Haltbarkeit von Lebensmitteln © pexels

Mindestens haltbar bis...

Pro Jahr werden weltweit rund 1,3 Milliarden Tonnen an Lebensmitteln weggeworfen oder gehen entlang der Wertschöpfungskette verloren. Das entspricht rund einem Drittel der produzierten Lebensmittel - ein Teil davon wäre jedoch noch genießbar. Ein Grund: das (umgangssprachliche) "Ablaufdatum".

Auch wenn das umgangssprachliche "Ablaufdatum" erreicht ist: Der Vorratsschrank hat deshalb noch lange nicht seine Mindesthaltbarkeit erreicht. Das Mindesthaltbarkeitsdatum (kurz: MHD) ist eine Garantie des Herstellers, d.h. bis zu diesem Datum sind Eigenschaften des Lebensmittels wie Geschmack, Geruch, Konsistenz, Nährwert und Farbe des bis dahin ungeöffneten Produktes bei sachgerechter Lagerung garantiert.

Wie lange Lebensmittel wirklich halten

Allerdings ist der Großteil der Lebensmittel auch nach dem MHD noch genießbar, Voraussetzung dafür ist nur eine entsprechende Lagerung und eine unversehrte Verpackung. Wie lange Lebensmittel auch nach abgelaufenem MHD noch mindestens haltbar sind, hat die Wiener Tafel in einer anschaulichen Tabelle zusammen getragen.

So sind zum Beispiel Gewürze, Zucker, Teigwaren, Reis, Konserven oder Honig mindestens ein Jahr lang über der angegebenen Mindesthaltbarkeit noch genießbar. Nüsse, Öl oder Senf halten normalerweise noch länger als 28 Tage über dem MHD. Kürzer haltbar sind in der Regel Butter, Eier oder Schokolade mit 14 bis 21 Tagen über dem MHD. Insbesondere bei Lebensmittel mit kurzer Haltbarkeit (2 bis 5 Tage über dem MHD), wie beispielsweise Brot, Milch, Schlagobers oder Konditorwaren sollte man die Prüfung mit den Sinnen anwenden: Wenn das Lebensmittel noch unverändert aussieht, entsprechend riecht und gut schmeckt, kann es verzehrt werden. Damit kann man wertvolle Lebensmittel vor der Mülltonne retten.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum trifft jedoch nur auf ungeöffnete Produkte zu - wurde das Produkt bereits geöffnet, können Sauerstoff, Feuchtigkeit und Mikroorganisamen in das Lebensmittel gelangen und es verderben. Daher sollen die Lebensmittel rasch verbraucht oder richtig gelagert bzw. haltbar gemacht werden.

Initiative "Lebensmittel sind kostbar!"

In Österreich landen jährlich rund 157.000 Tonnen an verpackten und unverpackten Lebensmitteln und Speiseresten im Restmüll. Das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) hat sich mit der Initiative „Lebensmittel sind kostbar!“ deswegen das Ziel gesetzt, eine nachhaltige Vermeidung und Verringerung von Lebensmittelabfällen herbeizuführen. Dies wird u.a. in Form von intensiver Öffentlichkeitsarbeit, Schulprojekten und Kooperationen mit Partnern bzw. Partnerinnen aus Wirtschaft und Gesellschaft umgesetzt. Zudem werden unter dem Motto „Die besten Beispiele vor den Vorhang“ herausragende Ideen und Projekte in allen Lebensbereichen ausgezeichnet.

Richtige Lagerung

Die meisten Lebensmittel verderben, weil sie falsch aufbewahrt oder vergessen werden - das ist schlecht für die Umwelt und die Geldbörse. Daher lohnt es sich, den richtigen Ort für die Aufbewahrung zu wählen und diesen entsprechend zu organisieren. Generell gilt: geöffnete Lebensmittel sollten so rasch wie möglich verbraucht oder weiterverarbeitet werden. Außerdem zahlt es sich aus, Kühlschrank und Vorratsschränke übersichtlich zu organisieren: Neu gekaufte bzw. lang haltbare Produkte sollten nach hinten geschlichtet, rascher verderbende Produkte nach vorne gestellt werden. Wichtig ist auch Hygiene, um Keimen und Schädlingen vorzubeugen: Der Kühlschrank und die Vorratsschränke sollten regelmäßig gründlich gereinigt werden.

Quellen und weitere Informationen

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