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KategorienWissenswertLacke, Lasuren, Öle: Welche Oberflächenbehandlung ist die nachhaltigste?

Ob Holzmöbel, Fensterrahmen oder Gartenmöbel – für den Schutz und die Gestaltung von Oberflächen steht uns eine Vielfalt an Produkten zur Verfügung. Doch Lacke, Lasuren und Öle unterscheiden sich nicht nur optisch, sondern auch in ihren Auswirkungen auf Gesundheit, Raumluft und Umwelt. Erfahre, wo du welches Produkt anwenden solltest und welche Alternativen Umwelt und Gesundheit schonen.

Tipps für eine besonders nachhaltige Oberflächenbehandlung

  1. So wenig wie möglich verwenden. Nicht jede Oberfläche muss regelmäßig neu behandelt werden.
  2. Passendes Produkt wählen. Auf Inhaltsstoffe achten und unnötige Zusatzstoff vermeiden.
  3. Gründlich lüften. Auch bei emissionsarmen Produkten wichtig!
  4. Reste korrekt entsorgen. Flüssige Lack- und Farbreste gehören zur Problemstoffsammlung.

Wozu dienen Lacke, Lasuren und Öle?

Jedes Produkt hat seine eigenen Stärken und Schwächen. Wir zeigen dir, welches Produkt für welchen Anwendungsfall am besten geeignet ist und was ihre Vor- und Nachteile sind.

Lacke: Robuster Schutzfilm

Lacke bilden eine geschlossene Schicht auf der Oberfläche. Sie schützen zuverlässig vor Feuchtigkeit, Schmutz und mechanischer Belastung.

Geeignet für:

  • Türen und Fenster
  • Möbeloberflächen

Vorteile:

  • Sehr widerstandsfähig
  • Leicht zu reinigen
  • In vielen Farben und Glanzgraden erhältlich
  • In wasserverdünnbaren Lacken ist der Anteil an Lösemitteln gering

Nachteile:

  • Beschädigungen sind oft schwer punktuell auszubessern
  • Konventionelle Lacke können Lösungsmittel und Konservierungsstoffe enthalten. Gutes Lüften ist daher wichtig!
Mädchen malt eine Holztür pink an.
Lacke haben eine starke Deckkraft und sind in vielen Farben erhältlich. Sie enthalten aber oft umweltschädliche Lösungsmittel und Konservierungsstoffe.© Envato

Lasuren: Schutz mit sichtbarer Holzstruktur

Lasuren dringen in das Holz ein und decken daher nicht so wie Lacke. Die natürliche Maserung bleibt dadurch sichtbar.

Geeignet für:

  • Holzfassaden
  • Zäune
  • Gartenmöbel
  • Holzoberflächen im Innenbereich

Vorteile:

  • Natürliches Erscheinungsbild
  • Meist atmungsaktiv (=diffusionsoffen)
  • Kein Abblättern wie bei Lacken
  • Da die Lasur offenporig ist, ist der Anteil an Bindemitteln geringer. Holz kann so Feuchtigkeit besser aufnehmen und abgeben – ein besseres Raumklima entsteht.

Nachteile:

  • Weniger mechanischer Schutz
  • Regelmäßige Nachpflege notwendig
  • Geringe Mengen an Schadstoffen können das Raumklima beeinflussen.
  • Können Biozide enthalten.
Person lasiert einen Holztisch neu ein.
Mit Lasuren gibts du dem Holz eine Auffrischung, ohne den natürlichen Look zu überstreichen.© Envato

Öle: Natürliche Pflege für Holz

Holzöle ziehen tief ins Material ein und betonen die natürliche Struktur. Sie schützen vor Austrocknung und Schmutz. Man unterscheidet oft auch zwischen Hartöl und Hartwachsöl. Bei Letzterem wird ein natürliches Wachs hinzugefügt, das die Holzporen verschließen und es so weniger atmungsaktiv machen kann.
Achtung: konventionelle Hartwachsöle können gesundheitsschädliche flüchtige organische Verbindungen enthalten. Hartöl ist im Vergleich die ökologischere Wahl.

