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Blauer Engel

Emissionsarme Möbel und Lattenroste aus Holz und Holzwerkstoffen RAL-UZ 38

Bewertung der Redaktion: empfehlenswert

  • Umweltlabel: ja
  • Soziallabel: nein
  • Themenlabel: nein

Der Blaue Engel ist das deutsche staatliche Umweltzeichen. Die Richtlinie für Emissionsarme Möbel und Lattenroste aus Holz und Holzwerkstoffe zeichnet Produkte aus, die von der Produktion bis zur Entsorgung gehobene Umweltansprüche und hohe Ansprüche an Gesundheits- und Arbeitsschutz erfüllen.

Dieses Label gehört zu einer Gruppe aus mehreren Richtlinien. Alle anzeigen

Wofür das Label steht

Holzmöbel

Holzwerkstoffe

Beschreibung

Der Blaue Engel ist das deutsche staatliche Umweltzeichen. Seit 1978 setzt er Maßstäbe für umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen, die von einer unabhängigen Jury nach definierten Kriterien beschlossen werden.

Produkte aus Holz oder Holzwerkstoffen wie Möbel oder Lattenroste können bei ihrer Herstellung, Nutzung und Entsorgung Umweltbelastungen verursachen.
Der Blaue Engel berücksichtigt den gesamten Lebensweg eines Produktes und fördert vor allem den Einsatz von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft und von emissionsarmen Holzwerkstoffen.

Version 6 (09/2019): Verlängerung ohne Änderung um 2 Jahre, bis zum 31.12.2021

Kriterien für Emissionsarme Möbel und Lattenroste aus Holz und Holzwerkstoffen

  • Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung:  Es ist sicherzustellen, dass das gesamte verarbeitete Holz aus legalen Quellen stammt. Darüber hinaus müssen mindestens 50% des Holzes bzw. 50% der primären Rohstoffe für Holzwerkstoffe aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammen, die nachweislich ökonomisch tragfähig, umweltgerecht und sozialverträglich bewirtschaftet werden.
  • Emissionsgrenzwerte im Endprodukt: Emissionsgrenzwerte für Formaldehyd und flüchtig organischen Verbindungen.
  • Eingeschränkter Einsatz umweltschädlicher- und gesundheitsschädlicher Inhaltsstoffe: Vorgaben für Leder, Textilien, Mottenschutz, Polstermaterialien, Beschichtungssysteme, damit keine Stoffe enthalten sind, die nach EU-Richtlinien als gefährlich, krebserregend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsgefährdend gelten.
  • Umweltschonende Produktion / ressourcenschonend: es gibt Luft- und Lärmemissions-Grenzwerte für den Produktionsstandort.
  • Verbote von Inhaltsstoffen: Verboten sind u. a. halogenierte Flammschutzmittel, Antimonoxide und PVC. Ebenso dürfen keine gefährlichen Stoffe oder Gemische, die die Kriterien für die Zuordnung zu einem oder mehreren Gefahrenhinweisen oder Gefahrensätzen gemäß Verordnung erfüllen
  • Langlebigkeit: Ersatz von Verschleißteilen ist für mindestens 5 Jahre gewährleistet.
  • Soziale Verantwortung: Die grundlegenden Prinzipien und Rechte in Bezug auf die Arbeitsbedingungen, wie sie in den geltenden Kernarbeitsnormen der internationalen Arbeitsorganisationen (ILO-Kernarbeitsnorm) festgelegt sind, müssen während der Wertschöpfungskette zur Herstellung der mit dem Umweltzeichen gekennzeichneten Produkte erfüllt werden.
  • Keine Verwendung von Flammschutzmitteln, halogenorganischen Verbindungen und schwer biologisch abbaubaren Stoffen
  • Produkte dürfen bestimmte Emissionswerte nicht überschreiten
  • Produkte sind nach Möglichkeit so zu verpacken, dass ein Ausgasen flüchtiger Bestandteile nach der Herstellung möglich ist
  • Hinweise auf Verschleißteile und deren Reparatur oder Austausch, Ersatz (Zeitraum mind. 5 Jahre)
  • Die Produktwerbung darf die Gefahren nicht verharmlosen (z.B. «nicht giftig», «nicht gesundheitsschädlich») Produktbezeichnungen dürfen keine Namensteile wie «Bio-», «Öko-» und ähnliche enthalten
  • Hinweise zur Demontage für den Umzug und die spätere Materialverwertung

Beteiligte Institutionen am Vergabe- und Kontrollverfahren

  • Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, fungiert als Zeicheninhaber und informiert die Öffentlichkeit.
  • Umweltbundesamt, nimmt Anträge entgegen und legt sie nach Prüfung und Bewertung der Jury vor.
  • RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V., als Zeichenvergabestelle, führt die Expertenanhörungen durch und prüft, ob die Anforderungen erfüllt werden.
  • Jury Umweltzeichen („Jury UZ“), das unabhängige Beschlussgremium mit Vertretern aus Umwelt- und Verbraucherverbänden, Gewerkschaften, Industrie, Handel, Handwerk, Kommunen, Wissenschaft, Medien, Kirchen und Bundesländern, hat im Vergabeverfahren das letzte Wort und trifft die eigentliche Vergabeentscheidung.

Der Blaue Engel ist jedoch kein Unbedenklichkeitszeichen: Die so gekennzeichneten Produkte stellen in ihrer jeweiligen Produktgruppe das „geringste Übel“ in puncto Umweltbelastung dar, nach dem Motto: so wenig wie möglich, so viel wie nötig.

Konkret bedeutet dies, dass der Blaue Engel kein Gütesiegel auf das Gesamtprodukt ist, sondern nur für eine bestimmte Eigenschaft. Der Verbraucher muss hierzu besonders den Untertitel beachten, der bspw. lautet

  • „Der Blaue Engel, weil emissionsarm“,
  • „Der Blaue Engel, weil Mehrweg“,
  • „Der Blaue Engel, weil aus 100% Altpapier“ usw.

Ein Produkt könnte daher auch mehr als einen Blaue Engel Gütesiegel aufweisen. Die Hersteller beschränken sich aber meist auf die Herausstellung einer bestimmten Eigenschaft.

Gütezeichen-Typ

Gütezeichen

Vergabestelle

Inhaber
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
Referat G I 4 Nachhaltige Verbraucherschutzpolitik, Produktbezogener Umweltschutz
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) ist der Zeicheninhaber.
Fachliche Expertise: Das Umweltbundesamt

https://www.blauer-engel.de/

umweltzeichen@ral.de

Kontrollstelle

RAL gGmbH
Fränkische Straße 7
53229 Bonn
Deutschland



https://www.blauer-engel.de/

umweltzeichen@ral.de

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