Organic 100 Content Standard
OCS 100

Gütezeichen: Organic 100 Content Standard


Das Siegel wurde von Textile Exchange, früher Organic Exchange, herausgebracht. Es überprüft ob ein Endprodukt die Menge an biologisch angebauten Materialien enthält, reguliert aber nicht den Einsatz von Chemikalien und enthält keine sozialen Kriterien. Der OCS 100 ersetzt den OE 100 Standard.

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Nachhaltigkeits-Checkbox für:
Kleidung und Textilien


Abwasseraufbereitung

Eingeschränkter Einsatz umweltschädlicher und gesundheitsschädlicher Inhaltsstoffe

Rohstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau

Soziale Verantwortung

Umweltschonende Produktion / ressourcenschonend

Verbot bestimmter Stoffe in der Produktion

Beschreibung

Der Organic Content Standard (OCS) basiert auf den Anforderungen des Content Claim Standards (CCS), in dem eine Warenflusskontrolle über die gesamte Wertschöpfungskette gefordert wird (= Chain of Custody Certification). Der OCS dient folglich zur Überwachung und Überprüfung der Inhalte von biologisch angebauten Materialien in einem Endprodukt. Es wird dabei sowohl auf den Einsatz von Bio-Naturfasern als auch auf den Einsatz von Bio-Naturfasern als Beimischung gesetzt. Der Standard gewährleistet die Nachvollziehbarkeit des Bio-Naturfasereinsatzes und hilft Kontaminationen zu vermeiden. Nicht relevant sind hingegen Anforderungen an Produktionsprozesse, Chemikalien und Sozialverträglichkeit.

Abgedeckte Produktionsschritte:

- Stoff

Kriterie:

Der OCS 100 Standard gilt für Produkte mit 95-100% biologisch angebauten Materialien. Es wird der prozentuale Anteil der biologisch angebauten Materialien „Contains x% organically grown material“ gekenntzeichnet. Der Standard gilt nicht nur für Baumwolle, sondern für alle biologisch angebauten Materialien und bezieht sich auf die komplette Herstellungskette.

Der Standard sichert ab, dass die hinzugefügten Fasern aus biologisch angebauten Materialien bestehen. Er stellt unabhängig über eine dritte Instanz die Qualitätssicherung entlang der Lieferkette mit Maßnahmen zur Nachverfolgung sicher. Somit wird gewährleistet, dass in einem Endprodukt tatsächlich das biologisch angebaute Material enthalten ist, das vom Auftraggeber verlangt wurde.

Der OCS enthält nicht die Zertifizierung des Rohmaterials und er behandelt keine sozialen oder ökologischen Aspekte der Lieferkette. Die alten TE-Standards werden in den OCS übergehen.

Allgemeine Kriterien für die OCS Standards:

1. Verwendung von zertifizierter Bio-Baumwolle

2. Klare Kennzeichnung der Baumwolle während des kompletten Produktionsprozesses

3. Separate Lagerung der Baumwolle

4. Dokumentation aller Produktionsprozesse

5. Überprüfung der gesamten Produktion durch unabhängige Zertifizierungsorganisation

Spezifische Kriterien für OCS 100:

Der Anwendungsbereich des Organic 100 Content Standards umfasst alle Operationen innerhalb der Textilfabrikation. Dabei handelt es sich um einen freiwilligen Standard für die Rückverfolgung und Dokumentation des Einkaufs, Abwicklung und die Nutzung von 100% zertifizierter biologisch angebauter Fasern für Textilwaren. Das Siegel beschränkt sich dabei nicht nur auf Baumwolle. Außerdem darf für die Textilwaren innerhalb des Standards ein Anteil von maximal 5% anderer Materialien verwendet werden (Bsp. Bambus, jedoch keine konventionelle Baumwolle). Die Verwendung anderer Materialien muss entsprechend gekennzeichnet werden („Contains X% organically grown cotton“ im Gegensatz zu „Contains 100% organically grown cotton“). Der Standard soll Konsumenten versichern, dass die biologisch angebauten Baumwollprodukte zu 100% aus zertifiziertem Anbau stammen. Der Standard kann für einzelne Komponenten des Produktes gelten, muss dann aber als solches gekennzeichnet werden.

Soziale Kriterien:

- sind nicht enthalten

Kontrolle:

Es muss durch einen unabhängigen, lizenzierten Zertifizierer die Verwendung von biologisch angebauter Baumwolle bei allen Produktionsprozessen überprüft werden.

Leserkommentare (2)

Profilbild: Bewusst kaufen
Bewusst kaufen
05.12.2016 / 08:14

Vielen Dank für Ihren Hinweis und für das aufmerksame Lesen! Wir haben den Text angepasst und die Formulierung richtigerweise auf "Chemikalien" ausgebessert.
Beste Grüße, Ihr Bewusst-kaufen Team

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kers
01.12.2016 / 02:27

"Es überprüft ob ein Endprodukt die exakte Menge an biologisch angebauten Materialien enthält, reguliert aber nicht den Einsatz von Pestiziden und enthält keine sozialen Kriterien." Dieser Satz ist inhaltlich falsch. Im Ökolandbau dürfen keine chemisch-synthetischen Pestizide eingesetzt werden. Damit ist wohl gemeint, dass nicht ausgeschlossen ist, dass bei der Weiterverarbeitung Chemikalien eingesetzt werden. Pestizide sind Pflanzenschutzmittel und werden nur in der Primärproduktion angewendet.

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