Holzspielzeug im Kinderzimmer © Pixabay

Holzspielzeug - die nachhaltige Spielzeugvariante

Weichmacher in Badeenten? Billigware aus Asien? Nein Danke – es gibt auch nachhaltigere Alternativen. Immer mehr Eltern wollen wissen, ob die Spielsachen ihrer Kinder ökologisch und fair hergestellt wurden sowie gesundheitlich unbedenklich sind. Hohe Ansprüche, die Holzspielzeug erfüllen kann.

Spielzeug soll Freude bereiten, sicher und nicht gesundheitsschädlich sein und bestenfalls auch unter ökologischen und sozial gerechten Bedingungen produziert worden sein. Innerhalb der EU regelt die europäische Spielzeugrichtlinie, welche Anforderungen Spielzeug erfüllen muss damit es gesundheitlich unbedenklich ist. Ökologische und soziale Aspekte werden darin allerdings nicht berücksichtigt.

Rund 80 % des in Österreich verkauften Spielzeugs wird in China, unter teils prekären Arbeitsbedingungen hergestellt. Zudem weisen viele Spielsachen aus Asien PVC auf, das unerwünschte Auswirkungen auf die Umwelt hat und über Weichmacher in den Körper gelangen können. Obwohl der Einsatz von Weichmachern in Europa verboten ist, muss die Verwendung nicht auf der Verpackung gekennzeichnet sein. Wer sicher gehen will und eine nachhaltige Alternativ, zu den Billigwaren aus Asien sucht, liegt mit Spielzeug aus Holz voll im Trend.

Holz: der nachhaltigere Spielgefährte

Bereits Kreisel und Würfelspiele der Griechen und Römer wurden aus Holz angefertigt und Kinder im alten Ägypten spielten mit Tierfiguren aus Holz. Und auch heute werden die Kleinen wieder immer häufiger mit Holzspielzeug beschenkt. Holz ist robust, langlebig, recyclingfähig und kann über Generationen weitergegeben werden. Es hat im Vergleich zu anderen Materialien geringe ökologische Auswirkungen und bei Holzspielzeug aus heimischem Holz kann man davon ausgehen, dass soziale Standards eingehalten werden. Für Holzspielzeuge sind vor allem das FSC- und das PEFC-Siegel relevant. Denn bei beiden Siegeln wird garantiert, dass das Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammt.

Heimischer Holz-Klassiker und nachhaltige Spiel-Innovation

Mittlerweile bietet der Markt viele Marken, die sich den Kindern und der Umwelt zuliebe der Nachhaltigkeit verschrieben haben. Ein österreichischer Holz-Klassiker, der wieder boomt und den es schon seit 1903 gibt, ist Matador. Das Holz, für das legendäre Holzstecksystem, stammt aus österreichischen Waldbeständen und wird im Waldviertel hergestellt. Das Spiel mit Holzbauklötzen und Stäben fördert nicht nur die Kreativität, sondern lehrt Kindern spielend handwerkliches Geschick: hammern, klopfen, stecken nach Lust und Laune sind hier sehr erwünscht. Denn bekanntlich lernen Kindern, weil sie spielen, aber spielen nicht, um zu lernen.

Eine relativ neues innovatives Holz-Recyclingprodukt ist Bioblo. Mit den bunten Bausteinen aus Niederösterreich wurde erstmals auch ein Spielzeug mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet. Die Steine bestehen zwar nicht zu 100 % aus Holz, aber zu rund 60 % aus Holzspänen von heimischen Fichten und Tannen aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung, der Rest ist hochwertiger Recyclingkunststoff. Im Rahmen der Zertifizierung wurde geprüft ob gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe vermieden wurden, die Rohstoffgewinnung möglichst umweltfreundlich abläuft und bei der Herstellung arbeitsrechtliche Mindeststandards eingehalten werden. Zudem ist Bioblo vom Österreichischen Umweltzeichen zertifiziert, dessen Anforderungen über den bestehenden regulativen Rahmen der europäischen Spielzeugrichtlinie weit hinaus gehen und Stoffe, die ein Umwelt- und Gesundheitsrisiko darstellen, verbieten.

Holzspielzeug trifft moderne Lernspiele-Apps

Wer seinen Kindern ein Schritthalten mit modernen Kommunikationstechniken und Lernspielen in Kombination mit Holzspielzeug nicht vorenthalten möchte, findet mit Marbotics ein innovatives Zusammenspiel. Das französische Unternehmen vereint die Vorteile von zeitlosem Holzspielzeug und Technik, indem ein plastisches Holzobjekt Aktionen auf einem Tablet auslöst. Derzeit gibt es sieben Apps mit Lernspielen zum Buchstabieren, Lesen und Rechnen, die nach dem Montessori-Modell entwickelt wurden.

Worauf Sie generell beim Kauf von Holzspielzeug achten können

  • Achten Sie auf Gütezeichen, die Umweltaspekte berücksichtigen (z.B. "Blauer Engel" oder „Spiel gut") und auf Hersteller, die soziale Standards befolgen.
  • und auf Hersteller, die soziale Standards befolgen.
  • Achten Sie bei Holzspielzeug auf das FSC (Pure)- und das PEFC-Siegel.
  • Bevorzugen Sie Vollholzprodukte, aus dem Leim von Sperrholzprodukten können gesundheitsschädliche Stoffe ausdünsten.
  • Kaufen Sie mit biologischen Ölen oder Bienenwachs behandeltes Holzspielzeug. Gewachstes Holzspielzeug kann man waschen.
  • Unbehandeltes Holz ist aus hygienischen Gründen für Babys nicht geeignet, da es optimalen Nährboden für Bakterien bietet.
  • Der Hinweis auf Spielzeug „nicht geeignet für Kinder unter drei Jahren“ sollte unbedingt beachtete werden.
  • Gutes Spielzeug ist robust und hält der Beanspruchung beim Spielen stand. Sollte etwas kaputt gehen, gibt es auch Betriebe, die Spielzeug reparieren.
  • Kaufen Sie hochwertiges, haltbares Spielzeug oder erweiterbare und kombinierbare Spielwaren, die an die nächste Generation vererbt oder an die Nachbarskinder weitere gegeben werden können.
  • Kaufen Sie Kinderspielzeug aus zweiter Hand, es muss nicht immer neu sein. Auch gebrauchte, gut erhaltene Spielsachen bereiten Freude, schonen gleichzeitig Ressourcen und die Müllberge.
  • Weniger ist mehr: Kinder mit mehr Spielsachen sind nicht glücklicher.
Quellen und mehr Informationen:


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