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Blauer Engel

Leder RAL-UZ 148

Bewertung der Redaktion: empfehlenswert

  • Umweltlabel: ja
  • Soziallabel: nein
  • Themenlabel: nein

Der Blaue Engel ist das deutsche staatliche Umweltzeichen. Die Richtlinie für Leder zeichnet Produkte aus Leder aus, die von der Produktion bis zur Entsorgung gehobene Umweltansprüche und zugleich auch hohe Ansprüche an Gesundheits- und Arbeitsschutz erfüllen.

Dieses Label gehört zu einer Gruppe aus mehreren Richtlinien. Alle anzeigen

Wofür das Label steht

Kleidung & Textilien

Polstermöbel

Schuhe

Beschreibung

Der Blaue Engel ist das deutsche staatliche Umweltzeichen. Seit 1978 setzt er Maßstäbe für umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen, die von einer unabhängigen Jury nach definierten Kriterien beschlossen werden.

Das Label kennzeichnet Lederprodukte, die sich durch folgende Umwelteigenschaften auszeichnen, hohe Umweltstandards im Herstellungsprozess, Vermeidung gesundheitsbelastender Chemikalien im Produkt sowie gute Gebrauchstauglichkeit. Der Blaue Enge emissionsarme Leder signalisiert, dass bei den ausgezeichneten Ledern die Umwelt- und Gesundheitsbelastungen von der Produktion über die gesamte Nutzungsdauer, bis hin zur Verwertung und für die Entsorgung minimiert sind.

Version 4: Verlängerung bis 31.12.2023

Kriterien für Produkte aus Leder

  • Eingeschränkter Einsatz umweltschädlicher und gesundheitsschädlicher Inhaltsstoffe: eine chemische Konsevierung für den Transport und die Lagerung der Rohhäute sowie gegerbter Zwischenprodukte ist soweit wie möglich zu vermeiden, die chemische Konservierung des fertigen Leders ist nicht zulässig, Grenzwerte für extrahierbare Schwermetalle (Chrom in chromgegerbtem Leder, Kobalt, Kupfer)
  • Verbot bestimmter Inhaltsstoffe: Stoffe die unter der Chemikalienverordnung REACH als besonders besorgniserregend identifiziert werden und Stoffe die laut CLP-Verordnung krebserzeugend, erbgutverändern, fortpflanzungsgefährdend, akut to-xisch, sensibilisierend für Atemwege, gewässergefährdend oder schädigend für die Ozonschicht sind, sind verboten; Chrom (IV) darf nicht nachweisbar sein, Verbot von Zinn in organischer Form sowie gestimmter Farbstoffe und Pigmente, Chloralkane, perfluorierte und polyfluorierte Chemikalien, Alkylphenolethoxylate und Alkylphenole, Flammschutzmittel und Nanomaterialien
  • Emissionsgrenzwerte: Grenzwerte für flüchtige organische Verbindungen für die Innenraumluft, Prüfung der Geruchseigenschaften im Zwei-Jahres-Turnus
  • Abwasseraufbereitung: Grenzwerte für die Einleitung (indirekt und direkt) von Abwasser aus der Lederherstellung müssen eingehalten werden
  • Umweltschonende Produktion / ressourcenschonend: es müssten im Herstellungsprozess Wasserverbrauchswerte eingehalten werden
  • Umweltschonende Verpackung: Kunststoffe dürfen keine halogenhaltigen Polymere enthalten, Kartons müssen zu 80% aus Recyclingmaterial bestehen, Verpackung muss so gestaltet sein, dass Ausgasen flüchtiger organischer Stoffe ermöglicht wird
  • Soziale Verantwortung: der Verhaltenskodex der Lederindustrie ist verpflichtend
  • Langlebigkeit: Angaben zur Strapazierfähigkeit
  • Nachhaltige Herkunft und Erzeugung der Rohstoffe: Rohhäute und Felle von landwirtschaftlichen Nutztieren, welche primär zur Milch- und/oder Fleischerzeugung gehalten werden. Bedrohte Tierarten sind ausdrücklich ausgeschlossen

Beteiligte Institutionen am Vergabe- und Kontrollverfahren

  • Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, fungiert als Zeicheninhaber und informiert die Öffentlichkeit.
  • Umweltbundesamt, nimmt Anträge entgegen und legt sie nach Prüfung und Bewertung der Jury vor.
  • RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V., als Zeichenvergabestelle, führt die Expertenanhörungen durch und prüft, ob die Anforderungen erfüllt werden.
  • Jury Umweltzeichen („Jury UZ“), das unabhängige Beschlussgremium mit Vertretern aus Umwelt- und Verbraucherverbänden, Gewerkschaften, Industrie, Handel, Handwerk, Kommunen, Wissenschaft, Medien, Kirchen und Bundesländern, hat im Vergabeverfahren das letzte Wort und trifft die eigentliche Vergabeentscheidung.

Der Blaue Engel ist jedoch kein Unbedenklichkeitszeichen: Die so gekennzeichneten Produkte stellen in ihrer jeweiligen Produktgruppe das „geringste Übel“ in puncto Umweltbelastung dar, nach dem Motto: so wenig wie möglich, so viel wie nötig.

Konkret bedeutet dies, dass der Blaue Engel kein Gütesiegel auf das Gesamtprodukt ist, sondern nur für eine bestimmte Eigenschaft. Der Verbraucher muss hierzu besonders den Untertitel beachten, der bspw. lautet

  • „Der Blaue Engel, weil emissionsarm“,
  • „Der Blaue Engel, weil Mehrweg“,
  • „Der Blaue Engel, weil aus 100% Altpapier“ usw.

Ein Produkt könnte daher auch mehr als einen Blaue Engel Gütesiegel aufweisen. Die Hersteller beschränken sich aber meist auf die Herausstellung einer bestimmten Eigenschaft. Dennoch erfüllt der Blaue Engel seine gewünschte Verbraucherlenkungsfunktion, weil er durch seine konzeptionelle Schlichtheit in vielen Branchen schnell allgemeine Marktstandards dauerhaft anheben konnte im Sinne der Umwelt. Für höhere Standards dienen andere Gütesiegel.

Gütezeichen-Typ

Gütezeichen

Vergabestelle

Inhaber
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
Referat G I 4 Nachhaltige Verbraucherschutzpolitik, Produktbezogener Umweltschutz
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) ist der Zeicheninhaber.
Fachliche Expertise: Das Umweltbundesamt

http://www.blauer-engel.de

umweltzeichen@ral.de

Kontrollstelle

RAL gGmbH
Fränkische Straße 7
53229 Bonn
Deutschland


https://www.blauer-engel.de/

umweltzeichen@ral.de

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