© Envato KategorienWissenswertKleidung richtig entsorgen: Ist der Altkleidercontainer der richtige Weg? Der Kleiderschrank ist ausgemistet – doch wohin mit T-Shirts, Hosen oder Jacken, die nicht mehr getragen werden? Die richtige Entsorgung von Kleidung ist ein wichtiger Beitrag zur Kreislaufwirtschaft. Denn nicht jedes Kleidungsstück gehört in den Restmüll, aber auch nicht alles in den Altkleidercontainer. Erfahre im Beitrag was in den Altkleidercontainer gehört und was danach mit deiner Kleidung passiert. Bevor du Kleidung entsorgst Bevor Kleidung entsorgt wird, lohnt sich immer die Frage: Kann sie noch weitergetragen, repariert oder umfunktioniert werden? Lass dich dafür am besten von den Ideen in unserem Beitrag Second Hand passend machen inspirieren und entdecke spannende Upcycling-Ideen. In unserem Beitrag „Was tun mit aussortierten Sachen?“ findest du außerdem Tipps für Orte, an denen du – abgesehen vom Altkleidercontainer – gut erhaltene Kleidung spenden, weiterverkaufen, oder tauschen kannst. Vor der Entsorgung lohnt es sich, sich Gedanken über andere Verwendungsmöglichkeiten zu machen. Ob du kürzt, enger nähst oder etwas ganz neues erschaffst. Bleib kreativ!© Envato Der Altkleidercontainer ist keine Mülltonne Der Altkleidercontainer ist oftmals der einfachste Weg, sich von nicht mehr getragenen Kleidungsstücken zu trennen. Er ist meist nicht weit entfernt, man packt die alten Sachen in einen Kleidersack, wirft ihn in den Container und schon ist das Ausmisten erledigt. Doch was passiert danach mit unserer Kleidung? 1. Das Problem mit Altkleidern im Globalen Süden Lange wurde angenommen, dass Kleidung, die wir in diese Container werfen direkt Menschen in Not zugutekommt. Tatsächlich ist die Realität deutlich komplexer. Ein Teil der gesammelten Kleidung wird nach der Sortierung als Second Hand Ware exportiert – häufig in Länder des Globalen Südens. Hochwertige Kleidung kann dort durchaus weiterverkauft und genutzt werden. Doch ein erheblicher Anteil der von uns weggeworfenen und dann exportierten Textilien ist von schlechter Qualität oder nicht mehr tragbar. Diese Kleidung lässt sich also weder verkaufen noch sinnvoll verwenden und landet schließlich auf riesigen Deponien oder in der Umwelt. Das belastet nicht nur die Abfallwirtschaft, sondern auch die Umwelt und Menschen vor Ort extrem. Polyester-Kleidung landet in Flüssen oder Meeren, wo sie sich langsam in Mikroplastik zersetzen. Kleiderberge werden verbrannt, wodurch schädliche Chemikalien freigesetzt werden, die die Luft verschmutzen. Giftige Farbstoffe sickern bis in das Grundwasser. Darüber hinaus setzt der Überfluss an gebrauchter Kleidung lokale Textilmärkte unter Druck. Näher:innen können ihre Produkte nicht mehr verkaufen und verlieren so ihre Existenzgrundlage. (Greenpeace, 2024) Viele unserer Kleidungsstücke können nicht mehr verwendet werden und landen letztendlich auf großen Mülldeponien z.B. im globalen Süden, wo sie verbrannt werden.© Envato 2. Das gehört (nicht) in den Altkleidercontainer Altkleidercontainer sind dennoch eine sinnvolle Möglichkeit, gut erhaltene Kleidung zu sammeln. Die Voraussetzung dafür ist, dass nur saubere, trockene und noch tragbare Textilien abgegeben werden. Neben Kleidung kann in Österreich auch Bett- und Haushaltswäsche in die Container gegeben werden. (oesterreich.gv.at, 2026) Leider landen in Altkleidercontainern immer wieder Kleidungsstücke, die eigentlich Restmüll sind. Das erschwert die Sortierung, belastet die Empfänger-Länder und verursacht zusätzliche Kosten. Nicht geeignet sind: stark verschmutzte Kleidung nasse oder schimmelige Textilien stark beschädigte Kleidung, die sich nicht mehr tragen lässt einzelne Schuhe ohne Gegenstück Unterwäsche und Socken In den Altkleidercontainer gehörten nur intakte und saubere Kleidungsstücke, die auch noch getragen werden können. © Envato 3. Was du in Wien ab 2027 beachten solltest Für Wienerinnen und Wiener gibt es ab 1. Jänner 2027 eine wichtige Neuerung: Altkleidercontainer dürfen dann nicht mehr auf öffentlichem Grund aufgestellt werden. Grund für das Verbot sind die zunehmende Vermüllung, aufgebrochene Container und herumliegende Textilien rund um die Sammelstellen. Das Sammeln von Altkleidern bleibt jedoch weiterhin erlaubt – lediglich die Container im öffentlichen Raum werden entfernt. Das bedeutet aber nicht, dass Kleidung künftig nicht mehr gespendet werden kann. Stattdessen stehen weiterhin verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung: Sammelstellen karitativer Organisationen Altkleidersammlung auf Wiener Mistplätzen Sammelcontainer auf privatem Grund Second Hand Einrichtungen und soziale Projekte Informiere dich am besten online, welche Sammelstelle in deiner Nähe genutzt werden kann. Auf sachspenden.at findest du außerdem eine Übersicht an Altkleidercontainern, die sich für gemeinnützige Zwecke einsetzen. Statt der Entsorgung im Altkleidercontainer kannst du nicht mehr getragene Stücke auch bei lokalen Initiativen spenden.© Envato Was tun mit kaputter Kleidung? Wenn es nicht möglich ist, mit deinem Kleidungsstück ein DIY- oder Upcycling-Projekt zu starten und somit eine weitere Nutzung ausgeschlossen ist, solltest du das Kleidungsstück fachgerecht entsorgen. In Österreich sind stark verschmutzte oder nicht mehr verwertbare Textilien über den Restmüll zu entsorgen. (oesterreich.gv.at, 2026)Regional können jedoch unterschiedliche Sammelsysteme bestehen: Ein Blick auf die Informationsseiten deiner Gemeinde, deiner Stadt oder des Abfallverbands in deiner Region lohnt sich. Upcycling vor Recycling Die nachhaltigste Kleidung ist jene, die möglichst lange genutzt wird. Deshalb lohnt es sich, Kleidungsstücke zuerst zu reparieren, weiterzugeben oder kreativ umzugestalten. Erst wenn all diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind, sollte Kleidung entsorgt werden. Wer dabei auf den richtigen Entsorgungsweg achtet, trägt dazu bei, Ressourcen zu schonen, hochwertige Textilien im Kreislauf zu halten und unnötige Abfälle zu vermeiden. teilen teilen teilen E-Mail Was dich noch interessieren könnte Zurück Tipps Was tun mit aussortierten Sachen? 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