Wasser - unser Lebenselixier

Unter der Lupe: Wasser

Wien ist die einzige Millionenstadt weltweit, die mit quellfrischem Trinkwasser aus den Bergen versorgt wird. Wasserhahn auf und schon sprudelt es. Für uns selbstverständlich, doch eigentlich ist es unser größter Schatz - den wir schützen müssen.

Die Erde ist zwar ca. zu zwei Drittel mit Wasser bedeckt, aber mehr als 97 Prozent davon sind Salzwasser. Damit werden Themen wie "virtuelles Wasser" oder innovative Ideen zum Schutz der wertvollen Naturressource immer wichtiger. Grund genug, sich das einmal genauer anzusehen.

Das Allround-Talent

Neben der Verwendung als Lebensmittel, kann Wasser aber natürlich noch viel mehr: wir brauchen es auch für die Landwirtschaft, Industrie, Tourismus und Erholung. Flüsse, Bäche und Seen bieten einzigartige Lebensräume für Flora und Fauna. Allein in Österreich haben wir 62 große Seen, die je mehr als 50 ha Wasser beinhalten und mehr als 2.000 Fließgewässer. Auch das Klima wird wesentlich von Wasser reguliert. Kurzum: Wasser ist sehr vielfältig!

Virtuelles Wasser im Alltag

Jede/r Österreicherin und Österreicher verbraucht rund 4.000 Liter Wasser pro Tag. Nur rund 135 Liter davon entfallen auf Körperpflege oder Kochen, der Rest zählt zum sogenannten „virtuellen Wasser“ – die Menge an Wasser, die wir mit dem Kauf jedes Produktes mitkonsumieren. Nimmt man unsere Lebensmittel einmal unter die Lupe, so stecken zum Beispiel in einem Frühstücksei 196 Liter, in 1 kg Erdbeeren 247 Liter und in 1 kg Kaffee sogar 18.900 Liter Wasser – das entspricht einem größeren Swimmingpool.

Besonders wasserintenstiv ist die Fleischproduktion. Um das Vieh zu füttern, wird viel Getreide und Wasser verbraucht. Für 1 kg Rindfleisch werden bis zu 16.000 Liter Wasser, der Inhalt von ca. 80 Badewannen, verbraucht. Das entspricht dem Inhalt von ca. 80 Badewannen. Aber auch die Herstellung von Gebrauchsgegenständen benötigt große Mengen an Wasser, zum Beispiel ein Smartphone mit 900 Liter oder ein Baumwoll-T-Shirts mit 4.100 Liter.

Wasser-Fußabdruck verringern

In Österreich leben wir in der glücklichen Situation, große Trinkwasservorkommen und -reserven zu haben und es als unerschöpfliches, frei verfügbares Gut zu betrachten. Wassermangel ist jedoch nicht nur ein wichtiges Thema in weit entfernten Ländern, sondern ist stark mit unserem Alltag verbunden. Durch unser Konsumverhalten können wir viel zum Schutz des Wassers beitragen. Zum Beispiel kann der Konsum virtuellen Wassers reduziert werden, indem man mehr regionales, saisonales Gemüse und Obst kauft, statt mit künstlicher Bewässerung gezogene importierte Ware. Weniger ist oft mehr – auch bei der Kleidung gilt: lieber weniger und dafür qualitativ hochwertige (= langlebigere) Kleidungsstücke kaufen.

Innovative Wasserideen für die Zukunft

Um unsere wertvolle Ressource Wasser zu schützen, haben sich auch einige Start-Ups und Jungunternehmer mit dem nachhaltigen Umgang mit Wasser auseinander gesetzt. Hier ein paar Beispiele:

  • Showerloop – die Dusche mit Recyclingwasser

Das tägliche Duschen verbraucht sehr viel Energie und Wasser. Rund 15 Liter Duschwasser fließen in den Abguss – pro Minute. Da ist man schnell auf mehr als 100 Liter Wasser pro Duschvorgang. Ein Start-Up aus Finnland hat eine innovative Lösung dafür gefunden: den „Showerloop“ – eine Dusche, die das Duschwasser recycelt. Nach dem Durschvorgang wird das Wasser aufgefangen, durch verschiedene Filter geleitet und aufbereitet. Das recycelte Wasser kann dann für den nächsten Duschvorgang verwendet werden – und man spart auch noch Wasser. Mit dem System braucht man nämlich nur noch 10 Liter Wasser pro Duschvorgang (statt 100 Liter).

  • Ooho – die essbare Wasserflasche

Täglich sollten wir ca. zwei bis drei Liter Wasser trinken. Grund genug, unser Trinkwasser auf Schritt und Tritt mit dabei zu haben. In den letzten Jahren wurden viele Wasserflaschen erfolgreich vermarktet, in jeglichen Formen und Größen. Das Problem: Glasflaschen sind schwer, Plastikflaschen sind schlecht für die Umwelt – beide Verpackungsarten brauchen zur Erzeugung ebenfalls virtuelles Wasser. Deswegen haben sich die Erfinder von Ooho! einer leichten und umweltfreundlicheren Variante verschrieben. Bei Ooho! wird das Wasser in eine biologisch abbaubare Membrane aus Seetang-Extrakt gehüllt, die geschluckt und verdaut werden kann. Wer die Membrane jedoch nicht essen möchten, kann sie einfach wegwerfen, denn sie verrotet in vier bis sechs Wochen.

  • Wadi – Wasseraufbereitung per Sonnenstrahlen

Doch auch in Österreich mangelt es nicht an Ideen. So zum Beispiel das UV-Messgerät „Wadi“ des Wiener Start-Ups Helioz. Das Gerät zur Aufbereitung von Trinkwasser wird dort eingesetzt, wo trinkbares Wasser schwer zu bekommen ist, zum Beispiel auf den Philippinen, in Kenia, Uganda, Äthopien, Ghana, Mali und Indien. Die Technologie dahinter ist simpel: alle Bakterien oder Mikro-Lebewesen im Wasser werden mit Hilfe von UV-Strahlen der Sonne abgetötet. Leuchtet das Smiley auf dem Display auf, ist das Wasser zum Trinken geeignet. Das Start-Up hat zudem auch den Segen von der Weltgesundheitsorganisation WHO erhalten: Als eines von acht Verfahren wurde Wadi als zuverlässige Technologie für die Aufbereitung von Trinkwasser bestätigt.

Wertvolles Nass schätzen und schützen

An einem Tag wie dem Weltwassertag, sollte man sich wieder einmal bewusst machen, wie wichtig Trinkwasser für jede/n Einzelne/n von uns ist. Ob als Durstlöscher, für unsere tägliche Dusche oder als natürlicher Erholungsraum. Spätestens in Ländern, in denen Wassermangel an der Tagesordnung steht, wird einem die Kostbarkeit des kühlen Nass wieder vor Augen geführt.

Laut Wateraid müssen über eine halbe Milliarde Menschen auf der Welt, also jede 9. Person, täglich ohne sauberes Wasser auskommen. Neben den Entwicklungsländern Papua-Neuguinea, Madagaskar und Mosambik, sind auch die zwei bevölkerungsreichsten Staaten der Welt Indien und China betroffen. Vorhersagen zufolge, wird sich die Lage aufgrund des Klimawandels und Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum bis 2030 weiter zuspitzen. Es liegt auch an uns, unser Wasser zu schützen und unseren Wasserverbrauch in Grenzen zu halten.

Quellen und weiterführende Links:

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