Nachhaltige Eigenmarken im Handel (c) Shutterstock

Nachhaltige Eigenmarken im Supermarkt

Bio, öko, fair, regional – frühere Nischen sind zu bedeutenden Marktsegmenten angewachsen was sich in der Anzahl der nachhaltigen Gütesiegel in den Supermärkten widerspiegelt. Es stellt sich die Frage: Brauchen wir sie wirklich oder tragen sie nur zu noch mehr Verwirrung im Gütesiegel-Dschungel bei?

Eine aktuelle Studie des VKI, in Zusammenarbeit mit der Universität Graz, hat sich mit den nachhaltigen Eigenmarken des Handels beschäftigt und hinterfragt, ob diese einen wirklichen Mehrwert schaffen.

Die Ausgangslage der Untersuchung war der Anspruch, dass Eigenmarken des Handels mehr bieten müssen als es etablierte staatliche oder unabhängige Prüfzeichen tun, sie müssen über die Mindestanforderungen (etwa jene des österreichischen Bio-Zeichens) hinausgehen oder verschiedene Prüfsysteme einer Marke kombinieren. Als Beispiel wird ein veganes Bio-Produkt aus der Region genannt. Erst dieser offensichtliche Mehrwert wird seitens des VKI für KonsumentInen als hilfreich angesehen.

Vergleich Mehrwert nachhaltiger Eigenmarken

24 Handelsmarken im Lebensmittel- und Reinigungsmittelbereich wurden in der Studie verglichen. Der Mehrwert wurde dabei anhand dreier Kriterien gemessen:

  • Anspruch: Geht dieser über die Mindeststandards bestehender Gütesiegel hinaus?
  • Transparenz und Kontrolle: Existiert eine Prüfung durch unabhängige Prüfstellen?
  •  Weiterentwicklung: Gibt es Konzepte, wie sich die Marke weiterentwickeln soll?

Regionale Supermarktketten die Nase vorne

Zusammengefasst ergab die Studie, dass fast alle Eigenmarken zwar einen Mehrwert gegenüber bereits bestehenden Prüfsystemen für sich beanspruchen können, doch bleibt dieser in der Regel beschränkt. Den besten Beitrag leisten die regionalen Supermarktketten Tirols und Vorarlbergs (Sutterlütty, MPreis) mit einem deutlichen Mehrwert für ProduzentInnen und KonsumentInnen. Beide profitieren von der starken regionalen Verankerung. Im Bereich Bio-Lebensmittel können sich die drei Marken BIO vom Berg (MPreis), Ja! Natürlich (REWE) und Zurück zum Ursprung (Hofer) behaupten.

Die nachhaltigen Ziele der untersuchten Eigenmarken sind im Wesentlichen die Einhaltung von Umwelt-, Tierschutz- oder Regionalitätsstandards. Was generell fehlt sind konkrete Zielsetzungen zur sozialen Gerechtigkeit oder zu menschenwürdigen Arbeitsbedingungen. Daher wurde auf diese Faktoren in der Studie nicht näher eingegangen.

Die gesamte Studie lesen Sie in der neuen Ausgabe des Konsument (ET: 21. November 203)

Die Untersuchung wurde von der Forschungsstelle Wirtschaftsethik & CSR an der Universität Graz durchgeführt und kann im Internet abgerufen werden unter http://uni-graz.at/fswecsr/nhhm/bericht/nhhm_bericht.pdf

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