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KategorienNachgefragtNachgefragt bei… astwerk®

Im Interview mit astwerk® erzählt das Team vom Start in der eigenen Werkstatt und den nachhaltigen Werten die sie verfolgen. Nachhaltigkeit spielt bei astwerk® eine große Rolle. Was das Team dafür tut um möglichst umweltfreundlich zu produzieren, erfährst du im Beitrag.

Warum wurde astwerk® gegründet und welche Philosophie steckt dahinter?

astwerk® ist nicht aus einem Businessplan heraus entstanden, sondern aus einem Bedürfnis etwas Eigenes zu schaffen, das Sinn macht. Gründerin Sophie hat vor zehn Jahren, mit Unterstützung ihres Partners Stefan Reinisch, begonnen, Schmuck aus Holz zu machen, weil sie gemerkt hat, dass das „Selbermachen“ mit eigenen Materialien etwas ganz besonderes ist. Die darauffolgenden Jahre hat sie damit verbracht Herstellungs- und Fertigungsprozesse im eigenen Haus zu etablieren. Ihr Ziel war und ist es dabei alles selbst in der Hand zu haben, anstatt Teil eines Systems zu sein, das auf Masse, Austauschbarkeit und Geschwindigkeit setzt.
Unsere Philosophie ist bis heute gleich geblieben: Wir wollen Dinge herstellen, die Bestand haben – materiell wie menschlich. Echtheit statt Inszenierung, Verantwortung statt Auslagerung, Nähe statt anonymer Produktion. astwerk® ist kein Trendlabel, sondern ein Unternehmen, das sich Schritt für Schritt entwickelt hat. Mit Menschen, Fehlern und Lernprozessen.

Hände fertigen Holzschmuck
© astwerk

Was genau bedeutet für euch „nachhaltig“ – und worauf legt ihr bei der Materialauswahl und Verarbeitung besonderen Wert?

Nachhaltigkeit beginnt für uns direkt vor der eigenen Haustür. Wir arbeiten überwiegend mit Holz aus der Region – nicht, indem wir Bäume fällen, sondern indem wir das verwenden, was da ist. Wir arbeiten mit der Natur, in der wir in Trahütten auch leben.
Dasselbe gilt für unsere Arbeit mit echten Blumen. Alle stammen von unseren eigenen Wiesen und Gärten. Sie werden nicht industriell verarbeitet, sondern einzeln von Hand gepflückt, getrocknet, gepresst und anschließend in jeden Ring individuell per Hand eingelegt. Kein Stück gleicht dem anderen und genau das ist Teil unserer Definition von Nachhaltigkeit: Zeit, Aufmerksamkeit und Wertschätzung statt Austauschbarkeit.
Angefertigt wird bei uns vor Ort mit Mitarbeiter:innen in Graz und in Trahütten. Die Fertigung bleibt bewusst in unseren Händen. Das bedeutet: Arbeitsplätze in der Region statt Auslagerung. Nachhaltigkeit heißt für uns auch soziale Verantwortung für die Menschen, die hier arbeiten und für die Umgebung, in der wir leben.

Wie stellt ihr sicher, dass die verwendeten Hölzer und Materialien wirklich nachhaltig gewonnen werden? Gibt es besondere Kriterien oder Kontrollen?

Der wichtigste Punkt für uns ist Nähe. Der Großteil unserer Hölzer stammt aus regionalen Quellen direkt aus Trahütten oder aus dem Bezirk Deutschlandsberg und der näheren Umgebung. Wir arbeiten mit der Natur, die uns umgibt, nicht mit anonymen Lieferketten. Oft handelt es sich um Holz, das ohnehin anfällt und weiterverwendet wird.
Wir würden am liebsten alles selbst machen und gehen Schritt für Schritt genau in diese Richtung: Mit unseren eigenen Blumen, die wir selbst sammeln, trocknen und weiterverarbeiten, und mit Resinteilen (Bauteile aus Kunstharz), bei denen wir Farbe, Design und Zusammensetzung selbst fertigen. So behalten wir Kontrolle über Material, Qualität und Gestaltung und wissen genau, was in unseren Schmuckstücken steckt.

