Babyprodukte © Pixabay

Unter der Lupe: Nachhaltigkeit bei Babyprodukten

Die Geburt eines Kindes stellt Eltern vor viele Fragen, gegebenenfalls auch hinsichtlich ihres Konsumverhaltens – insbesondere wenn es um den Kauf von Produkten für die Kleinen geht. Welchen Stellenwert hat Nachhaltigkeit dabei? Bewusst kaufen hat die Facebook Community dazu befragt.

Ob regionale Lebensmittel, energiesparende Technologien oder Vermeidung von Müll: Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit gewinnt in immer mehr Lebensbereichen an Bedeutung. Das gilt auch für den Alltag mit Babys und Kleinkindern. Im Rahmen einer Schwerpunktwoche hat sich Bewusst kaufen dem Thema genauer gewidmet und eine Umfrage in der Facebook Community durchgeführt. Der neue Einkaufsratgeber zu „Nachhaltigen Babyprodukten“ bietet allen (werdenden) Müttern und Vätern eine nachhaltige Entscheidungshilfe – mit entsprechenden Einkaufstipps, Gütesiegeln und tiefergehenden Informationen zum Thema.

Facebook-Umfrage zum Stellenwert von Nachhaltigkeit bei ausgewählten Babyprodukten – die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick:

Nachhaltigkeit bei Textilien besonders wichtig

Die erste Frage beschäftigte sich damit, bei welchen Produktgruppen nachhaltige Babyartikel für die Userinnen und User am wichtigsten sind. Mehr als die Hälfte gab an, dass ihnen der Aspekt der Nachhaltigkeit bei Textilien am wesentlichsten ist, gefolgt von Spielzeug und Windeln. Bei Kinderwägen spielt die Nachhaltigkeit dagegen eine eher untergeordnete Rolle. Einige der Befragten gaben per Kommentar an, dass es ihnen beim Kauf von Babyprodukten besonders darauf ankommt, dass diese schadstofffrei und aus natürlichen Materialien (z. B. bei Holzspielzeug) gefertigt sind.

Second Hand statt Neukauf bei Kleidung

Die Frage, ob für das Baby eher neue Kleidung gekauft oder bereits getragene Kleidung (von Geschwistern, Verwandten, Flohmärkten oder Second Hand Läden) verwendet wird, beantwortete mehr als drei Viertel der Befragten mit der zweiten Antwortmöglichkeit. Nur vereinzelt werden neue Teile angeschafft, da die Kinder ohnehin sehr schnell wieder herauswachsen. Vor allem beim ersten Kind müssen zahlreiche Produkte und nützliches Zubehör angeschafft werden. Doch nicht alles häufig Angepriesene ist auch wirklich nötig, insbesondere Kleidung kann mehrfach genutzt, als Secondhandware gekauft oder im Freundes- und Bekanntenkreis ausgeborgt werden.

Nachhaltige Labels und Gütezeichen bei Baby-Kleidung geläufig

Bei der Frage, welche Labels und Gütezeichen im Zusammenhang mit Babybekleidung ein Begriff sind, wurden „GOTS Global Organic Textile Standard“ und "Standard 100 by Oeko-Tex" am häufigsten genannt. Weniger bekannt ist den Umfrage-Teilnehmerinnen und Teilnehmern das Label "Naturtextil IVN zertifiziert BEST" oder „Wear Fair Foundation“. Hierbei ist zu erwähnen, dass es generell noch kein einheitliches Gütesiegel für Kleidung, die nach ökologischen Richtlinien und zu fairen Bedingungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette produziert wird, gibt.

Im Label-Kompass von Bewusst Kaufen finden sich Gütesiegel für Kleidung aus Baumwolle oder Wolle, die ökologische und soziale Kriterien einhalten. Aber auch hier ist zu beachten, dass einige Labels nicht alle Kriterien, das heißt ökologische, gesundheitliche und soziale Standards, erfüllen. Auf welche Gütesiegel beim Kauf von Kleidung geachtet werden sollte, gibt’s bei den Bewusst kaufen Labeltipps und im Label-Kompass.

