Waldbaden - gut für Körper und Geist © Unsplash

Shinrin Yoku - Die Kraft des Waldes nützen

Der Duft, die Geräusche, die Frische - der Wald hat eine ganz eigene wohltuende Atmosphäre. Die Japaner setzen schon seit längerem auf das "Waldbaden" und haben eine eigene Bezeichnung dafür etabliert: Shinrin Yoku.

Für manche ist es ein neuer Trend, für andere wiederum schon ein lang praktiziertes Rezept für die Bewältigung des (stressigen) Alltags: das Waldbaden bzw. auf japanisch "Shinrin Yoku". Die wohltuende Atmosphäre des Waldes, der Bäume und Sträucher, der Blumen und des Lichts, hilft uns Menschen, den Alltagsstress zu vergessen und neue Energie zu sammeln.

Im Rhythmus der Natur

Bei "Shinrin Yoku" geht es aber um viel mehr, als "nur" um ein Hobby. Es wird als ganzheitliches Erholungsangebot und Naturtherapie angesehen, die eine intensive Beschäftigung mit der Atmosphäre des Waldes voraussetzt. Durch das bewusste Einatmen, Spazieren und Genießen, tut man nicht nur seinem Geist etwas Gutes, sondern auch seinem Körper. Aufgrund der stressreduzierenden Wirkung wird das Immunsystem angekurbelt und kann zur Prävention von Burnout-Erscheinungen beitragen. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass ein Aufenthalt im Wald sogar die Bildung von Krebs-Antikörpern - sogenannten natürlichen Killerzellen - anregen kann.

Von Japan in die ganze Welt

In Japan wurden die Heilkräfte des Waldes bereits gründlich erforscht. Dies rührt daher, dass die Insel zu ca. 67 % mit Wäldern bedeckt ist. Um die japanische Bevölkerung zu motivieren mehr in die Natur zu gehen, wurde 1982 der Begriff "Shinrin Yoku" im Zuge einer Marketingkampagne ins Leben gerufen und etabliert. Die dementsprechende Kur gibt es jedoch bereits seit 1970 auf Rezept!

Seit der Bewerbung in Japan, hat sich das Konzept auch auf allen anderen Teilen der Welt etabliert und erfährt immer mehr Aufmerksamkeit. Auch in Österreich haben wir die besten Voraussetzungen für ein ausgiebiges Waldbad - rund 48 % der Gesamtfläche Österreichs sind mit Wald bedeckt, das sind 4 Mio. ha von 8,4 Mio. ha. Und: das für einen Wald naturgemäß  wichtige Holz ist nicht nur ausreichend vorhanden, sondern wächst auch noch schneller nach, als wir es ernten. In jeder Sekunde entsteht ein Kubikmeter Holz - an einem Tag entspricht das der Menge, die für rund 2.100 Einfamilienhäuser benötigt würde.

Lesenswert:

Die Waldspezialistin Ulli Felber hat sich ebenfalls mit dem Thema auseinander gesetzt und zwei Bücher zum Thema veröffentlicht (siehe auch unser Buchtipp).

3 wichtige Effekte des Waldbadens (laut Ulli Felber):

  • 1 Waldspaziergang reicht aus, um deutlich Stress abzubauen, die Konzentration zu fördern und die Stimmung aufzuhellen
  • 1 Tag im Wald kann die Bildung von lebensnotwendigen Abwehrzellen im Blut um bis zu 40 % steigern
  • 2 Tage im Wald können die Bildung von Abwehrzellen sogar über 50 % steigern

Quellen und mehr Informationen:

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