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KategorienWissenswert6 Tipps für Zero Waste Weihnachten

Rund um die Weihnachtszeit kann es schon einmal hektisch werden und man verliert den Nachhaltigkeitsgedanken schnell aus dem Auge: Konsumrausch und Verlegenheits- oder Last-Minute-Geschenke, Verpackungsflut, Deko aus Plastik und Lametta oder die Essensreste vom üppigen Weihnachtsmenü lassen Müllberge wachsen und das Weihnachtsfest in einem wenig nachhaltigen Licht erscheinen. Wie man dem entgegenwirkt und wo man am Weg zu Zero Waste Weihnachten am besten ansetzt, verraten wir in diesem Beitrag.

Der erste Schritt – think big, but start small

Es ist nicht immer leicht, dem Anspruch an einen nachhaltigen Lebensstil gerecht zu werden, nicht zuletzt in der oftmals stressigen Adventszeit. Also wo am besten anfangen, ohne dass man überfordert resigniert? Die Bereitschaft ist der erste Schritt zum nachhaltigen Weihnachtsfest und unser Tipp dabei: Klein anfangen. Für alle, die sich erst einmal näher mit dem Thema beschäftigen und sich Anregungen holen möchten, bieten Bücher wie „Einfach Nachhaltig Weihnachten“ oder „Zero Waste Weihnachten“ einen tollen Überblick und viele Ideen rund um Müllvermeidung in der Weihnachtszeit. Niederschwellige Einstiegshilfen in die Praxis bieten auch „Starter Kits“ zum Beispiel von MyLittleSteps, EcoYou  oder EcoMonkey – sie enthalten nützliche Tools zum Einstieg für unterschiedliche Lebensbereiche, so kann man Zero Waste in kleinen Schritten in den eigenen Alltag integrieren. Diese eignen sich auch als Geschenke für Familie und Freunde zum Weihnachtsfest.

Kleines Geschenk in der Hand
Think big but start small – Zero Waste zu Weihnachten kann auch mit einigen wenigen Maßnahmen umgesetzt werden.
© Pexels

Die Dekoration – Weniger ist mehr

Um den eigenen ökologischen Fußabdruck zu minimieren, empfiehlt es sich, Weihnachtsschmuck wie Christbaumkugeln oder Deko langfristig zu nutzen und nicht jedes Jahr neue in anderen Farben zu kaufen. Statt auf Materialien zu setzen, die nicht wiederverwertbar sind wie Plastik, lieber auf Naturmaterialien wie Papier, Holz oder Stroh zurückgreifen. Aber auch hier muss man differenzieren – so werden auch Strohsterne mitunter in Fernost produziert und sind lange gereist bzw. sollte auch bei Holzdeko darauf geachtet werden, woher das verwendete Holz stammt. Im Ideallfall lieber auf weniger, dafür hochwertigere Deko setzen – zum Beispiel auf Kunsthandwerk aus heimischer Produktion. Auch Do-It-Yourself-Bastelaktionen und Upcycling stellen sinnvolle Alternativen zum Neukauf von Dekoartikeln und Weihnachtsschmuck dar. Auf Lametta oder Kunstschnee bzw. Dekosprays am Christbaum sollte man lieber verzichten, denn dann können Bäume nicht mehr als Biomüll entsorgt werden.

Christbaumkugel am Baum
Auch bei Christbaumschmuck gilt: längere Nutzungsdauer spart Ressourcen
© Unsplash

Der Weihnachtsbaum – Bio, regional bzw. im Topf

Der Weihnachtsbaum ist im österreichischen Brauchtum fest verankert – rund 2,8 Millionen Nadelbäume sind jährlich in Österreich als Christbaum im Einsatz und ein durchschnittlicher Baum benötigt rund 8 bis 10 Jahre Wachstumszeit. Um die Umwelt zu schonen, empfiehlt es sich auf Bäume aus heimischem Anbau und biologischer Landwirtschaft zurückzugreifen. Das schont die Umwelt durch kürzere Transportwege und durch Verzicht auf Pestizideinsatz. Eine Alternative stellt auch der „lebende Christbaum“ oder „Weihnachtsbaum zum Mieten“ dar – hier wird das Bäumchen im Topf gezogen und lebt (vorausgesetzt man beachtet ein paar Pflegetipps) nach dem Weihnachtsfest weiter. Anbieter wie ögreissler setzen auf dieses Konzept – dabei kann man sich entscheiden ob man den Baum im Topf nur für die Weihnachtszeit mieten will (Anlieferung und Abholung wird sogar CO2-neutral organisiert) oder das Bäumchen dann nach Weihnachten z.B. im eigenen Garten weiterleben soll.