Einwegwindeln oder wiederverwendbare Stoffwindeln?

Auch diese oft diskutierte Frage haben wir im Rahmen unserer Umfrage gestellt - mit dem Ergebnis, dass die Mehrheit der Befragten eher auf Einwegwindeln zurückgreift. Ein Viertel vertraut auf wiederverwendbare Stoffwindeln, der Rest verwendet beides (Einwegwindeln unterwegs, Stoffwindeln zuhause). Als Gründe, warum eher zur Einwegwindel gegriffen wird, wurden unter anderem die einfachere Handhabung und die ohnehin schon großen Wäscheberge (durch Babykleidung) genannt.

Holzspielzeug beliebter als Plastikspielzeug

Holzspielzeug erfreut sich bei den Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmern großer Beliebtheit. Mehr als drei Viertel gaben an, dass sie ihren Kindern in den ersten Lebensmonaten und -jahren eher Spielzeug aus Holz als aus Plastik zum Spielen gaben. Als Gründe pro Holzspielzeug wurden Robustheit, Natürlichkeit und Haptik des Materials Holz genannt.

Rund 80 % des in Österreich verkauften Spielzeugs wird in China, unter teils prekären Arbeitsbedingungen, hergestellt. Zudem weisen viele Spielsachen aus Asien PVC auf, das unerwünschte Auswirkungen auf die Umwelt hat und über Weichmacher in den Körper gelangen kann. Obwohl der Einsatz von Weichmachern in Europa verboten ist, muss die Verwendung nicht auf der Verpackung gekennzeichnet sein. Wer sicher gehen will und eine nachhaltige Alternative zu den Billigwaren aus Asien sucht, sollte auf Spielzeug aus Holz zurückgreifen.

Funktionalität und Sicherheit beim Kinderwagen am wichtigsten

Ein Kinderwagen stellt eine vergleichsweise größere Investition dar, deshalb wurde die Facebook Community gefragt, welche Kriterien für die Befragten beim Kauf entscheidend waren. Hier wurden Funktionalität und Sicherheit am öftesten genannt. Erst danach folgen Nachhaltigkeitsaspekte (schadstofffreie Materialien, faire Produktion) sowie Aussehen und Design. Der Preis wurde am seltensten genannt und spielt laut den Umfrage-Ergebnissen bei der Kaufentscheidung eine untergeordnete Rolle. Zudem werden Kinderwägen auch oft Second Hand gekauft bzw. von Verwandten oder Bekannten übernommen.

Brei wird gerne selbst gekocht

Zuletzt wurde noch die Frage gestellt, ob Eltern ihren Babys lieber gekauften Brei im Glas oder selbstgekochten Brei geben. Die überwiegende Mehrheit der Befragten gab an, den Brei für das Kind ausschließlich selbst zuzubereiten. Bei vielen kommt beides zum Einsatz (gekaufter Brei aus dem Glas für unterwegs, selbstgekochter Brei zuhause) – ausschließlich auf gekauften Brei greifen hingegen nur wenige zurück. Hauptgrund warum der Brei selbst gekocht wird, ist die damit einhergehende Sicherstellung der Verwendung von qualitativ hochwertigen Lebensmitteln.

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass sich Eltern – neben vielen anderen Fragen – auch mit jenen zur Nachhaltigkeit von Produkten rund ums Baby beschäftigen und diese einen hohen Stellenwert einnimmt. Den meisten (werdenden) Eltern wird schnell bewusst, dass sie zukünftig nicht mehr nur für sich selbst, sondern auch für ihr Baby Verantwortung übernehmen müssen und tun dies auch. Viele Jungeltern sehen demnach genauer hin, wo und was sie für ihre Kinder und sich selbst kaufen und achten auf mehr Nachhaltigkeit in ihrem Alltag mit Baby.

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