Lindenhonig und Obstblütenhonig.
Wer regionalen Honig kauft, unterstützt damit regionale Betriebe und sichert auch die ausreichende Bestäubung von Pflanzen in der Region. Zudem verzichtet man auf Produkte, die viele Kilometer weit transportiert werden müssen und im Vergleich zu regional erzeugten ein Vielfaches an CO2-Emissionen verursachen. Nach der EU-Honigverordnung muss die Herkunft des Honigs auf dem Etikett angegeben sein. Gleichzeitig hat die EU aber den Verkauf von filtriertem Honig erlaubt. Dadurch wird die Herkunft schwer feststellbar - die im Honig natürlich vorkommenden Pollen sind wie ein Fingerabdruck, die Herkunft kann durch eine Bestimmung sehr einfach festgestellt werden. Durch das Filtrieren geht dieser Herkunftsnachweis verloren und es kann auch nicht mehr festgestellt werden, ob der Honig gentechnisch veränderte Pflanzenstoffe enthält.
Honig erfüllt die besten Voraussetzungen um als einwandfreies Naturprodukt zu gelten. Trotzdem können unerwünschte Verunreinigungen auftreten. Pestizide und Antibiotika, die von den Bienen auf den Pflanzen eingesammelt werden, können genauso nachgewiesen werden wie Rückstände von Medikamenten, die in der Bienenzucht zum Einsatz kommen.
Wer diese Risiken ausschließen will, ist mit Honig aus kontrolliert biologischem Anbau gut beraten. Die Biene weiß zwar nicht ob das Feld, das sie anfliegt, biologisch oder konventionell bewirtschaftet wird. Es gibt aber eine Reihe an Vorschriften für Bio-Imker, die nachweisbar biologische Qualität garantieren.
Zur Behandlung der Bienenvölker dürfen keine chemisch-synthetischen Schädlingsbekämpfungsmittel verwendet werden. Das verwendete Wachs muss auf Schadstoffrückstände untersucht werden, belastetes Wachs ist nicht erlaubt. Die „Bienenwohnungen" (Beuten) müssen außerdem aus natürlichen Materialien wie Holz, Stroh oder Lehm gebaut sein. Beuten aus Styropor oder Waben aus Plastik sind verboten. Das Umfeld muss in einem Umkreis von rund 3 Kilometern aus hauptsächlich ökologisch angebauten Pflanzen bestehen. Dazu müssen bestimmte Entfernungen zu potenziellen Verschmutzungsquellen (Städte, Autobahnen, Industriegebiete, etc.) eingehalten werden.
Genaue Zahlen zu Bio-Imkern in Österreich gibt es derzeit nicht, der Anteil der bio-zertifizierten Betriebe wird auf rund 3-5 Prozent geschätzt. Beim Verband BIO Austria waren Ende 2010 183 Bio-Imker gemeldet.
Neben der Honigproduktion tragen Imker noch zu einem zweiten, in der Landwirtschaft sehr wichtigen Bereich bei: der Bestäubung von Pflanzen. In der Landwirtschaft spricht man diesbezüglich vom „Bestäubungswert" der Bienen. Dieser Wert entspricht Schätzungen zu Folge dem zehnfachem Wert des Honigs den die Bienen erzeugen. Durch die Bestäubung von Pflanzen auf landwirtschaftlichen Flächen ermöglichen Bienen den Anbau zahlreicher Früchte und sichern die Erträge von Wild- und Nutzpflanzen. Ökologen gehen davon aus, dass ohne diese Bestäubungsleistung ein Großteil der Wild- und Kulturpflanzen vom Aussterben bedroht wäre.
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