Apotheke aus der Natur © Unsplash

Mit der Kraft der Natur: Heilpflanzen für den Alltag

Schon Paracelsus wusste es: "Alle Wiesen und Matten, Berge und Hügel, die sind Hergott’s Apotheke". Aloe vera, Baldrian, Echinacea - Welche Heilpflanzen helfen wofür? Und woher kommt die Naturheilkunde überhaupt?

Wer sich mit Naturheilkunde beschäftigt, macht sich - wie der Name schon sagt - kundig, wie unsere Natur heilen kann. Während herkömmliche Arzneimittel Symptome oft unterdrücken, aber nicht wirklich heilen können, ist das Ziel der Naturheilkunde die körpereigenen Selbstheilkräfte zu aktivieren.

Die klassische Naturheilkunde nutzt fünf Elemente (Luft, Wasser, Licht, Ernährung, Bewegung), um unseren Körper des Menschen wieder zu neuem Leben zu erwecken. Des Öfteren wird sie auch als Komplementärmedizin bezeichnet.

Aus der Natur: Volksmedizin mit langer Tradition und als gegenwärtiger Trend

Eine der wohl bekanntesten und ältesten Vertreterinnen der Naturheilkunde ist Hildegard von Bingen, die um 1100 gelebt hat. Ihre Leistungen liegen unter anderem darin, dass sie das damalige Wissen über Krankheiten und Pflanzen aus der griechisch-lateinischen Tradition mit dem der Volksmedizin zusammenbrachte. Dafür nutzte sie deutsche Pflanzennamen. Vor allem aber, entwickelte sie eigene Ansichten über die Entstehung von Krankheiten, Körperlichkeit und Sexualität.

Auf die Kraft der Natur setzt auch Kräuterpfarrer Benedikt aus dem Waldviertler Stift Geras. Dabei beschränkte er sich nicht nur auf die Vermittlung heilkundlichen Wissens aus der „Apotheke Gottes”. Für die langjährige rechte Hand des legendären österreichischen Kräuterpfarrers Weidinger sind die Heilkräuter ein „Lächeln des Schöpfers”.

Die Branche hat sich in den letzten Jahren, nicht zuletzt durch zahlreiche Bildungsmöglichkeiten professionalisiert. Eine Vielzahl an Masterstudien beschäftigte sich mit der Naturheilkunde. Allen Schwerpunkten gemein ist die Verbindung von Erkenntnisse der modernen Medizin und Gesundheitswissenschaften mit den Betrachtungsweisen der Erfahrungsheilkunde. Die Studien befassen sich unter anderem mit Naturheil-, Entspannungs-, Körpertherapieverfahren sowie Osteopathie, Homöopathie und Akupunktur.

Aloe vera & Co: Vielfältige Wirkungen bei unterschiedlichen Beschwerden

Der Wüstenlilie Aloe vera wird beispielsweise zugeschrieben gegen Durchfälle aber auch bei Verbrennungen zu helfen. Sollten sie in diesem Sommer unter den Folgen eines Sonnenbrands leiden, so verspricht das Gel der Pflanze Milderung. Außerdem wirkt der Saft der Pflanze keimhemmend. Baldrian hingegen wird schon seit Jahrhunderten als effektives Mittel gegen Schlafstörungen eingesetzt. Hierfür empfiehlt sich das Trinken von Baldriantee. Baldrian setzt an bestimmten Rezeptoren im menschlichen Körper an und wirkt hier ähnlich wie Adenosin, ein körpereigenes Molekül, das uns müde macht.

Immer wieder wird Echinacea (Sonnenhut) zur Vorbeugung, aber auch zur Linderung von Erkältungskrankheiten empfohlen. Forscher fanden heraus, dass die regelmäßige Einnahme von Echinacea-Extrakt eine Infektionsgefahr mit Erkältungserregern um 60 Prozent verringern kann. Eukalyptus beispielsweise ist für seine abschwellende Wirkung bekannt. Das Eukalyptusöl ist in der Lage, in die Schleimhäute einzudringen. Hier bewirkt es, dass diese abschwellen und Sie wieder besser atmen können.

Johanniskraut ist gemeinhin als Stimmungsaufheller bekannt und kann bei Depressionen wirken. Forscher gehen davon aus, dass durch das Kraut der Serotoninabbau im Gehirn teilweise verhindert wird. Serotonin ist jenes Hormon, das zu Kreativität und Glück beiträgt. Die Heilpflanze Kurkuma, die man wahrscheinlich eher als Currybestandteil kennt, hat sich als stark entzündungshemmend erwiesen. Kurkuma ist in der Lage, bei Schmerzen genauso gut zu wirken wie so manches Schmerzmittel. Weidenextrakt ist hilfreich, wenn man unter Kopfschmerzen leidet, unter Beschwerden, die durch Arthritis hervorgerufen werden, sowie unter Rückenbeschwerden.

Quellen und Informationen:

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