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Milch und Milchprodukte Ratgeber

Milch ist ein wertvolles Grundnahrungsmittel, das viele wichtige Nähr- und Mineralstoffe sowie Vitamine enthält.

 


 

Einkaufstipps:

 

  • Achten Sie auf Bio-Labels und Gütezeichen wie das EU-Bio Logo, AMA-Biozeichen, BIO-Austria, Austria Bio Garantie und Bio-Handelsmarken! Alle gängigen Bio-Zeichen finden Sie in der Labeldatenbank!
     
  • Greifen Sie zu Milch-Produkten von Produzenten aus Ihrer Region!
     
  • Achten Sie auf den Grad der Verarbeitung (Zusatzstoffe, E-Nummern,...)!
     
  • Beachten Sie Bio-Zertifikate auch bei Milchersatzprodukten wie Lebensmitteln aus Soja!
     
  • Achten Sie besonders bei Käse auf die Herkunft, in Österreich ist der Käse-Importanteil wesentlich höher als der Anteil von importierter Frischmilch!

 

Kühe verwerten, wie alle Wiederkäuer, zellulosereiche Futtermittel wie Gras und Heu, die für die menschliche Ernährung nicht geeignet sind. Wiesen, Weiden, alpine Rasen und unwegsames Gelände können so zur Erzeugung von Milch (und Fleisch) genutzt werden. Die Haltung von Milchkühen trägt so auch zum Erhalt der in Österreich traditionell kleinstrukturierten, bäuerlichen und besonders wertvollen Kulturlandschaft bei.

Im Pansen der Tiere ensteht beim Aufschluss der Rohfaser durch die Mikroorganismen auch Methan. In der Diskussion um globale Erderwärmung und Klimawandel steht die Haltung von Wiederkäuern daher immer wieder im Kreuzfeuer der Kritik. Auch die Alternative, stattdessen vermehrt Kraftfutter einzusetzen, ist durch den hohen Energieeinsatz ökologisch problematisch.

Ein nachhaltiger Konsum von Milch- und Milchprodukten ist dennoch möglich: Er ist gekennzeichnet durch die notwendige Wertschätzung des Lebensmittels Milch gepaart mit bewusstem Genießen und der Berücksichtigung der Herkunft sowie der Produkt- und Erzeugungsqualität.

 

Bio-Milch


In der Bio-Tierhaltung hängt die Anzahl der gehaltenen Kühe direkt von der verfügbaren landwirtschaftlichen Fläche ab. Dadurch werden schädliche Einflüsse auf Umwelt und Klima (z. B. durch Überdüngung und Nährstoffauswaschungen ins Grundwasser) stark reduziert. Bio-Kühe werden hauptsächlich mit sogenanntem „Raufutter" - z. B. Gras, Klee und Heu - gefüttert. Laut Eu-Bio-Verordnung müssen 60 % der täglichen Futterration (in der Trockenmasse) aus Gras, Heu oder Raufuttersilage bestehen. Durch den verpflichtenden Weidegang haben Bio-Kühe im Sommer auch Zugang zu frischem Grünfutter, Gräsern und Kräutern.

 

Diese Art der Haltung - große natürliche Futterflächen, frische Luft, viel Bewegung und ausgewogenes Futter - trägt nicht nur zur Gesundheit der Tiere bei. Sie beeinflusst auch direkt die Qualität der Frischmilch und den Geschmack:

 

  • Glückliche Kühe, die viel Auslauf an der frischen Luft bekommen und ausgewogen und artgerecht gefüttert werden, produzieren Milch, die einen (um 40-90 %) größeren Anteil an hochwertigen Fettsäuren enthält als Milch von konventionell gehaltenen Kühen.

  • Milch von glücklichen Kühen schmeckt meist intensiver.

  • Bio-Milch enthält nachweislich einen höheren Anteil an Vitaminen (15-80 % mehr Vitamin A und E).

  • Bio-Kühe werden mit gentechnisch unbedenklichen Futtermitteln gefüttert. Auf vorbeugende Medikamente (Antibiotika), die Rückstände in der Milch hinterlassen können, wird ebenfalls verzichtet.

Eine Bio-Kuh braucht für einen Liter Milch rund drei Quadratmeter Weidefläche. Bei dem genannten Pro-Kopf-Verbrauch entscheidet jeder Konsument bzw. jede Konsumentin beim Kauf eines Bio-Milchproduktes gleichzeitig auch über die ökologische Bewirtschaftung von 240 Quadratmetern Weideland. Die Bio-Bauern und Bäuerinnen leisten so einen wichtigen Beitrag zur Landschaftspflege.

