Urlaub

Urlaub mit Respekt vor Mensch und Natur

Reisen bedeutet Begegnung mit Menschen, Naturschönheiten und Kulturattraktionen. Reisende hinterlassen aber auch Spuren und beeinflussen die Lebensbedingungen der einheimischen Bevölkerung sowie den Zustand der besuchten Sehenswürdigkeiten. Nachhaltig Reisen bedeutet auch, sich achtsam zu verhalten.

„Wer andere besucht, soll seine Augen öffnen, nicht den Mund“, sagt ein tansanisches Sprichwort. Offenheit und Respekt für das besuchte Land und die Menschen können viel bewirken. Sie ermöglichen interessante Einblicke und Begegnungen mit den Gastgebern auf Augenhöhe. Und auch Naturschätze wollen mit Respekt besucht werden. Wir haben einige Anregungen für wertschätzendes und nachhaltiges Reisen versammelt!

Natur- und Artenschutz

In den letzten 100 Jahren hat der Mensch Ökosysteme schneller und umfassender verändert als jemals bisher in der Menschheitsgeschichte. Auch auf Reisen gilt das Motto „Was ich kenne, kann ich besser schützen". Wer schützenswerte Landschaftstypen oder die Lebensräume bedrohter Pflanzen und Tiere kennt, wird sich achtsamer verhalten. Das Verbleiben auf markierten Wegen, das Anleinen von Hunden oder das Vermeiden unnötigen Lärms sind Möglichkeiten, die Natur zu schonen. Natur erlebt sich am besten zu Fuß, per Rad oder Kanu - motorisierte Naturerkundungen bringen nicht das selbe Erlebnis.

Urlaubsaktivitäten im Einklang mit der Natur

Bevor man Angebote wie Trekkings in die Berg- und Gletscherwelt, Expeditionen in den Regenwald, Tauchsafaris, Dünenwanderungen oder Bootstouren durch Mangrovengebiete bucht, zahlt es sich aus sich gründlich über mögliche Umweltauswirkungen und getroffene Schutzvorkehrungen zu informieren. Bezeichnungen wie Naturtourismus, Eco-Lodge oder Schutzprojekt bedeuten nicht immer tatsächliche Nachhaltigkeit. Um sicherzugehen, dass sich das Angebot nicht negativ auf die biologische Vielfalt und die betroffene Bevölkerung auswirkt, lohnt es sich auf renommierte Gütezeichen zu achten. Der Labelguide des NFI bietet beispielsweise einen guten Überblick.

Umgang mit Ressourcen

Wasser ist kostbar. Es ist in vielen Urlaubsgebieten sehr knapp und sollte nicht gedankenlos verschwendet werden. Weitläufige Hotelanlagen, deren parkähnliche Rasenflächen permanent bewässert werden müssen, erhöhen den Wasserverbrauch immens. Ausgerechnet während der Regenzeit herrscht oft der größte Wassermangel, da Kanäle und Leitungen verschlammen und Aufbereitungsmöglichkeiten fehlen.

Bei Wasserknappheit sollte man nur kurz duschen, beim Zähneputzen immer den Wasserhahn abdrehen und tropfende Wasserhähne melden. Sich gegen das tägliche Wechseln der Handtücher und Hotelbettwäsche zu wehren spart Wasser und Chemie! Golfspielerinnen und -spieler sollten wissen, dass Golfplätze eine besonders ausgiebige Bewässerung benötigen und durch übermäßige Düngung Boden und Grundwasser belasten.

Mitbringsel, die Freude machen

Beim Kauf von Souvenirs lohnt es sich, darauf zu achten ob diese tatsächlich in Ihrem Urlaubsland erzeugt wurden. Damit werden das lokale Handwerk und die regionale Wirtschaft unterstützt. Um den Ausverkauf von Kultur(schätzen) zu vermeiden, ist es wichtig, Antiquitäten im Land zu lassen und keine heimlichen Fundstücke von Ausgrabungsstätten mitzunehmen. Diese sind oftmals wertvolle Kulturschätze, die im örtlichen Museum besser aufgehoben sind.

Außerdem sollte man es vermeiden, Produkte aus gefährdeten Tier- und Pflanzenarten zu kaufen (etwa Krokodilledertaschen, Schnitzereien aus Elfenbein, ausgestopfte Tiere). Deren Einfuhr ist in vielen europäischen Ländern aus Gründen des Artenschutzes strafbar. Kauft man sie dennoch, sollte man sich über die jeweiligen Ein- und Ausfuhrbestimmungen informieren. Korallen als Mitbringsel können beispielsweise bei der Abreise für Ärger mit den Behörden sorgen.

Bitte recht freundlich

Fotos und Filme können unvergessliche Erinnerungen festhalten. Doch Respekt ist dabei nötig. Die Menschen im Gastland sollten nicht auf „Foto- Objekte“ reduziert werden. Vor dem Fotografieren sollte man fragen, ob dies gewünscht bzw. gestattet ist. Meist lassen sich ohne Worte durch ein Lächeln, Augenkontakt oder ein Nicken Einverständnis einholen. Nach einem freundschaftlichen Gespräch oder gutem Kontakt sind Menschen oft bereit, sich „zur Erinnerung“ ablichten zu lassen. Wer verspricht, ein Foto zu schicken, sollte diese Zusage einhalten. Bei religiösen Zeremonien, Ritualen und in sakralen Bereichen ist höchste Zurückhaltung gefragt! Wird Geld für das „Recht am Bild“ verlangt, sollte man Trinkgeld geben oder das Ablichten unterlassen.

Quellen und weitere Informationen:

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