(c) Ricardo Gomez Angel

Castanea sativa, Keschtn, oder einfach: Maroni

Liebling der Veganer, Vitamin- und Mineralstoffbombe, aus herzhaft-deftigen wie auch süßen Gerichten nicht wegzudenken, die Edelkastanie begleitet uns schon seit vielen Jahrhunderten. Im Mittelalter noch als „Arme-Leute-Essen“ verkannt, feiert sie heute als Delikatesse fröhliche Urständ'.

Schon Hermann Hesse wusste um den Zauber dieser gehaltvollen Köstlichkeit, sein Roman Narziss und Goldmund beginnt mit der Vorstellung einer vor dem Klostereingang von Mariabronn stehenden Edelkastanie als „...geliebt von den Welschen und Lateinern, von den Einheimischen als Fremdling begafft...“. Die ursprüngliche Heimat des „Fremdlings“ Maroni wird in Kleinasien vermutet, lässt sich aber nicht genau verorten, da die Edelkastanie seit der Antike im gesamten Mittelmeerraum wie auch den nördlich angrenzenden Gebieten angebaut wird. Die Edelkastanie war bis Ende des 19. Jahrhunderts in den südlichen Bergregionen Europas das Hauptnahrungsmittel der Landbevölkerung. Während es in Zeiten teuren Weizen- oder Roggenmehls als Ersatz bei unvermögenden Bevölkerungsschichten diente, hat sich heutzutage der gegenteilige Effekt eingestellt, wo Kastanienmehl teurer als das herkömmliche Mehl ist und fast nur noch über Onlinehändler zu erwerben.

Bio und regional

Es lohnt sich, dabei auf Bio-Qualität und regionale Herkunft zu achten! Maroni aus Österreich sind nicht immer leicht zu finden. Zu den größeren Produzenten zählen Pucher´s Bio-Kastanienfarm oder der Kastanienhof Klug, beide in der Steiermark, sowie der Maronihof Roitner im Mostviertel. Dennoch stammt der Großteil der Maroni, die im Supermarkt erworben werden können, aus dem. Hier sollte man nach Möglichkeit auf Bio-Qualität und zumindest europäische Herkunft achten, um die Transportwege mögliochst kurz zu halten.

Süße Nussfrucht aus der Familie der Buche

Die Maroni gehört zur Familie der Buche und der Kastanienbaum kann gut und gerne über 500 Jahre alt werden. Seine Früchte reifen von Oktober bis Anfang Dezember, für die Ausbreitung der „Plumpsfrüchte“ sorgen Eichhörnchen, Siebenschläfer, Krähen und Häher, in dem die Tiere die Nüsse als Nahrungsvorräte im Boden verstecken. Die dort vergessenen Früchte keimen dann im Frühjahr aus, diese Bäume tragen aber erst nach 25 bis 35 Jahren Früchte.

Vitamin- und Mineralstoffbombe

Maronen schmecken nicht nur exzellent, sie sind auch sehr gesund, von Vitamin A, E und C sowie viele B-Vitamine enthalten sie auch wichtige Mineralstoffe wie Calcium, Kalium und Magnesium. Zudem ist die Maroni kalorienarm und durch den hohen Kohlenhydrat- und Stärkegehalt macht sie außerdem schnell und längerfristig satt. Kastanien sind darüber hinaus glutenfrei, das heißt für Zöliakie-Patienten kann Kastanienmehl als Getreide-Ersatz verwendet werden.

Glücksgefühle im Winter

Durch den hohen Anteil an Aminosäuren sind Maroni ein guter Ersatz für Schokolade, sie beruhigen, machen glücklich, wirken stress- und schmerzlindernd. Die Verwendungsmöglichkeit von Kastanien ist nahezu unendlich, ob gekocht oder geröstet, als Beilage, oder als Salatzutat, sie macht sich fast überall gut - zu Huhn, Truthahn, Schwein, Gans, Hase und natürlich in süßer Form. Naschkatzen geraten bei Marrons glacés, Vermicelles, Mousse, Soufflé, Creme und Eiscreme ins Schwärmen und nicht zu vergessen die herrliche Advents- oder Weihnachtsbäckerei, Schokaladenmaronen.

Wer sich diese süßen Gaumenschmeichler gönnen möchte, kann das ganz einfach und unkompliziert selbst machen. Fünf Zutaten und rund 45 Minuten Zeit, mehr braucht es nicht!

Man braucht für die Kastanienmasse:
700 g rohe Maroni
120 g Staubzucker
2 cl Maraschino oder anderer Likör

Für die Glasur:
250 g Kochschokolade
250 g Butter

Zubereitung
Maroni grob waschen, auf der runden Seite einschneiden, samt Schale im Wasser kochen, auslösen und im noch heißem Zustand passieren. Staubzucker und Likör beifügen, alles gut zu einer homogenen Masse verkneten und zu kleinen Kugeln formen, die man dann etwas platt drückt. Mit den Fingern formt man auf einer Seite "Spitzerl" und steckt noch einen Zahnstocher rein, damit man die Kastanien beim Schokolade-Tunken gut im Griff hat. Für die Glasur Kochschokolade am besten über Dampf, im Wasserbad erweichen, Butterwürfel beifügen und glattrühren. Die Maroni braucht man dann nur mehr in die warme Glasur tauchen und anschließend trocknen lassen.

Quelle
Animal.fair
Vitamine.com
die umweltberatung

zurück zur News-Übersicht

Leserkommentare (0)

Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zu- widerlaufen, zu entfernen.