(c) Dana Vollweider

Kauf und Reparatur von elektronischen Haushaltshelfern

Die Helferlein sind aus dem Haushalt schwer wegzudenken, umso bitterer ist es dann, wenn Kaffeevollautomaten, Waschmaschinen oder Staubsauger den Geist aufgeben. Aber wann macht eine Reparatur und wann ein Neukauf Sinn und wann lohnt es sich aus Sicht der Umwelt?

Reparatur vs. Neukauf

Es kommt auf das Haushaltsgerät an, wann ein Schadensfall eintritt und man sich zwischen Reparatur und Kauf entscheiden muss. Kaffeevollautomaten beispielsweise gehen laut einer Studie der deutschen Stiftung Warentest im Durchschnitt nach 5 Jahren den Weg alles Irdischen und stellen bei Werkstätten ein Drittel der Reparaturwünsche dar. Die Maschinen sind in der Anschaffung zwar teuer, aber typische Reparaturen sind im Verhältnis dazu günstig. Deshalb lohnt sich aus ökologischer Sicht eine Instandsetzung, denn in 84 % der Fälle wird repariert und nur in 16 % der Fälle scheitert die Reparatur an zu hohen Kosten.

Die Reparatur eines Staubsaugers lohnt sich laut Studie sowohl ökologisch als auch ökonomisch selten. Im Durchschnitt gehen Staubsauger nach 8 Jahren kaputt, sinnvoll ist eine Reparatur nur bei neuen und sparsamen Geräten. Apropos Langlebigkeit und Energiesparen – die bisherige Staubsauger-EU-Wattbeschränkung ist seit September 2017 nochmals verschärft, ab diesem Zeitpunkt ist es in der EU nur noch erlaubt, Staubsauger zu verkaufen, die eine Leistung von höchstens 900 Watt besitzen, um damit den Stromverbrauch pro Jahr auf nur noch 43 Kilowattstunden zu senken. Des Weiteren wird eine Lärmgrenze eingeführt, die bei maximal 80 Dezibel liegt und die Saugkraft muss bei mindestens 98 % für Hartböden und bei mindestens 75 % für Teppiche liegen. Erfasst wird in der EU-Bestimmung auch, dass der Staubsauger-Motor in der Lage sein muss, wenigstens 500 Arbeitsstunden zu überstehen.

Waschmaschinen wiederum zählen zu den häufigsten Geräten, die in Reparaturwerkstätten landen und dreiviertel der Defekte können dort auch behoben werden, wohingegen die restlichen Reparaturen zumeist an den hohen Kosten scheitern. Die Reparatur von Waschmaschinen verringert den ökologischen Fußabdruck spürbar, denn die Herstellung von Waschmaschinen verbraucht viele Ressourcen, vor allem für die Elektronik. Sehr interessant ist auch, dass neue Waschmaschinen zwar weniger Strom und Wasser verbrauchen als alte Geräte, ökologisch betrachtet es aber Jahrzehnte dauern würde, bis die höhere Effizienz der Geräte die Belastung aufwiegt, die bei der Herstellung entstehen. Mehr Anregungen und Informationen dazu gibt es im aktuellen bewusstkaufen-Blogbeitrag von Sepp Eisenriegler!

Steht ein Waschmaschinenkauf an…

Hier gibt es einige Tipps, worauf man beim Kauf zu achten hat und in weiterer Folge zum schonenden Gebrauch bei Waschmaschine. Merkmale langlebiger Geräte sind unter anderem auch die Ersatzteilverfügbarkeit, indem Ersatzteile mindestens 10 Jahre lang verfügbar sind und ob der Gerätehersteller einen Werkskundendienst anbietet.

Weitere Merkmale für langlebige Geräte sind:

  • Zulaufschlauch mit Aquastopp: Der Aquastopp schützt gegen Wasseraustritt, elektrische Aquastopps sind wirksamer als mechanische.
  • Grobteile-Falle von vorne zugänglich: Nur eine von vorne zugängliche Grobteile-Falle (früher „Flusensieb“) ist leicht zu reinigen und schützt das Ablaufsystem der Maschine vor Verstopfungen durch Fremdkörper.
  • Türverschluss mechanisch zu entriegeln: Der mechanisch entriegelbare Türverschluss garantiert, dass die Wäsche, auch wenn die elektrische Verriegelung einmal defekt ist, herausgenommen werden kann.
  • Tasten und Display: Je mehr Bedienelemente, desto fehleranfälliger ist die Bedienung/ Elektronik, einfache und wenige Bedienelemente sind daher von Vorteil.
  • Leistungselektronik getrennt von der Bedienelektronik: Dadurch ist eine etwaige Reparatur einfacher und meist auch kostengünstiger, da nicht alle elektronischen Komponenten auf einmal getauscht werden müssen.
  • Beschrifteter Programmwahlschalter oder Tasten: Falls das Programm nur mit einem Display angezeigt wird, ist die Maschine nicht mehr bedienbar, wenn allein das Display ausfällt.
  • Gute Qualität des Trommellagers: Ab der Mittelklasse ist die Qualität des Lagers meistens besser.
  • Edelstahlbottich vs. Kunststoffbottich: Edelstahlbottiche sind stabiler als Kunststoffbottiche und daher zu bevorzugen, wenn Kunststoffbottiche, dann zerlegbare und nicht geklebte oder geschweißte.
  • Motor zusammengeschraubt anstatt genietet: Geschraubte Motoren sind einfacher zerlegbar und daher kostengünstiger zu reparieren.
  • Stoßdämpfer: Bei Waschmaschinen ab der Mittelklasse sind die Stoßdämpfer üblicherweise qualitativ hochwertiger und der Bottich ist dadurch stabiler, damit treten weniger Verschleißschäden am Gerät auf.

Damit die Waschmaschine unbeschadet und lange funktioniert:

  • Regelmäßiges Entkalken mit Essig (1/16 Liter) ab 16° dH (ab 16° dH = deutscher Härtegrad). Je höher der Härtegrad des Wassers ist, desto öfter ist zu entkalken und so funktioniert´s: Maschine einschalten und Wasser nehmen lassen, nach der Wasserzufuhr Essig in die Waschmittellade geben, aufheizen lassen und über Nacht ausgeschaltet stehen und einwirken lassen. Am nächsten Tag den Waschgang fortsetzen und beenden.
  • Waschzusätze wie Bleichmittel selten einsetzen, denn diese greifen Gummiteile wie z. B. die Türmanschette an.
  • Maschine voll beladen: Bei jedem Waschgang nützt sich die Maschine ab, deshalb die Maschine immer mit dem maximal zulässigen Wäschetrockengewicht starten.
  • Maschine offen lassen und Restwasser entfernen: Das Restwasser aus der Türmanschette entfernen und die Einspüllade trocken halten. Wenn das Wasser länger steht, kann Schimmel und übler Geruch entstehen. Dadurch wird auch verhindert, dass der Türgummi angegriffen wird.
  • Türgriff schonen: Die Tür darf nie gewaltsam geöffnet werden, da der Kunststoff sonst brechen kann. Man sollte immer die Zeitverzögerung abwarten, bis die Tür freigegeben ist.
  • Schleuderdrehzahl 1200 Umdrehungen/ Minute ist ausreichend. Höhere Schleuderdrehzahlen verringern den Feuchtegehalt in der Wäsche nur mehr minimal und wirken sich außerdem ungünstig auf die Wäsche und auf das Lager aus (höherer Verschleiß).

Quellen und weitere Informationen:

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