Vertikale Farmen = die Zukunft unserer Lebensmittelversorgung? © Pixabay

Vertical Farming

Unsere Städte werden immer größer, Wohnraum knapper und die Nahrungsmittelversorgung langfristig ein Problem. Wenn man nicht mehr in die Fläche gehen kann, dann: vielleicht in die Höhe? Genau darum geht's bei "Vertical Farming".

Steigt unser Lebensmittelbedarf nämlich so an, wie es prognostiziert wird, dann bräuchten wir allein für die Versorgung der Wienerinnen und Wiener eine Anbaufläche von der Größe des Burgenlands. Und unsere Nachfrage insbesondere nach frischen Gemüseerzeugnissen steigt und steigt. Deswegen braucht es neue Konzepte für die Lebensmittelproduktion von morgen.

Die Zukunftstechnologie des "Vertical Farmings" zielt darauf ab, eine tragfähige Landwirtschaft in unseren Städten zu etablieren. In Ballungsgebieten sollen mehrstöckige Gebäude so bepflanzt werden, dass die Versorgung von Nahrungsmitteln gesichert werden kann. Dabei werden die Nutzpflanzen - entkoppelt von ihrer natürlichen Umgebung - unter kontrollierten Bedingungen angebaut. Sogenannte "Controlled-Environment-Agriculture"-Technologien machen's möglich.

Ernte rund ums Jahr

Die Vorteile des "Vertical Farmings" inmitten unserer Städte liegen auf der Hand: es kann so viel angebaut werden, wie man benötigt und die Ernte kann täglich stattfinden. Zudem würden die Lieferwege enorm verkürzt werden, da sich der Anbau von Lebensmitteln - nicht so wie heutzutage zum Beispiel in Gewächshäusern außerhalb der Städte - in die Zentren verlagern würden. Zu den Nachteilen zählen jedoch die (noch) hohen Investitionskosten sowie der hohe Energiebedarf.

Gemüse statt Zigaretten: Prototyp in der Tabakfabrik Linz

Um der voraussichtlich kommenden Versorgungskrise auch in Österreich zu begegnen, plant das Wiener "vertical farm institute" eine innovative Lebensmittelerzeugung in der Tabakfabrik Linz. Seit 2018 läuft das Projekt unter dem Namen "Pixel". Neben einer Produktionsanlage für Salate und Kräuter, soll dabei auch eine Ausstellung entstehen, in der die Herausforderungen der Stadt der Zukunft erklärt werden.

Die "urbane Farm" in Seoul

Auch in Asien werden Prototypen für vertikales Anbauen angedacht. In der Innenstadt von Seoul soll eine "Urban Skyfarm" entstehen - und zwar gleich neben einem dicht besiedelten, dichten Stadtgebiet innerhalb des zentralen Geschäftsviertels der rund 10 Millionenmetropole. Inspiriert vom ökologischen System der Bäume wurde das Projekt designt und soll in Zukunft die lokale Nahrungsmittelproduktion und -verteilung unterstützen. Gleichzeitig soll die Urban Skyfarm auch zur Verbesserung der Umweltqualität durch Wasser, Luftfiltration und erneuerbare Energieerzeugung beitragen.

Quellen und weitere Informationen:

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