Label-Kompass Spielsachen

Unsere Labeltipps: Spielsachen

Kleinkinder erkunden ihre Spielsachen mit allen Sinnen. Die Anforderungen an Teddys, Bauteile & Co sind dementsprechend hoch. Mit "bioblo“ wurde jetzt erstmals ein Spielzeug mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet. Ein guter Anlass, um sich die Spielsachen einmal genauer anzusehen.

Ein Großteil der Spielwaren, die vergangene Weihnachten unter dem Christbaum gelegen sind, stammen aus Asien. Spätestens wenn ein Spielzeug Richtung Mund des Kindes wandert, fragen sich Eltern, ob und wie schädlich diese sind.

Woher kommen die Rohstoffe? Unter welchen Produktionsbedingungen wurden sie hergestellt? Und: befinden sich Chemikalien darin? Um sich Klarheit zu verschaffen, hat Bewusst Kaufen hier die wichtigsten Informationen und nachhaltigen Labels zum Thema zusammen getragen.

Fairplay für Umwelt und Produktion

Ein Großteil der Spielwaren (ca. 80 %) wird in China hergestellt. Dort herrschen häufig prekäre Arbeitsbedingungen und viele ArbeiterInnen leiden unter schlechter Bezahlung und viel zu hohen Überstunden. Zudem weisen viele Spielsachen aus Asien PVC auf, das unerwünschte Auswirkungen auf die Umwelt aufweist und häufig mit sogenannten Weichmachern versetzt ist. Diese können sich durch Speichel aus dem Kunststoff lösen und so in den Körper gelangen. Obwohl der Einsatz von Weichmachern seit 1999 in Europa verboten ist, muss die Verwendung nicht auf der Verpackung gekennzeichnet werden.

Mehr Infos zum Thema gibt es im Bewusst Kaufen Einkaufsratgeber Spielzeug.

Labels für Spielsachen - Bewusst Kaufen empfiehlt

1. Österreichisches Umweltzeichen

Das Österreichische Umweltzeichen ist das offizielle, vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus vergebene Gütesiegel. Es wurde jetzt erstmals für Spielzeug vergeben - und zwar an „Bioblo“ aus Niederösterreich. Im Rahmen der Zertifizierung der bunten Bausteine wurde geprüft, ob gesundheitsschädliche Inhaltstoffe vermieden werden, die Rohstoffgewinnung möglichst umweltfreundlich abläuft und bei der Herstellung arbeitsrechtliche Mindeststandards eingehalten werden.

2. Blauer Engel

Das deutsche staatliche Umweltzeichen „Blauer Engel“ legt den Fokus auf textiles Spielzeug wie zum Beispiel Stoffpuppen oder Teddybären. Seit 1978 setzt er Maßstäbe für umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen, die von einer unabhängigen Jury nach definierten Kriterien beschlossen werden. Die Kriterienliste reicht von ökologischer Gewinnung der Naturrohstoffe bis zur Vermeidung gesundheitsbelastender Chemikalien im Produkt.

3. FAIRTRADE

Auch für Spielzeug gibt es die Möglichkeit, sich von FAIRTRADE zertifizieren zu lassen. Bei dem Label FAIRTRADE handelt es sich um ein Managementlabel, das soziale, ökonomische und ökologische Kriterien umfasst. Diese reichen von gesetzlichen Mindestlöhnen, über Abfallvermeidung bis zu umweltschonenden Verpackungen. Die Zertifizierungsorganisation von FAIRTRADE „FLO-Cert“ überprüft die Einhaltung der Kriterien der ProduzentInnen durch lokale Audit Teams. Das Zertifikat ist für ein Jahr gültig.

Alle von Bewusst Kaufen geprüften sieben Gütezeichen zu Spielwaren gibt es im Label-Kompass.

Unsere Tipps für einen nachhaltigen Spieleinkauf

  • Achten Sie auf Gütezeichen, die Umweltaspekte berücksichtigen und auf Hersteller, die soziale Standards befolgen. 
  • Achten Sie bei Holzspielzeug auf das FSC (Pure) und das PEFC-Zeichen. Bevorzugen Sie Vollholzprodukte, aus dem Leim von Sperrholzprodukten können gesundheitsschädliche Stoffe ausdünsten.
  • Gutes Spielzeug ist robust und hält der Beanspruchung beim Spielen stand. Sollte etwas kaputt gehen, gibt es auch Betriebe die Spielzeug reparieren, wie z.B. den Puppendoktor. Kaufen Sie hochwertiges, haltbares Spielzeug, das an die nächste Generation vererbt oder an die Nachbarskinder weitergegeben werden kann.
  • Der Hinweis auf Spielzeug „nicht geeignet für Kinder unter drei Jahren (bzw. 36 Monaten)" sollte unbedingt beachtet werden.
  • Waschen Sie Stoff- und Plüschtiere nach dem Kauf bei niedriger Temperatur in der Waschmaschine, um Rückstände von Chemikalien zu entfernen, oder kaufen Sie gebrauchte Stofftiere.
  • Vermeiden Sie batteriebetriebene Spielwaren. Batterien sind Problemstoffe und in Spielwaren nicht immer kindersicher eingebaut.
  • Entsorgen Sie funktionsfähiges Spielzeug nicht in der Mülltonne, sondern bringen Sie es zur nächsten Caritas-Sammelstelle, Second-Hand-Laden oder gehen Sie damit zum Flohmarkt. Auf tausch-dich-fit.de können Ihre Kinder ihr altes Spielzeug mit anderen Kindern tauschen. Nutzen Sie diese Wege auch selbst statt neues Spielzeug zu kaufen - gebrauchtes Spielzeug ist gut für Umwelt und Klima sowie Ihren Geldbeutel.

Weiterführende Infos:

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