Im internationalen Milchvergleich ist Österreich Bio-Spitzenreiter. Der Bio-Milchanteil liegt bei rund 16 %, mehr als 85.000 Bio-Kühe produzieren jährlich rund 400 Millionen Liter Bio-Milch. Das ist knapp 1/6 der gesamten EU-Biomilchmenge. Österreich gehört somit nach Deutschland (460 Millionen Liter) und Dänemark (405 Millionen Liter) zu den Spitzenreitern der europäischen Bio-Milchproduktion.

Produzenten von Bio-Milch und Milchprodukten werden regelmäßig von staatlich autorisierten Kontrollstellen geprüft - mindestens einmal jährlich werden die Bio-Betriebe auf die Einhaltung aller einschlägigen Bestimmungen kontrolliert. Auf allen verpackten Bio-Lebensmitteln muss die Codenummer der Bio-Kontrollstelle (z.B.: AT BIO-XXX) angegeben sein.

Fütterung und Einsatz von Düngemitteln


Das österreichische Programm für umweltgerechte Landwirtschaft verbietet in der Grünlandwirtschaft (also den Wiesen auf denen das Futter wächst, das dann zu Heu oder Silage wird) praktisch alle konventionellen Ertragssteigernden mineralischen Dünger. Österreichische Milchproduzenten dürfen also wie im Bio-Bereich nur organisch düngen. Diese Regelung betrifft rund 90 % der heimischen Produktionsfläche. Die konventionelle Milchproduktion ist bei diesem Aspekt dem Bio-Bereich also schon sehr nahe. Unterschieden wird erst bei zugekauften Futtermitteln. Diese müssen in der Bio-Milchwirtschaft ebenfalls aus biologischer Produktion stammen, und sind somit auch frei von Gentechnik.

 

Heumilch


Auf Frischmilch und Milchprodukten findet sich immer häufiger die Bezeichnung „Heumilch" oder „aus Heumilch" hergestellt. Heumilch stammt von Milchkühen die ausschließlich mit Heu, nicht aber mit Futter aus Silagen gefüttert werden. Die Bezeichnung allein garantiert allerdings noch keine biologische Produktion. Heumilch aus kontrolliert biologischer Produktion wird zusätzlich durch Bio-Labels wie dem AMA-Bio-, BIO-Austria- oder EU-Bio-Logo gekennzeichnet.
Die Fütterung mit Heu tut den Tieren gut, denn Heu fördert aufgrund seiner Struktur (lange Fasern) die Verdauung der Milchkühe. Viele Bauern und Bäuerinnen verzichten mittlerweile schon auf die Heufütterung, da die Gewinnung stark wetterabhängig und aufwendiger ist als das Silieren.

 

Markdaten


Der durchschnittliche Österreicher konsumiert jährlich rund 80 Liter Milch, 17,7 kg Käse, 7,8 kg Obers und Rahm, 5 kg Butter und 1,3 kg Schmelzkäse (Grüner Bericht 2009).

 

Gesundheitstipps:
 

  • Milch enthält wichtige Salze und alle fett- und wasserlöslichen Vitamine: A, B1, B2, B6, B12, C, D, H und K! Die Hauptinhaltstoffe, neben Milchzucker, Fett und Eiweiß sind Phosphat, Citrat, Kalium, Calcium, Chlorid, Natrium und Magnesium.

 

  • Sauermilchprodukte sind besonders leicht verdaulich. Durch die Arbeit der Mikroorganismen im Laufe der Herstellung von Sauermilchprodukten wird das Milcheiweiß bereits in kleinere Bestandteile zerlegt, wodurch es für den Körper leichter verdaulich wird. Zusätzlich erhöht die Milchsäure in Sauermilchprodukten die Aufnahme des enthaltenen Kalziums.

  • Fruchtjoghurts und Sauermilchprodukte mit niedrigem Fettgehalt (wie z.B. 0,1 % Fett) verleiten zu der Annahme, dass es ich dabei um besonders gesunde, kalorienarme Produkte handle. Meist enthalten gerade diese Produkte relativ viel Zucker (um das fehlende Fett geschmacklich auszugleichen) und auch Zusatzstoffe und Emulgatoren (für die cremige Konsistenz). Der Gesundheitsaspekt wird dabei, vor allem durch den Zucker, vermindert. Tipp: Naturjoghurt kaufen und frisches regionales Obst oder saisonale Beeren beimischen!



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