Geeignet für:

  • Massivholzmöbel
  • Arbeitsplatten
  • Parkett
  • Schneidebretter

Vorteile:

  • Sehr natürliche Optik
  • Punktuelle Reparaturen einfach möglich
  • Holz bleibt offenporig

Nachteile:

  • Regelmäßiges Nachölen erforderlich
  • Schutz gegen stehende Nässe begrenzt
Person ölt Holzmöbel mit Leinöl ein.
Öl wirkt tief in das Holz hinein und lässt es wieder neu erstrahlen. Da es einzieht ist ein regelmäßiges nachölen nötig.© Envato

Ökologische Alternativen: Natürlicher Schutz ohne Schadstoffe

Viele herkömmliche Produkte enthalten flüchtige organische Verbindungen (VOC), Konservierungsmittel oder problematische Biozide. Diese Stoffe können die Innenraumluft belasten und Allergien fördern. Umweltfreundliche Alternativen setzen auf natürliche oder emissionsarme Rohstoffe. Doch egal ob konventionell oder umweltfreundlich: beim Streichen solltest du immer darauf achten, gut zu lüften oder direkt im Freien zu arbeiten. So verringerst du die Belastung mit Lösungsmitteldämpfen (umweltberatung.at).

  • Naturharzlacke: Naturharzlacke basieren auf pflanzlichen Ölen und Harzen, etwa Leinöl, Holzöl oder Baumharzen. Sie eignen sich besonders für Holz im Innenbereich.
  • Leinöl und Hartöle: Leinöl ist ein bewährter Klassiker der Holzpflege. Hartöle kombinieren Leinöl mit natürlichen Harzen und Wachsen und bieten einen robusteren Schutz.
  • Kalk-, Kreide- und Kaseinfarben: Für mineralische Untergründe oder Möbel bieten natürliche Farben auf Kalk-, Kreide- oder Kaseinbasis eine schadstoffarme Alternative. Mehr Informationen dazu findest du in unserem Beitrag Der Wohnung einen neuen Anstrich geben – nachhaltige Wandfarben.
  • Wasserbasierte Lacke und Lasuren: Auch moderne wasserverdünnbare Produkte können emissionsarm sein, wenn sie auf problematische Lösemittel und Konservierungsstoffe verzichten.

Empfehlenswerte Labels

Einige Labels fordern die Begrenzung von flüchtigen organischen Verbindungen (z.B. Kohlenwasserstoff, Alkohole, Aldehyde, organische Säuren) und schließen problematische Inhaltsstoffe aus. Achte zum Beispiel auf folgende Labels:

  • Österreichisches Umweltzeichen
  • Blauer Engel
  • EU Ecolabel

Wann eignet sich welches Produkt?

Du fragst dich, wann du am besten welches Produkt verwenden sollst? Wir haben eine Übersicht für dich zusammengestellt:

  • Lack: für stark beanspruchte Möbel (z.B. im Außenbereich) und für Fensterrahmen und Türen.
  • Lasur: zum Schutz vor Witterungsschäden, ohne die natürliche Maserung zu überdecken. Gut für Gartenmöbel, Fensterrahmen oder Türen.
  • Öle: für Gartenmöbel eignet sich ein Außenöl gut. Am besten greift man hier zu einem Naturöl wie Leinöl, das aber vorgekocht ist. So härtet es schneller und ist witterungsbeständiger.
    Für Parkett oder auch Küchenarbeitsplatten verwendest du am besten ein Hartöl oder Hartwachsöl.
    Für viel genutzte Möbel wie Esstische empfehlen wir Hartöl oder Hartwachsöl.
    Für weniger beanspruchte Gegenstände wie zum Beispiel Regale reicht auch ein einfaches Möbelöl.

Worauf du beim Kauf achten solltest

  • Möglichst niedriger VOC-Gehalt
  • Frei von Schwermetallen und problematischen Bioziden
  • Wasserbasiert oder auf Basis natürlicher Öle
  • Volldeklaration der Inhaltsstoffe
  • Zertifizierte Umweltzeichen

Natürlich schützen statt unnötig versiegeln

Welche Oberflächenbehandlung die beste ist, hängt vom Einsatzzweck ab:

  • Lacke bieten den stärksten Schutz.
  • Lasuren erhalten die Holzoptik.
  • Öle sind besonders natürlich und reparaturfreundlich.

Aus ökologischer Sicht sind Produkte mit natürlichen Rohstoffen, geringem Gehalt an flüchtigen organischen Verbindungen und anerkannten Umweltlabels die beste Wahl. Besonders für Möbel und Holzoberflächen im Innenraum sind Öle und schadstoffarme Lasuren oft die nachhaltigste Lösung.