Christbaum im Topf im Wohnzimmer
Lebendige Weihnachtsbäume im Topf – am besten aus heimischem Anbau und biologischer Landwirtschaft
© Pexels

Die Geschenke – Qualität vor Quantität

Geschenke drücken Wertschätzung aus und gehören zu Weihnachten dazu – es gibt allerdings viel Spielraum, wie sich ein Geschenk gestalten lässt. Es muss nicht immer etwas Materielles, etwas Neues oder etwas Teures sein, um Freude zu bereiten. Bei Sozialeinrichtungen beispielsweise kann man über Spendengeschenke oder Patenschaften nachhaltig Sinn stiften. Immaterielle Geschenke wiederum, wie etwas Selbst-Gestaltetes oder Selbst-Gemachtes, sind nicht nur einzigartig, sondern zeigen auch, dass man sich für die Beschenkte oder den Beschenkten Zeit genommen hat, egal ob ein Gedicht, ein gestaltetes Kurzvideo oder auch ein kulinarisches Geschenk wie selbst gemachte Marmelade oder angesetzter Likör tragen zu Zero-Waste unterm Weihnachtsbaum bei. Oder man verschenkt „Zero Waste“ indem man nützliche Dinge verschenkt, die helfen Müll zu vermeiden. Gerade Kinder werden zu Weihnachten oft reich beschenkt. Damit Kinder nachhaltig Freude haben, lieber auf langlebiges Spielzeug setzen – auch via Second-Hand finden sich Geschenke für jedes Alter. Im Sektor Kinderspielzeug gibt es bereits eine Vielzahl von Anbietern mit nachhaltigem Sortiment, das nicht nur ein Strahlen ins Kindergesicht zaubert, sondern auch die Umwelt schont.

Kind spielt mit Holzspielzeug
Bei Spielzeug für Kinder sollte auf Langlebigkeit geachtet werden.
© Pexels

Die Verpackung – Auf Wiederverwertung achten

Schön gestaltete und liebevoll verpackte Geschenke machen zweifelsohne Freude – Berge an Verpackungsmaterial landen dadurch allerdings nach den Feiertagen im Müll. Oftmals ist das Geschenkpapier speziell beschichtet, kann deshalb nicht recycelt werden und muss im Restmüll statt im Altpapier entsorgt werden. Als Alternative dazu kann man auf Upcycling von Back- oder Altpapier setzen bzw. Papierreste nutzen, die man nicht mehr benötigt wie Plakate oder Landkarten. Das Papier lässt sich beispielsweise mit Farben, Bändern und Naturmaterialien wie Zweigen, Tannenzapfen und Zimtstangen aufpimpen und wird so zum individuellen Eyecatcher unterm Weihnachtsbaum. Auch selbst gebastelte Papierboxen sind eine kreative Möglichkeit für wiederverwertbare Geschenkverpackungen. Ein smarter Ansatz ist es, Textilien wie Baumwoll- oder Bienenwachstücher als Verpackung zu verwenden – diese können nach dem Auspacken weiterverwendet werden und man schenkt zwei Geschenke auf einmal.

Statt beschichtetem Glitzerpapier, eignen sich auch unbeschichtetes und recyceltes Papier, Zeitungen oder Plakate als Geschenkpapier.

Das Weihnachtsessen – spread love, not waste

Die Weihnachtsfeiertage gehen oft auch mit opulenten Familienessen und reichlich gedeckten Tischen einher. Leider führt das oftmals dazu, dass das ein oder andere übrig bleibt und in den Mist wandert. Genaue Planung beim Einkauf und auch Absprache mit Familie und Freunden im Vorfeld von Einladungen (Checkliste: Wer bring etwas mit, Nahrungsmittelunverträglichen etc.) hilft bereits vorab Überproduktion oder Überraschungen zu vermeiden. Steht ein üppiges Essen an, kann man für den Folgetag auch gleich ein „Restlessen“ einplanen und übrig gebliebene Speisen und Lebensmittel gezielt verwerten. Brotreste zum Beispiel lassen sich gut zu Knödeln verarbeiten, kalte Bratenreste in Sandwiches verwerten oder Gemüsereste als Grundlage für Suppen verwenden.

Weihnachtstafel üppig gedeckt
Während der Feiertage landen viele Lebensmittel im Müll – wie wäre es tags darauf mit einem gemeinsamen „Restlessen“?
© Pexels
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