Marillen

Marillenzeit - die kleine Sonne läutet den Sommer ein!

Werden die Temperaturen sommerlich, freut man sich bereits auf diese köstlichen Früchtchen, die bei uns wie auch im bairischen Sprachraum und Südtirol als Marillen bekannt sind. Wir stellen - neben einigen Sortenraritäten aus dem Fundus des Vereins Arche Noah - Wissenswertes und Schmackhaftes vor!

Neben den traditionellen österreichischen Anbaugebieten in der niederösterreichischen Wachau, oder dem burgenländischen Kittsee, fühlt sich die Marille auch in der ungarischen Tiefebene sowie dem Mittelmeerraum wohl. Die zur Familie der Rosengewächse zählende Marille begleitet und schmeckt den Menschen schon seit der Antike, ob sie ursprünglich nun aus Armenien, China oder doch Indien kommt, ändert nichts an der Tatsache, dass sie mit ihren herb-säuerlichen bis himmlisch süßen Aromen eine willkommene Erfrischung in den Sommermonaten darstellt.

Apropos Erfrischung, die Marille bei hochsommerlichen Temperaturen kalt und pikant zu genießen, in Form eines herrlich frischen Salats zum Beispiel, kann man nur empfehlen. Dazu braucht es nicht mehr als:

  • 2 - 4 Marillen (je nach Größe)
  •  ½ Avocado
  • Grüner Salat, Radicchio, frischer Spinat...
  • 1 - 2 Mini-Salatgurken
  • Eine Handvoll Cocktailtomaten
  • Eine Handvoll Walnusskerne oder Pekannüsse
  • Frischen Zitronensaft, Olivenöl, weißer Balsamicoessig
  • je nach Gusto geräucherten Tofu, Schafs- oder Ziegenkäse beigeben

Zubereitung: Waschen, klein schneiden, mischen, marinieren - fertig!

Von der Antike in die Jetztzeit, von wanderfreudigen Raritäten und „Gemeinheiten"

Einige Marillensorten, die besten Freunde wenn es um Fruchtsalat, Marmelade, pikantes Chutney, oder Kuchen geht, wollen wir Ihnen hier gerne noch vorstellen:

Frühe Rosenmarille

Die „Frühe Rosenmarille" stammt aus dem Südosten Europas. Sie wurde nach 1918 eingeführt, durch Bäume die aus Ungarn in großen Mengen bezogen wurden. Den Namen erhielt sie bei der Marillenschau in Krems 1932, wo sie unter dieser Bezeichnung ausgestellt wurde. Sie ist wohl mit der Ungarischen frühen Rosenmarille, Koranyi rosa Barack, identisch. Der russische Forscher Kostina beschreibt eine rotbackige Marille, die von alters her in Bessarbien, im Moldaugebiet und in der Ukraine im großen Maß angebaut wird, von wo sie sich über alle Marillengegenden des europäischen Rußlands, und darüber hinaus ausgebreitet haben soll.

Große Gemeine Marille

Die Sorten dieser Gruppe dürften mit der „Großen Gemeinen Marille", die auch als „Römische Marille" bezeichnet wird, schon in früher Zeit aus Italien eingeführt worden sein, oder sind von dieser stammend, in einzelnen Ländern entstanden. Die Bezeichnung „Gemeine" bezieht sich nicht auf die qualitativen Eigenschaften, sondern auf ihre seinerzeitige allgemeine Verbreitung. Sie ist heute in meist sehr alten Bäumen vertreten.

Gelbe Wachauer Marille

Diese  zu  den  Ananasmarillen  zählende  Frucht  stammt  aus  der  Wachau. Sie ist wahrscheinlich um 1800 aus einem Samen der Großen  Gemeinen  Marille  hervorgegangen.  Früher  war  diese Sorte in der Wachau und am Bisamberg weit verbreitet, wurde aber  durch  die  Klosterneuburger Marille  und  die  Ungarische  Beste  verdrängt.  Heute  gibt  es  nur  mehr  einige  wenige  Bäume dieser Marille im Raum Spitz.

Das Arche Noah-Sortenhandbuch

Hauptzweck des Arche Noah-Sortenhandbuchs ist die Verbreitung seltener und gefährdeter Sorten von Kulturpflanzen, die im Handel nicht oder nicht mehr angeboten werden, mit dem Ziel ihrer Erhaltung. Das Saatgut wird von HausgärtnerInnen und LandwirtInnen gewonnen, die durch ihr privates Engagement seltene Sorten verfügbar machen. Ein Teil des Saatgutes wird vom Arche Noah-Samenarchiv bereitgestellt. Über die Sortenhandbuch-Online-Datenbank können registrierte Arche Noah-Mitglieder sowie Förderer aus der Fülle an seltenen Kulturpflanzen direkt beim Samenarchiv/den ErhalterInnen bestellen. Auch Gäste können Einblick in die Pflanzenvielfalt nehmen.

Weitere Infos zu den aktuell reifen und regionalen Obst- und Gemüsesorten bietet der bewusstkaufen-Saisonkalender!

Quellen und weitere Informationen:

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