Unsere Labeltipps: Kleidung

Unsere Labeltipps: Kleidung

Langsam können die Wintersachen wieder hinten im Kleiderschrank verschwinden und stattdessen das Sommergewand aus dem Tiefschlaf geholt werden. Für viele ist der Saisonwechsel auch gleich ein guter Anlass für eine Shoppingtour. Unsere Labeltipps helfen bei der richtigen Kleiderwahl!

Heute top - morgen flop: die Modebranche ist schnelllebig, jede Saison kommen neue Shirts, Kleider und Hosen auf den Markt. Wer im Trend liegen und sich zumindest ab und zu ein neues, aber auch nachhaltiges Kleidungsstück gönnen möchte, sollte einen Blick auf unsere Labeltipps werfen.

Um die Shoppingtour auch wirklich genießen zu können und mit gutem Gewissen einzukaufen, sollten ein paar Punkte beachtet werden. Zum Beispiel, sollte auf den "Used Look" verzichtet werden. Die Kleidung sieht zwar cool aus, stellt aber ein großes Gesundheitsrisiko für die Fabrikarbeiterinnen und Fabrikarbeiter dar. Diese atmen nämlich den Quarzstaub ein, der für den Used Look eingesetzt wird. Auch von "bügelfreien" oder "knitterfreien" Kleidungsstücke sollte man die Finger lassen. Diese enthalten häufig bedenkliche Chemikalien, die für unsere Haut und unser Abwasser nicht gesund sind.

Keine einheitliche Gütesiegel

Es gibt bisher noch kein einheitliches Gütesiegel für Kleidung, die nach ökologischen Richtlinien und zu fairen Bedingungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette produziert wird. In unserem Label-Kompass finden sich Gütesiegel für Kleidung aus Baumwolle oder Wolle, die ökologische und soziale Kriterien einhalten. Aber auch hier ist zu beachten, dass einige Labels nicht alle Kriterien, das heißt ökologische, gesundheitliche und soziale Standards, erfüllen. Wichtig zu wissen: viele Labels erfüllen nur Teilaspekte. Deswegen möchten wir mit unseren Labeltipps ein bisschen Licht in die Sache bringen.

Auf bewusstkaufen.at gibt es gesamt 16 empfehlenswerte Labels für Kleidung und Textilien.

1. Naturtextil IVN zertifiziert BEST

Das Naturtextil IVN zertifiziert BEST ist ein Qualitätssiegel, welches für hochwertige, konsequent ökologische und sozial verträgliche Textilien steht. BEST-zertifizierte Produkte erfüllen höchste ökologische Ansprüche und wurden sozialverträglich produziert. Die Kriterien umfassen u. a.: ökologische Kriterien (Rohstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau, eingeschränkter Einsatz umweltschädlicher- und gesundheitsschädlicher Inhaltsstoffe, umweltschonende bzw. ressourcenschonende Produktion und Abwasseraufbereitung) und soziale Kriterien. Dazu zählen beispielsweise das Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit, sichere und hygienische Arbeitsbedingungen, existenzsichernde Löhne und geregelte Arbeitszeiten (1 freier Tag/ Woche, nicht mehr als regelmäßig 48 Stunden/Woche Arbeitszeit, nicht mehr als 12 Überstunden/Woche) etc.

2. GOTS Global Organic Textile Standard

GOTS wurde vom Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN) zusammen mit anderen internationalen Textilverbänden entwickelt. Das soziale Managementlabel legt Arbeitsbedingungen und soziale Kriterien für den Firmenstandort fest. Ebenso geht das Label auf Umweltkriterien ein. Das Qualitätssiegel steht für hochwertige, konsequent ökologische und sozial verträgliche Textilien, die aus mindestens 70 % ökologisch erzeugten Naturfasern bestehen.

3. Wear Fair Foundation

Mit dem Wear Fair Foundation-Label werden Unternehmen bewertet und keine einzelnen Produkte. Dabei handelt es sich um ein anspruchsvolles Label, das wesentlich zu Verbesserungen der fairen Produktionsbedingungen von Textilien beiträgt. Zu den Kriterien zählen: keine Zwangsarbeit, keine Diskriminierung, keine Kinderarbeit, Versammlungsfreiheit und Recht auf Tarifverhandlungen, Existenzlohn statt nur Mindestlohn, keine exzessiven Überstunden, rechtlich verbindliche Arbeitsverträge, Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz sowie Trainings für Management und ArbeiterInnen.

Einkaufstipps

  • Ziehen Sie Naturfaser (Wolle, Leinen, Hanf, Baumwolle...) synthetischen Materialien vor (außer bei Daunen)!

  • Achten Sie auf anerkannte Gütesiegel für Baumwolle aus biologischer Produktion wie GOTS (Global Organic Textile Standard), IVN, EU-ECO Label und das FAIRTRADE Zeichen für fair gehandelte Textilien! Die Rohstoffe sollten optimalerweise aus biologischem Anbau /artgemäßer Bio-Tierhaltung als auch aus fairem Handel stammen!

  • Beachten Sie Gütesiegel für Naturtextilien wie das Europäische Umweltzeichen und  ÖKO-TEX STANDARD 100 PLUS, die eine umweltschonende Weiterverarbeitung der Textilien garantieren! Naturtextil (Better und Best) sowie EKO Sustainable Textile garantieren zudem die biologische Produktion sowie die Berücksichtigung von sozialen Kriterien!

  • Achten Sie auf Produkte ohne chemische Behandlung gegen Schädlings- und Pilzbefall (Siehe Gesundheitliche Belastung durch Schadstoffe)!

  • Entscheiden Sie sich für Produkte aus regionaler Erzeugung (zumindest EU-weit - hier sind die Auflagen hinsichtlich Umweltschutz und Sozialstandards strenger).
  • Der Fair Fashion Guide, den die Arbeiterkammer Oberösterreich gemeinsam mit getchanged.net herausgibt, bietet umfangreiche Infos zum Thema nachhaltige Mode. Über den dazugehörigen Fair Fashion Finder findet man Shops in der Nähe, die nachhaltige Kleidung anbieten. Den Fair Fashion Finder gibt es auch als iPhone-App.

Mehr Informationen:

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