© Michale Schafranek KategorienStart-ups aus ÖsterreichKlimafreundlich leben mit… „hochBROTzentig“ Aus einem Experiment während des Studiums entstanden hochwertige Spirituosen aus altem Brot. Was den Gründer von hochBROTzentig, Moritz Aschauer, dazu bewegt hat mit altem Brot zu arbeiten, wie hoch er noch hinaus will und welche Tipps er für uns hat, um altes Brot wieder genießbar zu machen, erzählt er uns im Interview. Welche Geschichte steckt hinter der Idee von hochBROTzentig? Die Idee zu hochBROTzentig entstand während meines Studiums. Dort lernte ich, dass Gin traditionell aus Getreide hergestellt wird. Da Brot ja ebenfalls hauptsächlich aus Getreide besteht, dachte ich mir, es müsste doch möglich sein, aus altem Brot Gin zu produzieren. Mit dieser Idee wandte ich mich an Josef Farthofer von der Destillerie Farthofer, der auch ein Lektor von mir war. Durch diese persönliche Verbindung begannen wir gemeinsam, das Konzept umzusetzen. Was ursprünglich als Experiment startete, entwickelte sich rasch zu einem eigenständigen Unternehmen mit den Produkten BROTKA, BROTGINSKY und BROTUZO. © Michael Schafranek Wie trägt hochBROTzentig dazu bei gegen Lebensmittelverschwendung zu kämpfen? In Österreich landet jedes fünfte Brot im Müll. Genau hier setzen wir an: Wir nehmen überschüssiges Brot aus Bäckereien, trocknen und schroten es und destillieren daraus hochwertige Spirituosen. Wir arbeiten bereits an weiteren kreativen Ideen, um die Verschwendung von Brot weiter zu minimieren. Gleichzeitig machen wir das Konzept von Nachhaltigkeit und Lebensmittelrettung attraktiv, denn Gin ist ja ein richtig trendiges Produkt. So schaffen wir es, diese wichtigen Themen auch bei neuen Zielgruppen bekannt und beliebt zu machen. Warum ist altes Brot prädestiniert dafür zu Alkohol weiterverarbeitet zu werden? Brot enthält wie Getreide viel Stärke, die man wunderbar in Zucker und anschließend mit Hilfe von Hefe in Alkohol verwandeln kann. Die Prozesse bei der Herstellung sind also ähnlich zu klassischen Getreidebränden, nur dass wir damit Brot, das sonst weggeworfen werden würde, wieder sinnvoll nutzen und einem neuen Kreislauf zuführen. Was unterscheidet hochBROTzentig von anderen Herstellern, die Brot-Schnäpse herstellen? Wir verstehen uns in erster Linie als Netzwerkpartner für Bäckereien. Unser Ziel ist es, eine Plattform anzubieten, auf der Bäcker ihren Brotüberschuss mit minimalem Aufwand upcyclen können. Die Spirituosen, die wir herstellen, bestehen dabei zu 100% aus Brot als Rohstoff. Das bedeutet, unser Alkohol kommt nicht aus frischem Getreide oder anderen Zutaten, sondern entsteht ausschließlich aus einem Abfallprodukt. Zusätzlich planen wir unsere Plattform auszubauen und Bäckereien Lösungen und Vorschläge anzubieten, um insgesamt weniger Brotüberschüsse zu produzieren und Restbrot besser verwerten zu können. Welche konkreten Maßnahmen setzt ihr, um möglichst nachhaltig zu produzieren? Wir verwenden ausschließlich überschüssiges Brot als Rohstoff und beziehen dieses Brot aus unserem regionalen Netzwerk von Partnerbäckereien. Unsere Zusammenarbeit mit der Bio-Destillerie Farthofer garantiert eine nachhaltige und ökologische Produktion. Langfristig wollen wir uns als umfassender Problemlöser gegen Brotverschwendung positionieren. Deshalb planen und entwickeln wir aktuell weitere nachhaltige Produkte und denken das Thema Brotabfälle noch größer, um noch signifikantere Beiträge zur Lebensmittelrettung leisten zu können. hochBROTzentig ist seit der Gründung in vielen Medien präsent. 2022 konntet ihr euch den Wirtschaftspreis Pegasus in der Kategorie Zukunftshoffnungen sichern. Herzlichen Glückwunsch! Was hat sich seither getan und was dürfen wir uns in Zukunft erwarten? Seit der Auszeichnung haben wir unser Bäckerei-Netzwerk auf knapp 10 Partnerbetriebe erweitert, die unsere Spirituosen BROTKA, BROTGINSKY und BROTUZO bereits in ihren eigenen Filialen und ausgewählten Einzelhandelsgeschäften vertreiben. Außerdem konnten wir erfolgreich eine erste Bio-Linie mit der Bäckerei Obauer auf den Markt bringen. Unser Partner-Modell wächst stetig weiter und wir planen künftig noch mehr Bäckereien einzubinden und unser Konzept weiter auszubauen. Zusätzlich entwickeln wir gerade eine neue Produktkategorie und bauen parallel unsere Plattform aus, um Bäckereien Lösungen und Vorschläge anzubieten, wie insgesamt weniger Brotüberschüsse produziert und Restbrot besser verwertet werden können. Welchen Tipp gibst du unseren Leser:innen, um altes Brot wieder genießbar zu machen? Mein persönlicher Tipp: Das Brot direkt im Ofen mit Wasserdampf frisch aufbacken – so wird es außen wieder knusprig und innen schön weich. Alternativ kann man das Brot zuvor leicht mit Wasser anfeuchten und anschließend im Ofen frisch aufbacken. Auch Toasten eignet sich hervorragend, um älteres Brot wieder genießbar zu machen. Und sollte das alles nicht mehr klappen, gibt es immer noch die klassische Möglichkeit, daraus Croutons oder Semmelknödel zu machen. Vielen Dank für das Gespräch! Erfahre mehr über „hochBROTzentig“ und ihre Produkte auf ww.hochbrotzentig.at teilen teilen teilen E-Mail Was dich noch interessieren könnte Ratgeber 8 Tipps für einen wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln Wissenswert Die Kunst des Haltbarmachens Wissenswert So lagerst du Lebensmittel richtig