Mann, der mit Holz arbeitet
© astwerk

Welche Vorteile seht ihr darin, Schmuck in kompletter Handarbeit herzustellen – für Umwelt, Qualität und Kund:innen?

Kunsthandwerk bedeutet für uns vor allem Freiheit. In unserer eigenen Werkstatt arbeiten wir mit einem sehr formbaren aber auch regionalem Material – Holz – und können Ideen direkt selbst umsetzen, ohne auf externe Partnerinnen angewiesen zu sein. Das gibt uns gestalterische Freiheit, aber auch Verantwortung für jeden einzelnen Schritt. Die Qualitätskontrolle liegt vollständig bei uns. Sie basiert auf Erfahrung und auf unserem Anspruch, langlebiges Kunsthandwerk zu schaffen. Jedes Schmuckstück geht mehrfach durch unsere Hände und verlässt die Werkstatt erst dann, wenn es für uns stimmig ist. Begleitet werden diese Schritte von unserem Gründer und Tischlermaster Stefan Reinisch.
Diese Freiheit geben wir auch an unsere Kund:innen weiter: Durch offene Kommunikation auf allen Kanälen, den Einblick in unsere Werkstatt in Trahütten und die Möglichkeit bei Workshops selbst Hand anzulegen. Farben, Designs und persönliche Wünsche können direkt vor Ort in unseren Shops umgesetzt werden. Unsere Materialläden sind immer für alle offen. Statt standardisierter Laufbandarbeit bekommen unsere Kundinnen individuelle Stücke, die mit ihnen gemeinsam entstehen – und genau das wissen sie sehr zu schätzen.

Mit einer Bohrmaschine wird ein Loch in eine Holzkugel gebohrt
© astwerk

Wie findet ihr die Balance zwischen Nachhaltigkeit und kreativer Vielfalt? Gibt es Materialien, die ihr bewusst nicht verwendet?

Für uns sind Nachhaltigkeit und kreative Vielfalt kein Widerspruch – im Gegenteil. Das eine ist ohne das andere nicht möglich. Die Natur, die uns umgibt, ist unsere größte Inspirationsquelle. Sie bietet eine Vielfalt an Farben, Formen und Strukturen, die wir in unseren Schmuckstücken aufgreifen – vor allem durch Holz und echte Blumen. Unsere Kreativität entsteht aus dem Arbeiten mit diesen Materialien und macht jedes Stück besonders.
Bei ergänzenden Materialien achten wir bewusst auf Verträglichkeit und Verantwortung. Metallteile bestehen aus kadmium-, nickel- und bleifreiem Edelstahl und sind allergiker:innenfreundlich.

Wie sehen eure Pläne für die Zukunft aus, um Nachhaltigkeit weiter zu stärken?

Nachhaltigkeit ist für uns kein abgeschlossener Zustand, sondern ein ständiges Bewusstmachen unserer Arbeit.
Wir arbeiten laufend an neuen Materialien und Produktionsweisen, die langlebig, reparierbar und ressourcenschonend sind. Gleichzeitig ist es uns wichtig, menschlich zu wachsen: faire Arbeitsbedingungen, langfristige Teamstrukturen und ein Umfeld, in dem Kreativität ohne Druck entstehen kann.

Frau hält Holzstück in der Hand und prüft Qualität.
© astwerk

Habt ihr Tipps für Leser:innen, die nachhaltigen Schmuck kaufen möchten? Worauf sollten sie achten?

Nachhaltiger Schmuck beginnt oft mit der eigenen Intuition. Statt schnellen, unüberlegten Trends nachzulaufen, darf man sich selbst Raum geben und den eigenen Stil ernst nehmen.
Bei handgefertigten Stücken spürt man, was dahintersteht: Materialien, die bewusst gewählt und verarbeitet wurden, Zeit, Aufmerksamkeit und echte Hingabe. Ob man ein Schmuckstück aus dem Urlaub mitbringt, oder es selbst anfertigt. Sich selbst treu zu bleiben zählt viel mehr als kurzfristige Trends es je könnten.


Weitere Informationen:
www.holzschmuck-astwerk.at