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KonsumentInnenrechte: Was tun mit mangelhafter Ware?

Wer kennt das nicht, man erwirbt ein neues Produkt, freut sich und kommt im Nachhinein drauf, dass es sich um mangelhafte Ware. oder auch eine mangelhafte Dienstleistung handelt. Neben der Enttäuschung stellt sich dann für viele KäuferInnen die Frage, was zu tun ist und welche Rechte man hat.

Zwei Möglichkeiten stehen für KäuferInnen zur Auswahl, entweder die Gewährleistung oder möglicherweise die Garantie. Gewährleistung ist ein gesetzlich verankertes Recht, vom Vertragspartner, also dem Unternehmer oder Händler, ein Einstehen für Mängel an der Sache zu fordern. Garantie hingegen ist eine freiwillige Zusage eines Unternehmens, im Rahmen derer vieles oder wenig, und auch unter bestimmten Bedingungen, zugesagt werden kann.

Was bedeutet Garantie?

Bei der Garantie räumt ein Unternehmen unter bestimmten Bedingungen ein Entgegenkommen im Reklamationsfall ein. Diese Vereinbarungen sind freiwillig und in aller Regel in Garantiebedingungen festgehalten. Meistens gibt es auch einen Garantieschein, wie man ihn beispielsweise von Elektrogeräten kennt.

Was bedeutet Gewährleistung?

Gewährleistung ist die gesetzlich vorgesehene Haftung des Verkäufers für Mängel, die bereits beim Kauf vorhanden waren. Sie tritt in Kraft, wenn sich innerhalb von sechs Monaten nach dem Kauf eines Produktes herausstellt, dass es mangelhaft ist. Zu beachten gilt auch, dass die Gewährleistung nur dann zum Tragen kommt, wenn der Mangel nicht durch den Käufer/die Käuferin verursacht wurde. Erkennt man erst nach Ablauf der Sechs-Monate-Frist, dass ein Produkt oder eine Leistung fehlerhaft ist, muss man als Kunde den Beweis antreten, dass der Mangel schon beim Kauf vorhanden war.

Wichtig: Bei Gewährleistung hat man den Anspruch, dass das Unternehmen die Sache in Ordnung bringt.

Anspruch auf Reparatur, Austausch, Preisminderung oder Wandlung

Um den Gewährleistungsanspruch zu erfüllen hat das Unternehmen bzw. der Händler/die Händlerin vier Möglichkeiten:

Im ersten Schritt

  • den Mangel beheben (z.B. Reparatur) oder
  • die mangelhafte Sache austauschen (gleiches, neues Produkt) oder

Im zweiten Schritt

  • eine Preisminderung gewähren oder
  • die Sache gegen Rückzahlung des Kaufpreises zurück zu nehmen (Wandlung).

Ob das Unternehmen oder der Händler/die Händlerin den Mangel verschuldet hat oder nicht, ist dabei unwesentlich.

Im Klartext heißt das, ob Verbesserung (Reparatur) oder Austausch (gegen ein neues Produkt) in Anspruch genommen wird, entscheidet der Kunde/die Kundin. Die Grenze bei der Entscheidungsfreiheit stellt lediglich ein möglicher „unverhältnismäßiger Aufwand“ dar, wenn das gewählte Mittel unmöglich ist, oder eben einen unverhältnismäßigen Aufwand bedeutet, dann bleibt nur das jeweils andere Mittel.

Wichtig: Fordert man Verbesserung ein, sollte man schriftlich festhalten, dass es sich um eine „kostenlose Verbesserung“ handelt und innerhalb einer angemessen definierten Frist erledigt sein soll.

Klappt es mit der Verbesserung nicht, reagiert der Vertragspartner nicht, oder es zieht sich ewig in die Länge, kann man Preisminderung oder eine Wandlung (Vertragsauflösung) verlangen, zum Beispiel, wenn der Vertragspartner Verbesserung oder Austausch ablehnt, oder beide Möglichkeiten für den Kunden/die Kundin erhebliche Unannehmlichkeiten bedeuten würde.

Verlängerung der Gewährleistung

Hat man als KonsumentIn einen Gewährleistungsfall und das Unternehmen die Sache zur Verbesserung übernommen beginnt die Gewährleistungsfrist (sechs Monate) erneut, aber nur auf den beanstandeten Mangel bezogen. Ausnahmefall bildet hier die Ratenzahlung; Kauft man eine Ware auf Raten, orientiert sich die Gewährleistungsfrist am Zeitraum der Ratenzahlungsvereinbarung, das heißt, die Gewährleistungsfrist läuft bis zum Fälligkeitsdatum der letzten Teilzahlung.

Hilfe & Information für KonsumentInnen

Kommt man als KonsumentIn in die Situation, dass es zum Beispiel nach dem Kauf eines Produkts zu Schwierigkeiten kommt, oder man sich im Vorfeld informieren möchte, hat man in Österreich einige Anlaufstellen die schnelle, unkomplizierte und professionelle Hilfe sowie Information bieten:

  • Verein für Konsumenteninformation
  • Konsumentenschutz der Arbeiterkammer
  • Konsumentenschutz Verband
  • Europäisches Verbraucherzentrum Österreich


Quellen und weitere Informationen:

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