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KategorienWissenswertAmazon Prime Days: 6 Tipps GEGEN Schnäppchenkäufe

Auch dieses Jahr locken die Amazon Prime Days wieder mit vermeintlich unschlagbaren Angeboten und exklusiven Schnäppchen. Viele nutzen solche Aktionstage, um geplante größere Anschaffungen günstig zu kaufen. Gleichzeitig verleiten die Kampagnen dazu, Produkte zu bestellen, die wir eigentlich gar nicht benötigen. Wir werfen einen kritischen Blick hinter die Werbeversprechen und zeigen dir, wie du dich dagegen wappnen kannst. Denn nicht jeder Rabatt spart tatsächlich Geld.

Die Psychologie der Schnäppchen

Große Rabattaktionen sind darauf ausgelegt, Kaufdruck zu erzeugen. Begrenzte Angebotszeiten, künstliche Verknappung und hohe Prozentangaben vermitteln das Gefühl, eine einmalige Gelegenheit zu verpassen. Zudem entsteht ein gesellschaftlicher Drang, denn Millionen von Menschen werden gleichzeitig dazu motiviert, das beste Schnäppchen innerhalb weniger Tage zu ergattern.

Dabei steht oft nicht mehr die Frage im Mittelpunkt, ob wir das Produkt wirklich brauchen, sondern ob der Preis attraktiv ist. Aus „Brauche ich das?“ wird schnell „Sollte ich mir das nicht lieber jetzt sichern?“. Dieses Gefühl, etwas zu verpassen – häufig als „Fear of Missing Out“ (FOMO) bezeichnet – ist ein zentraler Bestandteil vieler Verkaufsaktionen.

Tatsächlich wird jedoch häufig genau das Gegenteil erreicht: Wir kaufen mehr als ursprünglich geplant und geben insgesamt mehr Geld aus.

Sind die Rabatte wirklich so groß?

Die beworbenen Preisnachlässe wirken beeindruckend: 30, 40 oder sogar 60 Prozent Rabatt. Doch solche Zahlen erzählen nicht immer die ganze Geschichte.
Häufig beziehen sich Rabatte auf unverbindliche Preisempfehlungen oder frühere Verkaufspreise, die im Alltag kaum verlangt werden. In manchen Fällen wurden Preise vor der Aktion sogar angehoben oder schwanken über das Jahr hinweg stark.

Stell dir folgende Frage vor dem Kauf: Würde ich dieses Produkt auch kaufen, wenn es keinen Rabatt gäbe?

Das teuerste Schnäppchen ist das, das man nicht braucht

Viele Käufe während solcher Rabattaktionen sind ungeplante Spontankäufe. Dadurch steigt die Nachfrage nach immer mehr Produkten, obwohl viele davon bereits in ausreichender Zahl vorhanden sind und wir sie auch gebraucht kaufen oder leihen könnten.
Bei Spontankäufen…

  • …kaufen wir meist Gegenstände, die wir danach selten oder gar nicht nutzen. Sie geraten in Vergessenheit und verstauben in unseren immer voller werdenden Schränken oder Kellern.
  • …geben wir Geld für Dinge aus, die uns keinen echten Mehrwert bringen. Die Freude daran ist meist kurz.

Überkonsum hat Folgen für Umwelt und Klima

Hinter jedem Produkt stehen Rohstoffe, Energie, Transportwege und Arbeitsaufwand. Aus Sicht des Ressourcenverbrauchs bedeuten diese übermäßigen Bestellungen in kurzer Zeit einen zusätzlichen Druck auf Produktionsketten, Logistiksysteme und Rohstoffvorkommen. Es entstehen Umweltbelastungen ohne entsprechenden Nutzen:

  • Hoher Rohstoffverbrauch für die Herstellung neuer Produkte und für Verpackungsmaterial und Versandkartons
  • Hoher Energieverbrauch in Produktion und Lagerung
  • Hohe CO2-Emmissionen durch lange Lieferketten und häufige Retouren, die zusätzliche Transportwege verursachen
  • Oft nicht fachgerechte Entsorgung von Produkten, die nur kurz genutzt werden

So lassen sich Spontankäufe vermeiden

Wir zeigen dir, wie du mit 6 einfachen Strategien bewusst konsumieren und dich gegen den Kaufdruck wappnen kannst.

  1. Newsletter und Push-Benachrichtigungen pausieren
    Viele Kaufimpulse entstehen durch ständige Erinnerungen an vermeintliche Schnäppchen. Deaktiviere Werbemails und Benachrichtigungen – wenn auch nur vorübergehend. So kommst du nicht so leicht in Versuchung.
  2. Vor dem Kauf den Bedarf hinterfragen
    Stell dir folgende Fragen:
    • Brauche ich das Produkt wirklich?
    • Besitze ich vielleicht schon etwas Ähnliches?
    • Wie oft werde ich es tatsächlich nutzen?
    • Kann ich es stattdessen ausleihen oder gebraucht kaufen?
  3. Die 48-Stunden-Regel anwenden
    Ein Vorteil von den mittlerweile viertägigen Amazon Prime Days: du kannst in Ruhe die 48h Regel anwenden. Warte mindestens 48 Stunden, bevor du ein Produkt bestellst. Oft verschwindet der Kaufimpuls bereits nach kurzer Zeit.
  4. Preise vergleichen
    Preisvergleichs-Plattformen helfen dir dabei zu prüfen, ob die Aktion aktuell wirklich den Bestpreis am Markt darstellt. Häufig sind ähnliche oder sogar bessere Preise auch außerhalb großer Rabattaktionen verfügbar.
  5. Eine Wunschliste statt eines Warenkorbs führen
    Notiere dir vorab, welche Produkte du wirklich benötigst. Am besten bereits Wochen oder Monate vor einer Rabattaktion.
    Wenn der Wunsch nach dem Produkt während der Rabattaktion nach wie vor da ist und der Artikel tatsächlich zum Bestpreis angeboten wird, kann ein Kauf sinnvoll sein. Achte aber darauf, dass du wirklich nur Artikel von deiner Liset kaufst. Alles andere brauchst du nicht.
  6. Ein Budget festlegen
    Ein festes Budget hilft dir dabei, bewusste Entscheidungen zu treffen und unterstützt dich dabei nicht übermäßig zu bestellen.

Bewusst entscheiden statt Schnäppchen kaufen

Rabattaktionen wie der Prime Day leben davon, Aufmerksamkeit zu erzeugen und Kaufentscheidungen zu beschleunigen. Nachhaltiger Konsum funktioniert jedoch genau umgekehrt: Er setzt auf Bedacht, Bedarf und langfristigen Nutzen.

Wer sich vor einem Kauf fragt, ob ein Produkt wirklich gebraucht wird, spart oft mehr Geld als jeder Rabatt verspricht. Gleichzeitig werden Ressourcen geschont, Emissionen vermieden und unnötiger Konsum reduziert.

Denn die nachhaltigste Kaufentscheidung ist manchmal die, nichts zu kaufen.