Diese Seite nutzt Cookies. Durch die fortgesetzte Benützung der Seite stimmen Sie der Cookienutzung zu. Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie in derDatenschutzerklärung.

Blauer Engel

Einwegwindel RAL-UZ 208

Bewertung der Redaktion: empfehlenswert

  • Umweltlabel: ja
  • Soziallabel: nein
  • Themenlabel: nein

Die Richtlinie für Einwegwindeln zeichnet Produkte aus, die von der Produktion bis zur Entsorgung gehobene Umweltansprüche und zugleich auch hohe Ansprüche an Gesundheits- und Arbeitsschutz erfüllen.

Dieses Label gehört zu einer Gruppe aus mehreren Richtlinien. Alle anzeigen

Wofür das Label steht

Hygieneprodukte

Beschreibung

Der Blaue Engel ist das deutsche staatliche Umweltzeichen. Seit 1978 setzt er Maßstäbe für umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen, die von einer unabhängigen Jury nach definierten Kriterien beschlossen werden.

Mit dem Umweltzeichen für Einwegwindeln können Produkte gekennzeichnet werden, die sich durch folgende Umwelteigenschaften auszeichnen: Vermeidung von Schadstoffen oder gesundheitsschädlichen Substanzen, Verwendung von Zellstoff aus zertifizierten Quellen sowie aus Papiermühlen, die über besonders energieeffiziente und emissionsarme Herstellungstechnologien verfügen, Vermeidung kosmetischer Zusatzstoffe (wie z.B. Geruchsbinder, Lotionen und Duftstoffe)

Version 1 (01/2018):  bis 31.12.2021

Kriterien für Einwegwindeln

  • Rohfasern aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung: Das für die Produktion des Zellstoffs (engl: fluff pulp) verwendete Holz muss zu 100% aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammen, die nachweislich ökologisch und sozialverträglich bewirtschaftet werden.
  • Umweltschonende Produktion / ressourcenschonend: Verwendung von Zellstoff aus zertifizierten Quellen sowie aus Papiermühlen, die über besonders energieeffiziente und emissionsarme Herstellungstechnologien verfügen; es gibt ein ganz strenges Monitoring hinsichtlich Emissionen in die Luft und in Gewässer. Die Hersteller von synthetischen Polymeren und Kunststoffen müssen über Systeme zur Wassereinsparung, einen integrierten Abfallbewirtschaftungsplan für eine optimale Vermeidung etc. sowie über eine Optimierung von Energieeffizienz und Energiemanagement verfügen.
  • Eingeschränkter Einsatz umweltschädlicher und gesundheitsschädlicher Inhaltsstoffe: es gibt Emissionsgrenzwerte in der Produktion für Schwefel, Phosphor, Stickoxid und CO2 in die Luft. In Kunststoffen ist der Grenzwert für Blei, Cadmium, sechswertigem Chrom und deren Verbindungen mit 0,01 beschränkt.
  • Verbot bestimmter Inhaltsstoffe: Vermeidung von Schadstoffen oder gesundheitsschädlichen Substanzen es darf unter anderem für das Bleichen des Zellstoffes darf kein Chlorgas verwendet werden, optische Aufheller und Farbstoffe sowie fluoreszierender Weißmacher dürfen dem Zellstoff nicht zugefügt werden. Vermeidung kosmetischer Zusatzstoffe (wie z.B. Geruchsbinder, Lotionen und Duftstoffe)
  • Umweltschonende Verpackung: Verpackungen aus Papier und Kartonage müssen zu mindestens 80 Gew.-% auf Basis von Recyclingfasern hergestellt werden, Verpackung aus Kunststoff reglementiert, kein Polyvinylchlorid (PVC)

Träger von Windeln, wie z.B. Kleinkinder, haben ständig Hautkontakt mit diesen Produkten, sodass auch kleinste Mengen an gesundheitsschädlichen Chemikalien negative Auswirkungen haben können. Für alle in der Windel enthaltenen Materialien gelten strenge Anforderungen und eine detaillierte Ausschlussliste an Schadstoffen und gesundheitsschädlichen Substanzen.

Des Weiteren ist für ausgezeichnete Produkte der Einsatz von Lotionen, Duftstoffen und Geruchsbindern untersagt, um das Risiko für Allergien zu vermindern. Weitere Schwerpunkte liegen auf der Herkunft und Herstellung des Zellstoffs. Der Zellstoff muss ausschließlich aus nachweislich nachhaltig und naturnah wirtschaftenden Betrieben (z.B. FSC, PEFC) und einer energieeffizienten und emissionsarmen Zellstoffherstellung stammen. Auch für andere biobasierte Rohstoffe, die möglicherweise zum Einsatz kommen, ist nur zertifizierte Biomasse zugelassen.

Beteiligte Institutionen am Vergabe- und Kontrollverfahren

  • Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, fungiert als Zeicheninhaber und informiert die Öffentlichkeit. 
  • Umweltbundesamt, nimmt Anträge entgegen und legt sie nach Prüfung und Bewertung der Jury vor.  
  • RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V., als Zeichenvergabestelle, führt die Expertenanhörungen durch und prüft, ob die Anforderungen erfüllt werden.  
  • Jury Umweltzeichen („Jury UZ“), das unabhängige Beschlussgremium mit Vertretern aus Umwelt- und Verbraucherverbänden, Gewerkschaften, Industrie, Handel, Handwerk, Kommunen, Wissenschaft, Medien, Kirchen und Bundesländern, hat im Vergabeverfahren das letzte Wort und trifft die eigentliche Vergabeentscheidung. 

Der Blaue Engel ist jedoch kein Unbedenklichkeitszeichen: Die so gekennzeichneten Produkte stellen in ihrer jeweiligen Produktgruppe das „geringste Übel“ in puncto Umweltbelastung dar, nach dem Motto: so wenig wie möglich, so viel wie nötig. Konkret bedeutet dies, dass der Blaue Engel kein Gütesiegel auf das Gesamtprodukt ist, sondern nur für eine bestimmte Eigenschaft.

Der Verbraucher muss hierzu besonders den Untertitel beachten, der bspw. lautet

  • „Der Blaue Engel, weil emissionsarm“,
  • „Der Blaue Engel, weil Mehrweg“,
  • „Der Blaue Engel, weil aus 100% Altpapier“ usw.

Ein Produkt könnte daher auch mehr als einen Blaue Engel Gütesiegel aufweisen. Die Hersteller beschränken sich aber meist auf die Herausstellung einer bestimmten Eigenschaft.

Gütezeichen-Typ

Gütezeichen

Vergabestelle

Inhaber
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
Referat G I 4 Nachhaltige Verbraucherschutzpolitik, Produktbezogener Umweltschutz
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) ist der Zeicheninhaber.
Fachliche Expertise: Das Umweltbundesamt

https://www.blauer-engel.de/

umweltzeichen@ral.de

Kontrollstelle

RAL gGmbH
Fränkische Straße 7
53229 Bonn
Deutschland

https://www.blauer-engel.de/

umweltzeichen@ral.de

Seite teilen