Kaffee und Tee Ratgeber
Kaffe und Tee begleiten unseren Alltag und finden ihren Platz in nahezu allen Lebenslagen. In Europa stehen die Österreicher beim Kaffeetrinken an der Spitze: 152 Liter werden hier durchschnittlich getrunken.
Bei Produkten die in so großer Menge, und so regelmäßig konsumiert werden, sollte es selbstverständlich sein, beim Einkaufen biologisch produzierte und fair genhandelte Produkte zu wählen.
- Bio-Kaffee schont die Umwelt
- Tee: Ursprung und Herkunftsländer
- FAIRTRADE Standards
- Kaffee und Tee aus fairem Handel
- Gesundheitstipps
- Konventionelle Tees werden häufig durch intensive Bewirtschaftung, in Monokulturen und mit hohem Pestizid- und Düngemitteleinsatz produziert. Achten Sie daher auf Tees aus biologischer Produktion.
- Achten Sie auf Tees, die das FAIRTRADE-Siegel tragen. Damit fördern Sie die Unterstützung von besseren Lebens- und Arbeitsbedingungen der PlantagenarbeiterInnen und Pflückerfamilien in den Herkunftsländern.
- Kaufen Sie Tees die nicht aufwendig verpackt sind. Bei Produkte, bei denen nicht jeder Beutel einzeln verpack ist, bzw. bei offene Sorten fällt nicht so viel Abfall an.
- Kaufen Sie fair gehandelten Kaffee aus kontrolliert biologischem Anbau. Damit unterstützen Sie die Sicherung sozialer und arbeitsrechtlicher Standards, und ökologische, umweltschonende Anbaumethoden.
Kaffee Welthandel
Kaffee wird weltweit in über 50 Ländern angebaut, unter anderem in Äthiopien, Bolivien, Brasilien, Costa Rica, Guatemala, Honduras, Indonesien, Kolumbien, Mexiko, Nicaragua, Peru und Tansania. Die Kaffeepflanze wächst nur in tropischer Umgebung und stellt sehr hohe Ansprüche. Geographische Bedingungen, Temperatur, Sonnenschein, Niederschläge, Wind und Bodenbeschaffenheit müssen gut passend aufeinander abgestimmt sein. Nur dann können gute Qualität und hohe Erträge erzielt werden.
Kaffee ist das wichtigste Agrargut im globalen Nord/Süd-Handel, nach Erdöl weltweit der zweitwichtigste Exportrohstoff. Über 25 Millionen Menschen sind weltweit mit Anbau, Verarbeitung und Handel von Kaffee beschäftigt. Das große Geschäft mit dem Kaffee wird jedoch vor allem im Rohstoffhandel gemacht. Mehrere multinationale Konzerne dominieren den Markt. Der Kaffee wird an der Börse gehandelt.
Der Kaffeepreis unterliegt großen Schwankungen, in den letzten Jahren sind stetige Preisanstiege zu beobachten. Das führt dazu, dass die ProduzentInnen einen immer geringeren Anteil für ihre Ernten erhalten. Die Ursachen dafür sind Spekulationen und das vermehrte Auftreten von Billigproduzenten. Kleinbäuerliche Betriebe werden so von großen, modernen Plantagenbetrieben verdrängt.
Kaffeebäume erreichen nach 3 bis 5 Jahren die ersten Ernteerträge. In den darauf folgenden 10 bis 20 Jahren produzieren Sie maximale Erträge. Das führt zu extremen Monokulturen mit hohem Pestizid- und Düngemitteleinsatz, bei denen mehrere Jahrzehnte lang intensive Kulturen auf einer gleichbleibenden Fläche bewirtschaftet werden. Beim biologischen Kaffeeanbau werden Kaffeeplantagen durch Schattenbäume und andere Nutzpflanzen, wie z. B. Bananen, Ananas oder Papaya aufgelockert. Anders als bei den meisten Lebensmitteln, geht es bei Kaffee aus biologischer Landwirtschaft praktisch rein um die umweltschonenden Aspekte, und weniger um Einflüsse von schädlichen Inhaltsstoffen auf die Gesundheit. Fachleute sind sich weitgehend einig, dass gesundheitlich bedenkliche Rückstände, die durch konventionelle Landwirtschaft entstehen, beim Kaffeetrinken keine Rolle spielen. Der Charakter der Kaffeefrucht und die Weiterverarbeitung zum Endprodukt (das Rösten), schützen vor möglichen Schäden. Der biologische Anbau trägt jedoch viel zur Erhaltung von Umwelt und Ressourcen bei, und rentiert sich auch für die Kaffeebauern. Durch die biologischen Anbaumethoden steigt der Ertrag pro Hektar und die Bioprodukte erzielen auf dem Weltmarkt höhere Preise. Zusätzlich bestimmen politische Einflüsse, Besteuerungsmaßnahmen und Art des Vermarktungssystems, wie sich der Weltmarktpreis für den einzelnen Kaffeebauern bemerkbar macht.
Ursprung und Herkunftsländer
Tee ist eine uralte Kulturpflanze, die seit Jahrtausenden kultiviert wird. Weltweit wird Tee in verschiedenen Varianten in rund 30 verschiedenen Ländern angebaut, darunter China, Sri Lanka, Indien, Kenya, Malawi, Uganda, Argentinien, Türkei und Georgien. Tee ist eigentlich ein Baumgewächs, wird aber durch Beschneidung in Strauchform gezüchtet.
