Unsere Labeltipps: Kosmetische Produkte

Unsere Labeltipps: Kosmetische Produkte

Ob Palmöl oder Duftstoffe – in der Welt der Kosmetik gibt es viele problematische Inhaltsstoffe und Themenfelder. Dementsprechend steigt bei Konsumentinnen und Konsumenten der Wunsch nach naturkosmetischen Produkten - ohne schädlichen Inhaltsstoffen. Unsere Labeltipps helfen bei der Auswahl.

„Ingredients“

Angaben zu den Inhaltsstoffen auf den Verpackungen wirken auf den ersten Blick oft kryptisch. Generell gilt: je mehr von einem Inhaltsstoff in dem Produkt vorhanden ist, desto weiter vorne steht es in der Liste – in der Regel sind dies bei Kosmetika die Basisstoffe wie Wasser, Fette oder Alkohol. Darauf folgen Wirkstoffe wie beispielsweise Pflanzenextrakte oder Konservierungs- und Farbstoffe. Im Gegensatz dazu, müssen Duftstoffe nicht einzeln angeführt werden. Sie werden gerne unter Begriffen wie „Parfum“ oder „Aroma“ zusammengefasst. Ausgenommen von dieser Regel sind Duftstoffe, welche von der EU als besonders allergieauslösend gelten und demnach explizit dargelegt werden müssen. 

Ein Inhaltsstoff - Palmöl - ist aufgrund der schädlichen Umweltauswirkungen besonders häufig in der Kritik. Palmöl verfügt über besondere funktionale Eigenschaften: es verbessert die Wärmebeständigkeit, Oxidationsbeständigkeit, die natürliche Beschaffenheit und Geschmeidigkeit. Dementsprechend häufig ist es in Seifen, Cremes oder Duschgels enthalten. Mit 30 % Marktanteil ist es das wichtigste Pflanzenöl der Welt. Allerdings ist es auch verantwortlich für riesige Monokulturen, für die zuvor tropischer Regenwald abgeholzt und abgebrannt wurde. Mehrere Initiativen arbeiten deswegen daran, den Anbau von Palmöl nachhaltiger zu gestalten. Aber es gibt auch Alternativen dazu - obwohl es für Kosmetikhersteller eine große Herausforderung ist, Palmöl komplett zu ersetzen, setzen sich einige Unternehmen explizit dafür ein. So zum Beispiel "dieNikolai", die Kosmetiklinie des Demeter-zertifizierten Weinguts Nikolaihof aus der Wachau. In den Produkten kommen vorwiegend regionale Inhaltsstoffe wie Traubenkernöl zum Einsatz.

Natur- und Biokosmetika

Nachhaltige Kosmetikprodukte zeichnen sich durch ihren sozialen und ökologischen Mehrwert aus. Dabei ist zwischen den Begriffen „Naturkosmetik“ und „Biokosmetik“ zu unterschieden: Produkte der Naturkosmetik enthalten ausschließlich natürliche Rohstoffe pflanzlichen, tierischen und mineralischen Ursprungs. Nicht erlaubt sind demnach Inhaltstoffe, welche mit chemischen Verfahren gewonnen bzw. weiterverarbeitet wurden. Für Biokosmetika gelten die gleichen Kriterien, darüber hinaus müssen die pflanzlichen und tierischen Inhaltsstoffe zumindest aus 95 % aus kontrolliert biologischer Herkunft stammen. Die Herstellung von Biokosmetika muss durch eine anerkannte Biokontrollstelle überprüft werden.

Im Label-Kompass von Bewusst Kaufen befinden sich 25 nachhaltige Gütezeichen für kosmetische Produkte. Zu unseren drei Labeltipps zählen:

  • Österreichisches Umweltzeichen Rinse-off Kosmetikprodukte

Die Richtlinie Rins-off Kosmetikprodukte des Österreichischen Umweltzeichens zertifiziert Pflegeprodukte, die über die gesamte Produktionskette der Nachhaltigkeit verpflichtet ist: von der Produktion bis zur Entsorgung bis zum Gesundheits- und Arbeitsschutz müssen gehobene Umweltansprüche erfüllt werden.

Die Produkte müssen u.a. biologisch abbaubar sein, beim Einsatz von Palmöl, Palmkernöl und/oder Derivate der Öle müssen diese aus nachhaltiger Bewirtschaftung stammen. Weiters ist die Verwendung von umweltschädlicher und gesundheitsschädlicher Inhaltsstoffe ist eingeschränkt, Duftstoffe und andere Stoffe dürfen nur bis zu einem vorgegebenen Grenzwert enthalten sein.

  • Demeter

Demeter ist ein Verbandszeichen, das zum Netzwerk BIO AUSTRIA gehört. Die Richtlinien von Demeter erfüllen die Anforderungen der EU-Öko-Verordnung, gehen jedoch in allen Aspekten darüber hinaus: Es gelten BIO AUSTRIA-Richtlinien und überdies noch eigene Demeter-Richtlinien für biologisch-dynamische Landwirtschaft. Diese besondere Form der ökologischen Wirtschaftsweise versteht den landwirtschaftlichen Betrieb als einen individuellen, in sich geschlossenen Organismus, der nicht nur materiellen, sondern auch immateriellen Einflüssen unterliegt.

Auch für Kosmetikprodukte regelt Demeter in einer eigenen Richtlinie die zulässigen Verfahren. Stoffe dürfen nicht an Tieren getestet werden. Arbeitsplätze, Arbeitszeiten und Entlohnung gewährleisten eine menschenwürdige Arbeit, besonderer Wert wird auch auf die Zahlung angemessener und fairer Preise entlang der Wertschöpfungskette gelegt

  • CSE – Certified Sustainable Economics Standard

Das soziale Managementlabel CSE bescheinigt die Nachhaltigkeitsmotivation von Unternehmen. Mit der Einführung des CSE-Standards verfügt ein Unternehmen über ein Umweltmanagementsystem. Ein Qualitätsmanagement und die Einhaltung sozialer Kriterien sind ebenfalls verpflichtend. Mindestens 75% der Masse der Produkte müssen nach einem für die Branche existierenden Produktstandard hergestellt werden (z.B. Natrue, BDIH, etc.) Ebenso muss in der Unternehmensphilosophie auf Nachhaltigkeit Bezug genommen werden und ein Nachhaltigkeitsbeauftragter definiert sein. Auch zum Thema Palmöl macht das Gütezeichen Vorgaben: Es muss bevorzugt aus kontrolliert biologischem Anbau stammen, UEBT (Union for Ethical Bio Trade)- bzw. Fair-Trade-zertifiziert sein oder zumindest aus RSPO-Anbau stammen.

Einkaufstipps

  • Greifen Sie zu Produkten, die als „Naturkosmetik" oder „Biokosmetik" gekennzeichnet sind - diese beiden Bezeichnungen sind durch das österreichische Lebensmittelbuch geregelt. Bezeichnungen wie „natürlich" oder der Hinweis auf pflanzliche Inhaltsstoffe sind hingegen kein sicherer Hinweis auf garantiert kontrollierte Naturkosmetik.
  • Verwenden Sie Produkte mit sparsamen, umweltverträglichen und recyclingfähigen Verpackungen und Nachfüllpackungen.
  • Berücksichtigen Sie das Thema Palmöl auch beim Einkauf von Kosmetika und achten sie darauf, Kosmetik zu erwerben die palmölfrei ist bzw. Palmöl aus verantwortungsvollen Quellen enthält.
Quellen und mehr Informationen:
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