Beim Online-Einkauf gilt: Lokal statt International © Pexels

Unter der Lupe: (Lokales) Online-Shopping

Geschlossene Geschäfte und Social Distancing leiten die Aufmerksamkeit besonders auf eine alternative Einkaufsmöglichkeit – das Online-Shopping. Dabei gilt: Lieber bei lokalen (Web)Shops als bei internationalen Online-Riesen bestellen und gemeinsam die heimischen Betriebe stärken.

Neben zahlreichen anderen Branchen, ist der heimische Handel besonders von der derzeitigen Ausnahmesituation betroffen. Viele Geschäfte sind geschlossen, Einkäufe verlagern sich verstärkt auf Online-Angebote. Ausschlaggebend für das wirtschaftliche Ausmaß der Krise sind auch das jetzige Verhalten sowie ganz bewusste Kaufentscheidungen der Konsumentinnen und Konsumenten.

Jeder lokale Einkauf zählt – mit dem Griff ins regionale Online-Regal können heimische Betriebe gestärkt und ihnen im Kampf gegen große internationale Konkurrenten geholfen werden. Gemäß dem Motto „Gemeinsamen schaffen wir das“ haben sich nun zahlreiche Initiativen und neue Online-Plattformen gegründet, um den lokalen Handel zu unterstützen. Welchen Stellenwert Online-Shopping in Österreich hat und worauf es nun ankommt:

Online-Shopping boomt auch in Österreich

Die Möglichkeit, einfach und bequem online von zu Hause einzukaufen, gewinnt in europäischen Ländern immer mehr an Attraktivität – dies gilt auch für Österreich. Mittlerweile tätigen 60 % der Österreicherinnen und Österreicher ihre Einkäufe online. Die Vorteile liegen auf der Hand: Online gibt es alles, immer und von überall, unabhängig von Ladenöffnungszeiten oder räumlichen Beschränkungen und das direkt vor die Haustür geliefert.

Insbesondere Kleidung, Bücher und Elektro- bzw. Elektronikgeräte, wie zum Beispiel Smartphones, werden vermehrt online gekauft. Österreichische Online-Shops profitieren jedoch kaum vom wachsenden E-Commerce-Markt. Mehr als jeder Zweite bestellt Waren außerhalb des Landes - Tendenz steigend. Auch aufgrund der in den letzten Jahren abnehmenden Loyalität zu heimischen Produzenten und Unternehmen, gewinnen internationale Online-Riesen immer mehr an Marktmacht. In Krisenzeiten kann sich jedoch der Stellenwert vom reinen Shopping-Erlebnis und ständiger Verfügbarkeit verschieben – weg von immer mehr, hin zu weniger, dafür aber sinnvollen Investitionen.

Heimische Produzenten per Klick unterstützen

In der aktuellen Situation ist es wichtig, die Wertschöpfung in Österreich zu behalten und somit auch Arbeitsplätze zu erhalten. Gerade jetzt gilt es, regional einzukaufen und Online-Angebote des heimischen Handels zu nützen, um österreichische Produzenten und Betriebe für den Moment, aber auch für die Zukunft zu unterstützen. Nur so kann ein Fortbestehen der Nahversorger und Produktion in der Region forciert werden.

Neben bereits bestehenden Webshops, machen nun auch zahlreiche neue Plattformen das Einkaufen per Mausklick einfach: Von Wien bis nach Vorarlberg wurden bereits neue Onlineportale und spontan eingerichtete Lieferservices ins Leben gerufen.

Auf www.nunukaller.com können sich alle kleinen Unternehmen, die ihre Produkte weiterhin online verkaufen können, mit ihrer Website eintragen. In der österreichischen Online-Fibel des Falter Wochenmagazins und auf ecommerceaustria.at finden sich ebenfalls österreichische Onlineshops – von Lebensmitteln, über Bücher bis zu Kinderspielzeug - von Unternehmen aus Ihrer Region. Auf der Website www.gemeinsamschaffenwirdas.at können zusätzlich Hilfe, Jobs oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der unmittelbaren Umgebung gesucht und vermittelt werden.

Ein weiterer Zugang sind Gutschein-Plattformen: Auf zusammen-leiwand.at oder vorfreude.kaufen können jetzt Gutscheine von lokalen Unternehmen oder Gastronomiebetrieben erstanden und später (nach Ende der derzeit gültigen Ausgangsbeschränkungen) eingelöst werden. 

Wie sich unser Einkaufsverhalten verändern könnte

Die durch Digitalisierung vorangetriebenen strukturellen Veränderungen im gesellschaftlichen Alltag haben bereits seit Jahren zu einer stetigen Verlagerung der Handelsumsätze vom stationären Einzelhandel ins Onlinegeschäft geführt. Die vorherrschenden geänderten Rahmenbedingungen können gewohntes Einkaufsverhalten aufbrechen und gegebenenfalls sogar grundsätzlich verändern.

Wurden bisher vor allem klassische Konsumgüter online gekauft, werden jetzt vermehrt auch neue Angebote wie der Online-Einkauf von Lebensmitteln ausprobiert. Die Lebensmittellieferung nach Hause erscheint Konsumentinnen und Konsumenten vielleicht nicht nur als bequeme Option für den Wocheneinkauf, sondern aktuell auch als die gefühlt sicherere Wahl. Ob und wie sich diese Haltung festigen wird, wird sich spätestens dann zeigen, wenn wir wieder zu unseren normalen Alltagsbedingungen zurückkehren können.
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Quellen und weitere Informationen:

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