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Getreide und Getreideprodukte Ratgeber

Bei Getreideprodukten des täglichen Bedarfs, vor allem bei Brot und Gebäck, sind Inhaltstoffe und Verarbeitungsweise auf den ersten Blick nur schwer nachvollziehbar. Dunkles Brot bedeutet nicht Vollkorn, die Bezeichnung Vollkorn garantiert noch kein vollwertiges, nachhaltig erzeugtes Produkt.

 

 

Einkaufstipps

 

  • Greifen Sie zu Produkten, die bei Ihrem Nahversorger aus regional produzierten Zutaten erzeugt und verkauft werden.

 

  • Wählen Sie Produkte aus kontrolliert-biologischem Anbau (AMA-Bio-Gütesiegel, EU-Bio-Gütesiegel, Bio Austria, demeter).

 

  • Vollkornprodukte enthalten noch mehr Vitamine, Ballaststoffe, Mineralien und ungesättigte Fettsäuren, da bei der Herstellung das ganze Getreidekorn, also auch die Keimlinge und Randschichten des Getreidekorns, verarbeitet werden, und die sind besonders wertvoll.

 

Eindeutige Kennzeichnung durch Bio-Siegel schützt vor Irreführung und zeigt hohe Qualität auf.

Bio
 
Biologisch angebautes Getreide wächst auf gesunden, nährstoffreichen Böden. Dabei wird auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln verzichtet. Der Anbau von genetisch veränderten Pflanzen ist in Österreich nicht erlaubt, Bio-Backwaren und Getreideprodukte aus regional erzeugten Rohstoffen sind gentechnikfrei. Die biologische Landwirtschaft folgt Richtlinien, die die natürliche Fruchtbarkeit des Bodens und die biologische Vielfalt im Boden unterstützen. Neben Einflüssen wie Temperatur, Niederschlag und Erntezeitpunkt, spielt die Fruchtbarkeit des Bodens für die Getreidequalität eine wichtige Rolle.

Die biologische Bewirtschaftung von Ackerflächen führt außerdem dazu, dass der Humusgehalt im Boden steigt. Je mehr Humus ein Boden enthält, desto mehr CO2 kann er speichern. Humusreiche Böden können CO2 dauerhaft binden. Mit dem Kauf von Lebensmitteln aus biologischem Anbau leistet man einen direkten Beitrag zur Reduktion von CO2 und damit zum Klimaschutz. Derzeit stammen rund 8%  der gesamten Brotgetreideernte in Österreich aus biologischem Anbau (2008).

 

Regionale Qualität für die Zukunft
 
Die hohen heimischen Qualitätsstandards sorgen für beste Qualität der Produkte. So bleiben nicht nur Arbeitsplätze in der Region erhalten und die Wirtschaft vor Ort wird gestärkt, sondern auch regionale Spezialitäten und ländliche Traditionen werden weitergeführt und gestärkt.
Der Einkauf beim Bäcker um's Eck sichert die lokale Nahversorgung und reduziert den Verkehr.


Traditionelle Sortenvielfalt
 
Durch die schonende, biologische Anbauweise bleiben Nährstoffe und Geschmack, unverfälscht erhalten. Insbesondere aus alten Getreidesorten entstehen Backwaren und Getreideprodukte mit besonderem Nähr- und Mehrwert. Dinkel, Einkorn und Kamut sind zum Beispiel Sorten, die sich bei uns über Jahrtausende hinweg optimal an Klima und Boden angepasst haben. Sie sind robuster gegenüber Schädlingen und nährstoffreicher als hochgezüchtete Sorten. Im Wachstum kommen viele dieser Sorten auch mit weniger Wasser aus. Das sind - neben dem einzigartigen Geschmackserlebnis - nur einige der Gründe, warum diese alten Getreidearten immer beliebter werden. Der Anbau der althergebrachten Sorten sichert auch die Vielfalt und bewahrt traditionelle, landwirtschaftliche Gepflogenheiten.

 

  • Dinkel ist die älteste Kulturform des Weizens, besonders robust, reich an Mineralstoffen und Spurenelementen. Dinkel ist auch für empfindliche Menschen sehr bekömmlich; der Bio-Anteil liegt bei 72%.

 

  • Einkorn, Emmer und Gommer sind über 10.000 Jahre alte Getreidearten und mit Weizen verwandt; sie werden heute z.B. im Waldviertel wieder angebaut; ein besonders hoher Eiweißgehalt zeichnet sie aus.

 

  • Kamut ist ein uralter Verwandter des Hartweizens und wurde in Ägypten wieder entdeckt; es enthält bis zu 40% mehr Eiweiß, ungesättigte Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe als herkömmliche Weizensorten.

 

  • Waldstaudkorn wird auch als Ur- oder Johannisroggen bezeichnet und z.B. in Niederösterreich wieder angebaut; es ist wie Roggen sehr mineralstoff- und ballaststoffreich.

 

Marktdaten
 

Bio-Weichweizen ist die Sorte, die im Bio-Landbau am meisten angebaut wird. Dieser enthält einen hohen Kleberanteil und ist somit für Bio-Brot und Bio-Backwaren bestens geeignet. Die größten heimischen Anbaugebiete für Bio-Weizen liegen in Niederösterreich.
Fast jedes 10. Getreidekorn wird in Österreich streng biologisch angebaut, mit 20.000 Bio-Bäuerinnen und Bauern liegen die heimischen Betriebe EU-weit im Spitzenfeld. Der wachsende Trend zum Anbau von Bio-Getreide setzt sich  weiter fort, und erreichte 2009 schon nahezu 100.000 ha Anbaufläche (AMA 2009).

 

Gesundheitstipp

 

  • Brot enthält Eiweiß, Vitamin B, Eisen, Kalium, Phosphor, Natrium und Magnesium und ist somit ein wertvoller Energielieferant. Vollkornprodukte sind besonders reich an Nährstoffen und enthalten noch mehr Ballaststoffe und Mineralien, da bei der Herstellung das ganze Korn verarbeitet wird.

 


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