Unterschiedliches Aussehen, Geschmack und verschiedene Aromen ergeben sich aus dem Anbaugebiet, der Erntezeit und regionalen Klimabedingungen.
Tee kommt in der Regel nicht aus kleinbäuerlichen Strukturen, sondern von Plantagen und wird auf dem Weltteemarkt versteigert. Die Preise schwanken und sind je nach Sorte und Region sehr unterschiedlich. Tee ist sowohl von seiner Geschichte als auch von seiner aktuellen Rolle im Welthandel für den Fairen Handel prädestiniert, denn er erzeugt auf den internationalen Märkten längst nicht die Preise, die er als landwirtschaftliches Spitzenerzeugnis eigentlich verdient hätte.
In FAIRTRADE-Betrieben werden Mindestpreise bezahlt und zusätzlich gibt es eine Sozialprämie, welche gezielt für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der PlantagenarbeiterInnen und Pflückerfamilien verwendet wird. Dieses Geld wird in einen Fonds einbezahlt, über dessen Verfügung die Plantagenbelegschaft in einem Komitee, dem sogenannten Joint Body, gleichberechtigt entscheidet.
FAIRTRADE setzt sich für gerechtere Preise, bessere Arbeitsbedingungen, Nachhaltigkeit und faire Handelsbedingungen für die Bauern/Bäuerinnen und PlantagenarbeiterInnen in den Entwicklungsländern ein.
Durch den fairen Mindestpreis, den die Unternehmen für die Produkte zahlen müssen, sowie durch Bioaufschläge und Sozialprämien bekämpft FAIRTRADE die Ungerechtigkeit des konventionellen Handels, der typischerweise die ärmsten und schwächsten ProduzentInnen am meisten benachteiligt. FAIRTRADE ermöglicht es ihnen, ihre Stellung zu stärken und ihre Lebensgrundlage zu verbessern und steht für soziale, ökonomische und ökologische Mindestkriterien:
- FAIRTRADE-Prämie für soziale und ökologische Entwicklung
- Mindestpreise, die Produktions- und Lebenshaltungskosten decken
- Arbeitsrechtliche Mindeststandards
- Verbot von ausbeuterischer Kinderarbeit und Zwangsarbeit
- Direkter Handel
- Förderung von kleinbäuerlichen Strukturen
- Bei Bedarf Vorfinanzierung der Ernte
- Verwendung von gentechnikfreiem Saatgut
- Naturnahe und nachhaltige Anbaumethoden
- Schutz natürlicher Gewässer und des Regenwaldes
- Gezielte Förderung von biologischem Anbau durch Bio-Aufschläge
Kaffee und Tee aus fairem Handel
In Österreich gibt es derzeit über 35 verschiedene Kaffeesorten und Mischungen mit dem FAIRTRADE-Gütesiegel, übrigens 2/3 davon Bio-Kaffee. FAIRTRADE Kaffees gibt es als ganze Bohnen oder gemahlen, löslichen Pulverkaffee, koffeinfreie Mischungen, Kaffee-Tabs, Automatenkaffee und Eiskaffee.
Seit mehreren Jahren gibt es Tee mit dem FAIRTRADE-Gütesiegel im österreichischen Handel. Der Markt für FAIRTRADE-Tee wächst seit seiner Einführung stetig und bietet für viele PflückerInnen in den Armutsgebieten eine neue Chance.
In Österreich sind die Sorten Schwarztee (Darjeeling, Assam, Nilgiri, Ceylon, Earl Grey, Tansania), Grüntee, Jasmintee und Roiboos mit FAIRTRADE Siegel erhältlich. Sowohl in Teebeuteln als auch lose oder als Eistee.
Quelle: FAIRTRADE Österreich
- Koffein, in verträglichen Mengen konsumiert, steigert die Konzentrationsfähigkeit, verbessert das Reaktionsvermögen und hat eine belebende und erfrischende Wirkung.
- Vorsicht: Diese Effekte lassen sich durch einen höheren Konsum nicht steigern! Zu hoher Kaffee- und damit Kofffeinkonsum kann vielmehr zu unerwünschten Reaktionen wie erhöhte Nervosität oder Herzklopfen führen.
- Der Mythos, dass Kaffee eine dehydrierende Wirkung hat, hält sich hartnäckig. Zahlreiche aktuelle Studien wiederlegen diese Aussage: In üblichen Mengen konsumiert (österreichischer Durchschnitt: 2-3 Tassen), trägt Kaffee zum täglichen Flüssigkeitsbedarf bei. (Auch wenn die dehydrierende Wirkung widerlegt wurde, wird Wasser als Grundlage für den täglichen Flüssigkeitsbedarf empfohlen).
- Die wohltuende und heilungsfördernde Wirkung von Kräutertees ist bekannt. Je nach Sorte und Zusammensetzung helfen sie zu beruhigen, aufzumuntern, fördern die Verdauung, helfen bei der Entschlackung, aktivieren und beleben.
Mehr Informationen zum Thema:
Übersicht Ratgeber "Essen & Trinken"





